Offizielle Webseite & Blog von Schriftstellerin Kathrin Reitz

Autor: Kathrin Reitz Seite 3 von 13

Ich bin Kathrin Reitz, fast 58 Jahre alt, Dipl.-Psychologin und nebenberuflich leidenschaftliche Pilates-Trainerin, Autorin und Leserin. Mein derzeitiges Lieblingsmotto: „Lesen, ein Weg ins Leben!" von Manfred Hinrich

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 13. September 2020

Eine sehr schöne und bewegende Woche liegt hinter mir. Sie stand in zweifacher Hinsicht unter dem Motto „Freundschaft“. Warum?

Weil mich meine beste Freundin, die ich schon seit der Studienzeit aus meinen Hamburger Jahren kenne, in meinem Ferienhaus am Meer besucht hat. Happy Place mit Herzensschwester – das ist Glück pur! Unsere Männer hatten Termine in dieser Woche, also haben wir Frauen es uns mit den beiden Hunden gemütlich gemacht. Was haben wir zwei schon alles hinter uns: Zwei Studiengänge und Prüfungen, einen Doktortitel, zwei Beförderungen, einen Praxisaufbau in Hamburg und einen in Aachen, drei Trennungen, ein Baby und eine Scheidung, mussten drei kranke und sterbende Elternteile begleiten, meinen Wegzug aus Aachen tränenreich meistern. Dann schlossen sich gemeinsame Zeiten in Hamburg, Aachen, auf dem Mont-Saint-Michel, in Österreich und an der Ostsee an … die Liste ist lang. Die Freundschaft auch. Das ist echtes Glück.

Und am 9. September, genau in der Mitte meiner Freundschaftswoche, gab es noch etwas zu feiern: Unsere kleine Hundefreundin, die rumänische Fellnase Flika ist seit exakt 3 Jahren bei uns. Sie kam am 9.09.2017. Sie ist so ein Engel, war es von Anfang an. Ein misshandelter Straßenhund, der leider nur ein Äuglein hat, mit dem sie aber direkt in die Seele zu schauen scheint! Sie hat ein riesiges Herz für alle Menschen und nie Probleme mit anderen Hunden hat. Ein wirklicher Engel auf 4 Pfoten.

Aber was bedeutet denn nun eigentlich Freundschaft aus psychologischer Sicht genau? Aus gegebenem Anlass habe ich mal gegoogelt und das hier gefunden: Psychologie – Freundschaft. Von Christiane Tovar.

„Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern“, schrieb Aristoteles. Gute Freunde, langes Leben:Freunde tun gut, denn wer es schafft, gute Beziehungen aufzubauen, steigert damit sein Wohlbefinden. Wer funktionierende soziale Beziehungen hat, ist zufriedener und gesünder als Menschen, die isoliert leben. So verringert sich etwa das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen. Wissenschaftler haben außerdem herausgefunden, dass Menschen, die zum Beispiel in Prüfungssituationen von Freunden begleitet wurden, weniger Stresshormone ausgeschüttet haben. Sie fühlten sich ruhiger und sicherer als diejenigen, die keine Unterstützung hatten.

Wer gute Freunde hat, scheint auch einen anderen Blick auf das Leben zu haben. Mit vertrauten Menschen an der Seite werden Probleme als weniger bedrohlich empfunden. Außerdem hat man an Tagen, an denen man Freunde trifft, ein höheres Selbstwertgefühl.

Eine weitere Erkenntnis der Wissenschaftler: Freunde spielen als „lebensverlängernde“ Maßnahme eine viel wichtigere Rolle als die eigenen Kinder oder andere Verwandte. Das liegt möglicherweise daran, dass man sich Freunde selber aussuchen kann.

Allerdings wirkt sich die Freundschaft nur dann positiv aus, wenn es sich dabei um eine vertrauensvolle und gleichberechtigte Beziehung handelt und die Freunde gemeinsam „durch dick und dünn gehen“. Reine Zweckbündnisse oder Beziehungen, die nicht in die Tiefe gehen, haben keinen Einfluss auf die Lebenserwartung. Tja, was soll ich sagen? Ich glaube, ich bin in dieser Woche glatt jünger geworden …Ein hoch auf die Freundschaft.

Schöne, freundschaftliche Woche noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 6. September 2020

Ich habe so eine kleine Macke. O.k., nicht nur die eine, aber ich schreibe heute nur über DIESE eine. Immer, wenn ich am Abend wirklich erschöpft und müde bin, gucke ich mir vor dem Schlafengehen noch ein YouTube Filmchen aus der Reihe „America`s Got Talent“, kurz AGT, an. Ich mag es sehr, wenn unscheinbare Menschen „von nebenan“ ganz ohne Star-Aufgerüsche tolle Sachen machen, wenn sie ihre Chance ergreifen und der Welt zeigen, was sie können. Und sie können oft wirklich grandiose Dinge!

Gestern Abend war es mal wieder soweit. Ich habe kurz reingeschaut. AGT. Viertelfinale 2020, Teil I. . Und ich wurde bestens unterhalten von einem jungen Mann, der sich als „Mentalist“ vorgestellt hatte. Er kam ganz unaufgeregt daher und bat nach einem kurzen Intro einen Herrn aus der Jury darum, eine Zeichnung zu machen, die niemand sonst sehen konnte. Da auch das AGT Format im Zeichen von Corona steht, gibt es im Aufzeichnungsstudio derzeit keine live-Gäste. Dafür gab es auf ganz vielen kleinen Fernsehbildschirmen im Hintergrund ganz viele Zuschauer zu sehen, die sich bereit erklärt hatten, bei dem Experiment mit zu machen. Auch sie wurden gebeten, eine Zeichnung zu machen. Auf Bitten des smarten Mentalists hin zeigte nun erst der Herr aus der Jury seine Zeichnung und dann hielten alle Zuschauer ihre in die Kamera Ergebnis: Auf allen, ausnahmslos allen Zetteln waren Sonnen gemalt! Das Erstaunen war gewaltig, dann aber kam die Auflösung:

Der Mentalist hatte sich vor seinem Auftritt bei Jury und Publikum in einem kleinen Filmchen vorgestellt. Dort sah man ihn, wie er durch eine Straße ging, in einem Cafe saß usw. Innerhalb dieses Films waren total unauffällig unglaublich viele Sonnen in allen möglichen Farben und Formen versteckt worden – was nun erst so richtig deutlich wurde! Das Unbewusste aller Zuschauer hatte darauf reagiert – und alle hatten eine Sonne gezeichnet, in den unterschiedlichsten Formen. Was so unglaublich klingt, kenne ich schon aus meiner Hypnoseausbildung, die ich vor langer Zeit in Hamburg gemacht habe. Unser Unbewusstes ist höchst empfänglich für versteckte Suggestionen. Das lässt sich als Unterhaltungsmoment nutzen, aber natürlich auch in der Werbepsychologie. Dort versucht man, die Konsumenten dazu zu bringen, alle möglichen Dinge haben zu wollen. Oft mit Erfolg. Interessanterweise gibt es Menschen, die „suggestibler“ sind als andere. Ängstliche und unsichere Charaktere sind einfacher zu beeinflussen als selbstsichere, kritische Menschen. Soweit, so logisch. Nach der netten Unterhaltung durch den smarten Mentalist, der übrigens Max Major heißt, muss man sich aber die Frage stellen:

Wissen eigentlich auch Journalisten um das Phänomen einer solchen Beeinflussung – sei sie denn nun suggestiv oder schlicht penetrant?

Denken die Menschen dieses Berufsstandes zum Beispiel mal darüber nach, was es bei einer gewissen Persönlichkeitsstruktur anrichtet, wenn ich – sagen wir aus aktuellem Anlass- immer wieder Falschinformationen, Übertreibungen oder auch Lügen über das Corona Virus verbreite, um die Auflage meines Mediums zu erhöhen??? Dauerhaft, noch nicht einmal versteckt, sondern offen. Zu häufig. Immer wieder, getreu dem Motto „steter Tropfen höhlt den Verstand“.

Wenn wir bei ca. 80 Millionen Deutschen (gegoogelte Zahl für 2020 genau 81.504.947 Millionen) im Lande einem winzigen Grüppchen von ein paar zigtausende Corona-Leugnern eine derartige Aufmerksamkeit zukommen lassen, sie landesweit in allen Medien zeigen – und das über Tage hinweg … was macht denn dann wohl sowas mit denen, die unsicher und ängstlich und dafür erreichbar sind?

Mensch Journalist – du hast Verantwortung. (Der gute Journalist weiß das, da bin ich mir sicher!!!). Ich finde Demos grundsätzlich super – wenn sie keine schlichte Demonstration der eigenen Intoleranz sind – aber manchmal wäre es besser, gute Aufklärung vor Ort zu betreiben und weniger Öffentlichkeit für solche Minderheiten zu schaffen. Die charakterstarken und kritischen Menschen informieren sich ohnehin und haben eine deutliche, oft gut begründbare Meinung, die sich aus den Informationen mehrerer Quellen zusammensetzt. Diese Leutchen können gut auf sich aufpassen und im positiven Sinne Inhalte verknüpfen, aber auch logische Brüche erkennen. Sie können tatsächlich „querdenken“, bleiben aber nicht plakativ drin stecken, in diesem queren Zustand.

Eine nicht allzu kleine Gruppe von Mitläufern aber, die sich nicht positionieren können oder wollen, wird aber vielleicht durch eine entsprechende -unprofessionelle, reißerische oder subtil suggestive- Berichterstattung auf die falsche Spur gebracht. Muss ja nicht sein, oder? Um sich eine wirklich fundierte Meinung bilden zu können und eben nicht auf jede Suggestion oder fette Titelzeile jener Zeitschrift mit 4 Buchstaben oder auf jeden Facebookfake reinzufallen, braucht es allerdings eine entsprechende Schulung, eine Art Denkanleitung für kritisches Hinterfragen oder den Umgang mit Informationen im allgemeinen … wobei wir wieder beim Mangel im deutschen Bildungssystem wären, dem Fehlen von guten Lehrern, den zu großen Klassen usw. … aber das hatten wir erst letzte Woche. Lassen wir das heute mal weg. Seien wir also achtsam, hinterfragen uns und unsere Einstellungen immer mal wieder, reflektieren wir unsere Denke. All das kann nicht schaden. Im Gegenteil, es führt höchstens zu eigenen Einsichten und zum Respekt dem anderen gegenüber. Denn wenn ich so denke, habe ich mich ja schlau gemacht. Auch über „die Anderen“. Dann ist Max Major auch nur das, was er sein möchte: Tolle Unterhaltung. Danke, Mentalist!

Ich habe übrigens einen lustigen Spruch zu der Berliner Demo gehört: „Covid-Leugner Demo in Berlin? Ich kenne keinen, der dort war. Also hat das auch nicht stattgefunden!“

Schöne reflektierte Woche noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 30. August 2020

Jetzt sind wir also am Ende des Sommers angekommen. Der August geht zu Ende und in der kommenden Woche erscheint ganz leise der September auf dem Kalenderblatt. Mit diesem Monat klopft der Herbst an, es wird viel früher dunkel und nachts spürbar kühler.

Mit Erstaunen habe ich gelesen, dass das Ende des Sommers für die Rettungsschwimmer der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) ein Aufatmen bedeutet, denn die Hochsaison der Badetoten ist damit nun überstanden … ich war ein bisschen geschockt! Ehrlich gesagt kann ich kaum glauben, dass es bisher in diesem Sommer 192 Badetote gegeben hat, hat es aber laut Statistik. Über 90 Prozent dieser Menschen sind in Seen, Flüssen und Teichen ertrunken. Insbesondere die ungesicherten Wasserstellen sind nach Aussage der DLRG gefährlich. Ursache seien immer wieder Unvernunft, Alkoholkonsum bei großer Hitze vor dem Baden oder schlicht Selbstüberschätzung. Dazu komme noch, dass immer weniger Kinder richtig gut schwimmen könnten. Das hat mich fassungslos gemacht, denn eigentlich hatte ich immer den Eindruck, dass Eltern gerne mit ihren Kindern zum Schwimmen gehen. So habe ich es selber früher erlebt und es hat Spaß gemacht und so sehe ich es eigentlich auch immer noch. Selbst in der Schule gibt es doch Schwimmunterricht … oder sollte es jedenfalls, falls genug Lehrer anwesend sind, die das auch unterrichten können. (Nehmen wir das Jahr 2020 mit der Corona-Krise aus, viele Schwimmbäder mussten geschlossen bleiben, aber das betrifft erst einmal nur diesen Sommer). Sitzen denn alle die, die man nicht im Schwimmbad oder am Badeteich antrifft, nur noch Zuhause am Handy? Eltern und Kinder? Das will ich nicht wahrhaben und sicher ist das auch nicht so. Aber sicher ist, dass Kinder immer die Leidtragenden sind, wenn es darum geht, nicht genug in ihre Ausbildung zu investieren – und das gilt nicht nur für den Schwimmunterricht in der Schule sondern für alle Bereiche. In den letzten Wochen, in denen überall wieder die Schule begonnen, bin ich mehrfach ziemlich wütend und/oder sprachlos gewesen. Da muten Politiker, die den Sommer über wohl mehrheitlich den Schlaf der Ahnungslosen geschlafen haben und vom Ende der Sommerferien total überrascht worden sein müssen, doch wirklich den Kinder zu, den gesamten Tag über Masken zu tragen. Überall gibt es mittlerweile Plastik-Spuckschutz, warum konnte man den nun nicht in Klassenzimmern an den Plätzen der Kinder anbringen? Die Kids sollen im Bus UND in der Schule, in der Pause und auf dem Heimweg einen Maske tragen? Welcher Politiker macht das denn selber? Ich finde das wirklich unfassbar. Wenigsten im Unterricht hätte man das vermeiden müssen und es wäre sicher auch gelungen – so man denn gewollt hätte! Statt Milliarden in marode Unternehmen zu pumpen, sollte die Ausbildung, die Bildung in Schule, Sport und Freizeit viel, viel stärker in den Fokus rücken. Statt Mütter (insbesondere Alleinerziehende) zu Fußabtretern des vernachlässigten Bildungssystems zu machen, das seinen Namen bald nicht mehr verdient, sollte man sie stützen und unterstützen, Kinder fördern und fordern statt nachmittags in der Schule zu verwahren. Es wird doch erwartet, dass Kinder zu verantwortungsvollen Wesen erzogen werden. Und wer bitte tut das? Noch immer zumeist die Mütter – und die kommen mit Home-Office (haben mit Sicherheit Männer erfunden, die einfach die Tür zu machen und die die Kinder der Ehefrau überlassen) und Home-Schooling an ihr Limit. Oder drüber! Klar, es gibt total tolle Väter, die mitmachen und helfen, das will ich überhaupt nicht in Abrede stellen.

Kinder zu haben und dafür zu sorgen, dass aus ihnen etwas wirklich Gutes wird – und damit meine ich einen Menschen mit Werten, mit einem guten Charakter UND einer guten Bildung- ist eine der größten Herausforderungen, die es gibt.

In meinem Umfeld erlebe ich viele Mütter und Väter, die einen großartigen Job machen – aber dafür schier unmenschliches leisten müssen und allzu oft selber auf der Strecke bleiben.

Nur werde ich einfach motzig, wenn ich sehe und höre, dass das Bildungssystem immer weniger Beachtung findet, dass haufenweise Lehrer fehlen und Kinder keine adäquate Förderung mehr bekommen. Home-Schooling? Wie denn, wenn der Computer für die Heimarbeit fehlt? Den kann nicht jeder mal eben so für ein oder mehrere Kinder kaufen. In vielen Schulen fehlt es nicht nur an Lehrern, es fehlt an diesem und jenem und – bitte, das habe ich letzte Woche wirklich gehört – in einer modernen Gesamtschule hier in der Städteregion Aachen an Waschbecken!!!!??!!!

Liebe Politiker, wollt ihr eigentlich nicht wach werden? Die Kinder sind DAS WICHTIGSTE, was eine Gesellschaft haben kann. Sie sind unsere Zukunft und die behandeln wir irgendwie gerade sehr, sehr schlecht und nachlässig. Wenn ich mir das überlege, wundert es mich eigentlich nicht mehr, dass Kinder heutzutage schlecht schwimmen können. Schwimmen kommt ja noch weit nach Lesen und Rechnen und das kann heute nicht mal jeder Abiturient mit einer 1 auf dem Zeugnis fehlerfrei …

Fazit: Das Niveau sinkt in allen Bereichen der Lehre. Was steigt denn eigentlich? Die Zahl der -teuren- Politiker mit undurchschaubaren Posten und Pöstchen? Ihre Nebentätigkeiten, Lobbyjobs oder vielleicht doch die Diäten? Ja klar, man muss ja Prioritäten setzen. Kinder? Schulunterricht? Sport oder gar Schwimmen? Äh. Überbewertet. Machen die Mütter und Väter alle so nebenbei … Hut ab, ihr Tollen, die ihr das mit den Kindern jeden Tag so gut macht. Ihr seid die „Familiensystem-relevanten“, ohne die nix geht. Nichtmal Schwimmen …. Wo das doch Leben retten kann.

Euch feier ich heute ein bisschen, denn ihr Mamas und Papas habt es echt verdient!!!

Schöne gesunde Woche noch – und vielleicht mal ein Lächeln oder ein Lob für eine Mutter oder einen Vater im Supermarkt, der liebevoll mit dem Nachwuchs umgeht!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 23. August 2020

Heute wollte ich unterwegs schnell etwas Einkaufen. Also rein in den Supermarkt, diesmal war es der Lidl, der lag auf dem Weg, ist aber als solcher austauschbar. Draußen: Alles lief fein nach Covid-19 Regeln, vorbildlich. Drinnen auch. Die Kunden trugen Masken und ich habe so bei mir gedacht, dass sich die Mehrzahl der Leute wirklich echt gut an dieses „neue Situation“ gewöhnt hat. Trotzdem hört man allerdings überall, dass es doch mehr und mehr Menschen gibt, die „Regel-müde“ sind. in allen möglichen Ländern. Sie wollen keine Masken tragen, Leben wie „vorher“ mit Partys und ohne Abstandsregeln und verreisen, wieder fliegen und überhaupt will man sich nicht einschränken. Tja, und dann fällt mein Blick auf das NOCH IMMER in Unmengen von Plastik verpackte Obst und Gemüse, die mehrfach verpackten Kekse und Kuchen, Joghurtbecher aus Plastik wo Glas mindestens ebenso gut funktionieren würde, verpackte Ware, die gar keine Verpackung nötig hat …. In diesem Moment ist mir klar geworden: Wenn schon Masken tragen und Abstand halten nach wenigen Monaten zu SO einer Mordsmaulerei führt, dann können wir das mit „Welt retten“ wohl endgültig vergessen, oder? Viele Mitbürger machen das super, aber es gibt eben auch die Andern. Nicht wenige dieser Individuen wollen sich scheinbar gar nicht ändern. Sie wollen es hübsch bequem und bitte genauso Konsum-kuschelig haben, wie es bisher war. Immerhin trennen sie doch den Müll! Das muss ja nun reichen. Gegen die Abholzung vom Regenwald und Skandale in Großschlachtereien würde es helfen, deutlich weniger Fleisch aus Massentierhaltung zu essen. Wissen wir. Aber bitte, das Schnitzelchen, die Wurst und das Mettbrötchen, das isst ein echter Deutscher einfach! Dieses bisschen Grillen mit Freunden, das muss doch gehen und sooo teuer darf es ja nun auch nicht sein, das Tierwohl. Zack, zu isse, die Bequemlichkeitsfalle mit Ignoranzcharakter. Nun will ich ja nicht behaupten, dass ich nicht bequem sei! Neieieieien, das wäre gelogen. Aber an bestimmten Stellen hab ich in den letzten Jahren viel verändert, weil ich eingesehen habe, dass wir als Menschheit so einfach nicht weiter machen können – und jeder einzelne, jedes noch so klitzekleine bisschen zählt. Dabei haben mein Mann und ich noch nicht mal Kinder und könnten in unserem Alter auch sagen: Ist doch egal, unser Leben kriegen wir noch schön rum. Aber so sehe ich das nicht. Wir sind doch alle als Gast hier, die Welt ist wunderbar und die Kindeskinder aller anderen sollten sie noch genießen können. Werden sie aber nicht, wenn wir so weiter machen. Und die Jugend hat das -teilweise- ja nun auch schon kapiert.

Am Donnerstag dem 20. August gab es ein Treffen zwischen jungen Klimaaktivistinnen und Frau Merkel. Hier dazu der Artikel aus dem Internet, t-online, von Herrn Seibert: „Kanzlerin trifft Klimaaktivistinnen: Thunberg fordert Merkels Führerschaft

Zentrales Thema des Gesprächs von Merkel mit Thunberg sowie der deutschen Aktivistin Luisa Neubauer und den Belgierinnen Anuna de Wever van der Heyden und Adélaïde Charlier seien die klimapolitischen Schwerpunkte in der laufenden EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands gewesen, schrieb Seibert. Als Einzelpunkte nannte er die angestrebte EU-Klimaneutralität bis 2050 sowie die Konkretisierung eines verschärften Zwischenziels für die Treibhausgas-Emissionen bis 2030. Die Kanzlerin und die Vertreterinnen von Fridays for Future hätten auch über die Bedeutung der CO2-Bepreisung sowie über nationale Maßnahmen der Klimapolitik wie den Ausstieg aus der Kohleverstromung diskutiert. Neubauer vor dem Treffen skeptischVor dem Treffen hatten Neubauer den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND) gesagt: „Wir haben nur noch sehr wenig Zeit, bevor das 1,5-Grad-Ziel aus unseren Händen gleitet.“. Merkel müsse dafür sorgen, dass die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens umgesetzt würden, drängte Neubauer weiter. „Das wollen wir besprechen.“ Zur aktuellen Rolle der Kanzlerin beim Klimaschutz äußerte sie sich eher skeptisch: „Der aktuellen Klimapolitik zufolge ist unklar, wie viel Frau Merkel an Paris liegt – auch nach zwei Jahren Klimastreiks.“ Die Weltlage sei „mit Blick auf den Klimaschutz desaströs“, deshalb gibt es viel zu besprechen, sagte Neubauer zudem den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Es sind krasse Zeiten, überall auf der Welt drischt die Klimakrise auf die Menschen ein.“ Nötig seien „unbequeme Taten“ und „ungewöhnliche Wege“, befand Neubauer. (afp, dpa)

Ich frage mich auch, was bei den „krassen Zeiten“, die wir klima-technisch gerade überall auf der Erde erleben, noch passieren muss, damit wir alle endlich die Notbremse ziehen. So anständig, wie ich die Menschen beim Lidl erlebt habe – das gibt mir wirklich Hoffnung. Vielleicht sind diejenigen, die still etwas für die Welt tun, auch so toll unterwegs. Vielleicht – und vielleicht schaffen wir kleinen Bürger da doch noch Großes. Wenn wir denn zusammenhalten …

Ich hätte da aber trotzdem noch diese eine, inständige Bitte: Herr, lass doch bitte endlich gute Politiker mit Charakter, Mut und Mitgefühl regnen!!!! Solche, die sich trauen, auch unbequeme Entscheidungen für Mensch und Umwelt zu treffen und die Tierwohl nicht nur buchstabieren können, sondern den Inhalt auch emotional verstehen. Bitte! Wir haben doch nur diese eine Welt und sie ist sooo schön.

Bis es soweit ist, dass meine Bitte -vielleicht- erhört wird (Träumen darf frau ja), müssen wir wohl selber etwas tun. Viele kleine Menschen an vielen Orten diese Welt können nämlich auch ganz schön was bewegen …

Schöne Woche mit vielen kleinen guten Taten noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 16. August 2020

Gerade dümpele ich so durch das Internet, da stoße ich bei t-online auf einen Artikel zur Zufriedenheit. Ein Magdeburger Professor hat berechnet, was zufrieden macht. Aha. Klingt seltsam und interessant gleichermaßen. Meine Neugier ist jedenfalls geweckt. Schauen wir doch mal, was es hier zu lesen gibt: Geld, Gesundheit oder Familie:

Was benötigt ein Mensch, um wirklich zufrieden zu sein? Eine Studie gibt Aufschluss über die fünf wichtigsten Aspekte zum Glücklichsein. Philosophen rätseln seit Tausenden von Jahren, was für ein glückliches Leben wirklich wichtig ist. Prof. Dr. Martin Schröder von der Philipps-Universität in Marburg hat es nun berechnet. Er hat das sozio-oekonomische Panel ausgewertet, die größte Studie zu dem Thema, für die seit mehr als 30 Jahren mehr als 80.000 Menschen immer wieder zu ihrem Leben befragt werden. Dabei stuften sie verschiedene Aspekte auf einer Skala von 0 bis 100 ein. Was demnach die wichtigsten Faktoren sind, hat der Professor für Soziologie für t-online.de aufgeschrieben.

1. Arbeit

Keine Entscheidung hat einen so positiven Einfluss auf die eigene Zufriedenheit, wie Vollzeit zu arbeiten. Wer hingegen arbeitslos wird, verliert mehr als sechs von möglichen 100 Zufriedenheitspunkten. Das ist für das Glücksempfinden schlimmer, als verwitwet zu sein. Männer profitieren dreimal so sehr von einer Vollzeitstelle wie Frauen. Wer also meint, Arbeit sei schlecht für Menschen, wird von den Daten widerlegt: Nichts geht stärker mit der eigenen Zufriedenheit einher.

2. Gesundheit

In manchen Jahren fühl man sich gesünder, in anderen kränker. Je nachdem, verliert oder gewinnt man drei Punkte. Die Gesundheit ist damit der zweitstärkste Einfluss auf die Zufriedenheit. Sollte man sich also gesünder ernähren und mehr Sport treiben? Das bringt laut Studie nur 0,3 beziehungsweise 0,4 Zufriedenheitspunkte mehr. Denn zwar geht es einem besser, wenn man gesünder ist. Doch davon hat man nur einen Teil selbst in der Hand. Seien Sie also dankbar, wenn Sie sich gesund fühlen. Denn es hängt stark von Zufällen ab und hat trotzdem einen sehr starken Einfluss auf Ihre Zufriedenheit.

3. Wohnort

Jetzt müssen alle Mitbürger in den (nicht mehr ganz so) neuen Bundesländern tapfer sein. Denn nicht nur sind sie unzufriedener, auch wird unzufriedener, wer dort aus Westdeutschland hinzieht – und zwar um zwei Punkte. Der einzige Trost: Früher war es noch schlimmer. In den 1990er Jahren senkte ein Umzug nach Ostdeutschland die Lebenszufriedenheit um sieben Punkte. Der Effekt ist im Laufe der Jahre immer schwächer geworden.

4. Beziehung

Den viertstärksten Einfluss auf die Zufriedenheit hat eine Beziehung. Wer heiratet, ist im Schnitt zwei Punkte zufriedener als vorher. Wer seinen Partner verliert, verliert auch diese zwei Zufriedenheitspunkte. Männer profitieren übrigens der Studie zufolge noch mehr von Beziehungen als Frauen und kommen weniger gut damit klar, wenn eine Beziehung endet. Eine Ehe macht jedoch nur am Anfang richtig zufrieden – im Jahr der Heirat sogar fast fünf Punkte. Danach nimmt die Zufriedenheit ab, bis man etwa zehn Jahre nach der Heirat auch nicht zufriedener ist als vorher. Ehe und Partnerschaft machen also glücklich – aber dieser Effekt nimmt ab, je länger sie andauern. Und Kinder? Sie haben unterm Strich keine Auswirkung. Weder sind Eltern zufriedener als sie ohne Kinder waren, noch sind sie zufriedener als Kinderlose. Der Grund? Kinder an sich machen zwar zufrieden, doch sie nehmen einem auch gleichzeitig vieles, was zufrieden macht: Freizeit, Schlaf und Geld etwa. Daraus ergibt sich für die eigene Zufriedenheit eine große Null. Das bedeutet allerdings nicht, dass Eltern besonders unzufrieden sind, sondern dass Kinderlose ein ebenso gutes Leben wie Eltern haben. Dass Kinder für die eigene Zufriedenheit wichtig sind, ist allerdings ein Mythos.

5. Geld

Mehr Geld macht nur zufriedener, wenn man zuvor wenig hatte. 1.000 statt 0 Euro monatlich zur Verfügung zu haben, sorgt für einen gigantischen Zuwachs von acht Zufriedenheitspunkten. 2.000 statt 1.000 Euro bringen noch mal zwei Punkte, 3.000 statt 2.000 Euro nur noch einen und danach bringt mehr Geld überhaupt nichts.

Autor: Martin Schröder, geboren 1981, ist Professor für Soziologie an der Philipps-Universität Marburg und hat zahlreiche Artikel zur Zufriedenheitsforschung in Fachzeitschriften veröffentlicht. Kürzlich erschien sein Buch „Wann sind wir wirklich zufrieden? Überraschende Erkenntnisse zu Arbeit, Liebe, Kindern, Geld“. Martin Schröder lebt in Köln.

So, jetzt wissen wir, was -angeblich- wirklich zufrieden macht, wenn man es mittelt und in eine Zahlenreihe gießt. Für meine Zufriedenheit ist diese statistisch-sozio-ökonomische Panelzufriedenheit nur in etwa stimmig. Ich würde sicher sagen, dass es zufrieden und glücklich macht, einigermaßen gesund zu sein, einen Beruf auszuüben, der vielleicht sogar Freude macht, eine wirklich schöne Aufgabe bis hin zur Berufung ist und mit dem richtigen Partner zu leben. Meine Ehe hält nun schon seit 20 Jahren und es ist irgendwie entgegen diesem statistischen Trend schöner geworden. Nicht schlechter. Und sicherlich spielt Geld eine Rolle. Wenn es zu einem sicheren und angenehmen Leben führt, in dem man sich keine Dauersorgen um die nächste Rechnung machen muss, dann macht Geld zufrieden. Aber für meinen Geschmack fehlen ein paar unglaublich wichtige Dinge: Aufenthalt in der Natur, ein verantwortungsvolles Leben mit Tieren, Hobbys wie Musik, Kreativität, sportliche Aktivität als solches, ein schönes Zuhause oder auch Arbeit im Garten, Freundschaften pflegen, Gutes Essen, Theater, Konzertbesuche oder Reisen und auch Aufgaben in Ehrenämtern … DAS sind doch auch alles wahre Quellen für Zufriedenheit, oder? Wie seht ihr denn das, was macht euch zufrieden? Vielleicht nutzen wir den Sonntag ja für einen persönlichen Zufriedenheitscheck. Leider findet der zurzeit unter erschwerten Bedingungen statt, denn so manches, was wirklich zufrieden macht, steht in Covid-19 Zeiten leider nicht ganz oben auf der „Machbarkeits-Liste“. Ich erweitere meine provisorische Liste deswegen um „Träume“. Wer weiß, vielleicht wird aus manchen später mal ein Projekt, das richtig zufrieden macht …

Schöne zufriedene Woche noch!

Best-Ager-Pilates

Noch genau 14 Tage – dann ist es soweit: Dienstag 25. August 2020

Es gibt was Neues in der meinpilates-Kursfamilie (www.meinpilates-aachen.de/):

„Pilates für Best-Ager“

(Immer Dienstags von 10-11.00 Uhr im Forsthaus)

Endlich! Nach mehr als einer gefühlten Ewigkeit geht es Ende August 2020 wieder ins wunderschöne Forsthaus in Aachen. Ich darf wieder Pilatesunterricht  im „meinpilates“ Studio von Carolin Meisel geben. Hach, was habe ich das vermisst! Ich freue mich auf die netten Leute, das schöne Studio und das gemeinsame Turnen in einer Gruppe.

Surreale Zeiten der sogenannten ersten „Corona-Welle“ liegen hinter uns, erledigt ist das Thema aber natürlich noch nicht, wir müssen alle achtsam bleiben. Trotzdem stelle ich beeindruckt fest, dass dieses Virus zu deutlich wahrnehmbaren Veränderungen geführt hat. Damit meine ich nicht jene unerträgliche Spur von Leid, die es wie eine Schneise überall dort hinterlässt, wo man es leugnet, nicht wahrhaben will oder nicht angemessen vorsichtig darauf reagiert hat. Nein, ich meine die positiven Dinge, die es auch bewirkt hat.

Was genau ich damit meine? Zum Beispiel Caros großartige Idee, einen Pilates-Livestream anzubieten, damit wir nicht alle vollkommen die Form verlieren und die Studios weiter laufen können. Pilates als Wohlfühlpause im Covid 19-Alltag zwischen Home-office, Home-schooling und Social-distancing. Wunderbar! Gemeinsam turnen, wenn auch jeder für sich vor dem eigenen Bildschirm schwitzt. Es war -und ist- ein schönes Gefühl, wenn mindestens hundert andere Menschen auch aktiv sind und „pilatieren“. (www.wohnzimmerpilates.de).  

Mal ehrlich, wäre das so vor dieser Krise denkbar gewesen? Ich glaube nicht …

Anfangs hatte ich noch genug Zeit, um selber regelmäßig „live“ mitzumachen, bis meine Arbeit wieder ordentlich zugelegt hat. Es wollten ja schließlich auch noch all diese tiefen psychischen Prozesse in die Heilung gebracht werden, die durch die „Lockdown-bedingte Ruhe“ fast zwangsläufig angestoßen worden sind. Eine sehr, sehr aufregende Zeit  – und ich konnte ja auch später den Pilates-Livestream „nachturnen“. Rundherum prima!

Natürlich habe ich den Livestream auch ständig weiter empfohlen. Sehr bald kamen genau die Rückmeldungen, die ich auch erwartet hatte: „Diese beiden hübschen jungen Frauen! Toll, wie die das machen. Also, Jeannine besteht ja nur aus Muskeln und turnt so geschmeidig, sieht dabei so hübsch aus und lächelt immer – alle Achtung. Was hat Caro für eine tolle Stimme, die entspannt ja schon beim Zuhören. Genial, dass die beiden das anbieten, es macht richtig, richtig Spaß und es ist so abwechslungsreich. Wie schön, da hilft ja auch die Schwester hinter der Kamera mit der Technik. …“ usw., usw.

Jedes Mal habe ich mich wie Bolle gefreut und mein Pilates-Team-Herzchen ist gehüpft – natürlich immer schön im Atemrhythmus, ist ja klar.

Nach einer Weile kamen dann aber ganz, ganz vorsichtig die anderen, die leisen und ein bisschen enttäuschten Feedbacks aus der Deckung, die ich so nicht erwartet hatte – und zwar vornehmlich von meinen älteren Freundinnen und Bekannten: „Nun ja, die zwei machen das toll. Aber für mich ist das zu viel. Selbst die leichten Übungen kann ich nicht, das ist frustrierend. Sieht ja schön aus, aber so jung und trainiert bin ich nicht, das ist so schade. Ich würde gerne mitmachen, aber meine Schultern / Hüften / Handgelenkte etc. schmerzen danach, vieles brauche ich gar nicht erst zu versuchen. Es ist so schade. Ich würde auch gerne regelmäßig Pilates machen, aber für meine Altersgruppe.“

Auch wenn sie das Livestream-Programm und das Angebot großartig gefunden haben – enttäuscht waren sie doch. Und zwar ausnahmslos ALLE über sich selbst, über die Einschränkungen ihrer Körper, die ja nun schon vielen Jahrzehnten brav aktiv sind, die aber eben längst begonnen haben, ihre kleinen Macken zu entwickeln und die nun das normale Training für jüngere Leutchen nicht mehr schaffen. Das hat mich berührt und sehr nachdenklich gemacht. Nicht jeder hat das große Glück, fit ins Alter zu gehen, auch wenn so mancher Lifestyle-Channel uns das weismachen möchte. Als gesunder und sportlicher (junger) Mensch kann man sich gar nicht vorstellen, dass selbst die einfachste Pilatesvariante zu anstrengend sein könnte.

Aber es ist häufig so, dass der ältere Körper anders trainiert werden möchte, weil manches ein wenig langsamer geht, anderes nicht mehr so geschmeidig „rund läuft“ oder weil wenig Kraft vorhanden ist. Ein bisschen Kondition und körperliche Fitness scheinen eben doch  liegen geblieben zu sein, auf der Lebensstrecke, die bisher zurückgelegt worden ist. Bis hierher, bis zum „besten Alter“.

Aber es gibt eine gute Nachricht: Der Körper ist grundsätzlich in jedem Alter bestens trainierbar – und deswegen habe ich mir gedacht, ich biete einen neuen Kurs an, in dem wir auf genau jene Bedürfnisse dieser „besten Jahre“ Rücksicht nehmen. Im Übrigen habe ich davon schon lange geträumt, genau diesen Kurs zu unterrichten:   

Pilates für Best-Ager.

Mit fast 58 Jahren passe ich außerdem perfekt rein, in die Zielgruppe der Best-Ager. Ich stelle ja auch an mir, an meinem Körper fest, dass sich im Laufe der Zeit so einiges verändert hat. Auch ich habe immer mal wieder die leichte Variante des Livestream-Programms von Caro und Jeannine wählen müssen und gut auf die Möglichkeiten meines Körpers geachtet, Pausen gemacht, wo es sich richtig angefühlt hat. Wenn ich mich heute ordentlich übernehme, bekomme ich spätestens am Tag drauf die Quittung … das ist schon ziemlich frustrierend, aber nicht zu ändern. Wenn ich aber mein Trainingspensum gut an meine Bedürfnisse anpasse, entsprechende Pausen zur Regeneration einbaue und konsequent „auf der Matte bleibe“ passiert etwas Großartiges: Mein in die Jahre gekommener Körper verändert sich, die Muskeln werden kraftvoller, die Beweglichkeit nimmt zu, die Übungen fallen leichter und funktionieren besser. Das ist schon richtig klasse zu spüren, macht Spaß und zudem noch gute Laune. Es fühlt sich ein bisschen so an, als würde man einige dieser körperlichen Fähigkeiten wieder einsammeln, die auf der Lebensstrecke liegen geblieben sind … das ist einfach schön zu spüren und zu erfahren.

Aktiv zu sein, zu werden und zu bleiben ist ohnehin das Beste, was man für Gesundheit und Wohlbefinden tun kann – in jedem Alter. Und ich finde, so eine schöne kleine muckelige „Best-Ager-Sparte“ hat noch gefehlt, in der „meinpilates-Kursfamilie“.

Wer sich also angesprochen fühlt oder jemanden kennt, die oder der auch Lust auf Pilates „im besten Alter“ hat oder einfach nur moderat trainieren möchte, ist herzlich willkommen. Ich freue mich auf euch!

P.s.: Für eine authentischere Wirkung gibt es mich jetzt auch ganz passend mit grauen Haaren! Mein innerer Wandel in der zurückliegenden Zeit war ein ruhiger, tiefer Prozess und ich habe beschlossen, das auch im Außen zu zeigen. Und bekanntlich dokumentieren wir Frauen solche Veränderungen ja nur allzu gerne durch neue Frisuren an. Voila. Hier bin ich (wieder): im besten Alter. „Best-Ager“.

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 9. August 2020

Deutschland schwitzt. Hoch Detlef bringt Hitze, die absolut nichts für mich ist. Überhaupt nicht mein Wetter.
Alles was über 25 Grad hinaus geht, ist mir zu viel.
Und Temperaturen um die 37 Grad machen mich wirklich fertig. Es gibt ja Zeitgenossen, denen kann es gar nicht warm genug sein. Dazu gehöre ich mit meiner Sommersprossenhaut ganz eindeutig nicht. Ich bin wohl eher Typ schottisches Hochland denn spanische Senorita.

Vorhin habe ich schon fast einen Kreislaufkollaps erlitten, nachdem ich den neuen Gartenschlauch montiert hatte. Im Schatten. Diese unsägliche, 50 Meter lange Boa Constrictor des Gartencenters war verdreht und außerdem zu dick für die Öffnung des Wasserhahnes samt zugehörigem Adapter. Harg. Also musste ich improvisieren. Die Blumen sollten Wasser haben und zwar zügig. Schnell in die Küche geeilt und ein Messerchen geholt. Zackig den neuen Gartenschlauch ein bisschen eingeritzt – ungeduldig, weil es zu warm war und ich wässern wollte – und schon floss Blut.
Die miese Schlange rächte meine Ungeduld, ich hatte mir in den Finger geritzt, wenigstens aber auch das Gummi erwischt. Wieder rein ich die Küche, Pflaster drauf, weiter machen.
So nicht, du blöder Gartenschlauch!
Das lasse ich mir von einem langen Stück Gummi mit Qualitätsgarantie nicht zeigen … Zweiter Versuch.

#Na Bitte. #Geht doch. #Dir zeig ichs!

Die nächste Viertelstunde habe ich dann damit verbracht, die 50 Meter komplett knickfrei zu bekommen. Danach konnte ich endlich loslegen. Dachte ich. Denn ich hatte nur ein winziges bisschen zu fest am Schlauch gezippelt. Unabsichtlich natürlich.
Die Gummiboa machte prompt auf echte Cobra, sprang vom Hahn und richtete sich auf. Dusche inclusive.
„Wet-T-Shirt-Contest Ü 50″ muss jetzt auch nicht wirklich sein. Gut, dass der Garten hinter dem Haus liegt und keiner reingucken kann. Dank der 37 Grad war ich ja schnell wieder trocken, aber sehr verärgert.
Wirklich SEHR verärgert.
Also alles auf Anfang. Wasserhahn zu. Das eingeritzte Stück Gummi abschneiden (vorsichtig!!!). Dann den Schlauch leicht knicken (schmerzte an der Fingerschnittstelle, musste ich aber durch) und den Adapter sachte mit gleichmäßigem Druck draufschrauben. JAAA! Klappte. Diesmal sogar gut und problemlos.
Ich war zutiefst zufrieden und meine Blumen sind es jetzt auch … aber die Moral meiner eigenen Geschicht ist die:
Bei kühlem Wetter wäre mir das ganz sicher nicht passiert!
Also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. Oder? Ist ja auch egal, Denken fällt mir auch schwer, wenn es zu heiß ist.

Psst: Ich mache heute, wenn es dunkel ist, noch einen Regentanz. Klammheimlich. Hinten im Garten. Vorsichtshalber barfuß und fast geräuschlos. Um nicht aufzufallen …. Weil manche Menschen ja heiße Sommertage mögen und sicher keinen Regen wollen … ich aber schon. Schnell mal bei YouTube nachsehen, die haben doch Anleitungen für alles. Sicher auch für Regentänze ….

Schöne Woche noch … und behaltet bitte einen kühlen Kopf!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 2. August 2020

Lebe deine Träume.

Ein schöner Satz, oder? Was leicht verklärt nach Lagerfeuerromantik klingt, ist in Wirklichkeit mit einem gehörigen Schuss Arbeit verbunden.

Die Träume der Nacht sind etwas Großartiges. Sie helfen uns, Erlebtes im Gehirn abzuspeichern, sie „warten unsere unbewussten inneren Programme“ und sind damit wichtig für die Gesundheit von Körper und Psyche, egal ob wir sie erinnern oder nicht.

Die Träume aber, die wir auch im wachen Zustand träumen, die können noch viel mehr: Sie zeigen uns die stillen Sehnsüchte unserer Seelen auf.

Manchmal bleiben Träume einfach Träume, manchmal sind sie aber auch Wegweiser für neue Ziele, die sich im Leben entwickeln.

Im Jahre 2015 hatte ich einen solchen Traum: Durch eine liebe Freundin habe ich das Pilatesstudio von Carolin Meisel (damals noch Dyckhoff) in der Lothringerstraße in Aachen entdeckt. („meinpilates-aachen.de“). Ich habe begonnen, dort regelmäßig zu trainieren. Himmel, was hat diese Trainingsmethode meinem Körper gut getan! Der Traum, der sich ziemlich schnell daraus entwickelte: Selber Trainerin zu werden und dann am liebsten für meine Altersgruppe Kurse anbieten, „ü50“.

Also habe ich mich für die Ausbildung in Köln angemeldet, war natürlich zwischen all diesen wunderbaren jungen Frauen die Älteste im Kurs, was allerdings meinen Elan nicht schmälern konnte. Anfangs war ich doch ein bisschen erstaunt, wie schwer es mir gefallen ist, wieder auswendig zu lernen. Immerhin konnte ich bei all den anatomischen und physiologischen Inhalten auf mein altes Wissen jener Krankengymnastikausbildung zurückgreifen, die ich vor Jahrzehnten gleich nach dem Abi gemacht hatte. Das hat die Sache ein wenig erleichtert.
Die körperlichen Grenzen haben sich zügig und ziemlich schmerzhaft ebenso schnell offenbart. Oh je, was ich alles nicht so richtig turnen konnte! Der Anfang war frustrierend. Aber ein bisschen bin ich halt doch wie mein Terrier: Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, gebe ich so schnell nicht auf … . Aufgeben war keine Option.
Am Horizont stand noch immer dieser Traum.

Also habe ich mit mir selber einen Deal gemacht:
Trainiere einfach weiter. Denk nicht nach. Wenn du in einem Jahr noch immer nicht in der Lage sein solltest, die Übungen für Fortgeschrittenen zu turnen, kannst du aufgeben.

Die Überraschung folgte auf dem (Traum-) Fuß: Meine grauen Zellen gewöhnten sich an die Lernerei, fanden sogar Freude daran und meine Muskulatur entwickelte sich langsam aber stetig. Als ich die Prüfung im Frühjahr 2017 gemacht habe, konnte ich tatsächlich alle diese Übungen, an denen ich zwei Jahre vorher noch gnadenlos gescheitert war. Das hat mich hinsichtlich der Trainingsmöglichkeit eines „ü-50-Körpers“ doch sehr beeindruckt.

Carolin Meisel wurde in diesen Jahren eine liebe Ratgeberin und noch bessere Freundin. Ihr habe ich zu verdanken, dass mein Traum vom Unterrichten Wirklichkeit wurde.
(Ihre eigenen Träume haben im Übrigen in den letzten Jahren auch Gestalt angenommen: Sie hat ihren Felix geheiratet, das zweite, wunderschöne Studio im Forsthaus kam dazu – und: Der zum Klauen süße Carlo kam auf die Welt. Meisels wurden Eltern – traumhaft).

So. Nun war ich also Pilatestrainerin für die Matte.
Ich liebte und liebe noch immer, was ich tue.
Aber da war ja noch immer dieser EINE Teil des anfänglichen Traumes übrig: Ich wollte doch so gerne für meine Altersgruppe unterrichten. „Ü 50“!

TARA – und der erfüllt sich nun auch!

Ab Ende August 2020 erweitern wir im meinpilates Studio in Aachen (im Forsthaus) das Angebot: Immer am Dienstagvormittag gibt es dann „Pilates für Best-Ager“.
BÄM!

Und weil man auf einem (Traum-) Bein nicht stehen kann, hat mich mein Weg über das Frauennetzwerk „FraumitBizz“ noch zu einer zweiten tollen jungen Dame geführt:
Maria Schneiders (als kinderloses älteres Weib kann man gar nicht genug schöne junge und aktive Frauen um sich haben – das hält geistig rege, jung und ist sooo herzerfrischend).

Maria hat Ende des letzten Jahres auf der Trierer Straße in Aachen ihr Tanzstudio Ma°Vida eröffnet, in dem es neben Ballett, zeitgenössischem Tanz für alle Altersgruppen auch Yoga auch Pilates gibt.
Tja und ab September heißt es eben auch dort, im MA°Vida: Sanftes „Pilates für Best-Ager“.
Doppel BÄM.

Ich freue mich unfassbar darauf, dass es nun möglich wird, diese „ü50“ Kurse aufzubauen. Danke, ihr beiden wundervollen jungen Frauen, Caro und Maria, dass ihr mir helft, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Es bedeutet mir viel. Vielleicht mehr, als ihr euch vorstellen könnt!

Ein Traum, mein Traum, geht in die Zielgrade … ich habe dafür geschwitzt, war frustriert und unsicher, ob der überhaupt je Gestalt annehmen würde, habe viel gelacht und so manche Tube Voltaren auf meinen Muskeln verbraucht … aber das war es alles wert.

Lebe deine Träume. Du kriegst sie nicht geschenkt. Aber wenn du dafür arbeitest, können sie wahr werden.

Ich freue mich. Während ich diese Kolumne hier schreibe, habe ich die ganze Zeit so ein feines Lächeln im Gesicht. Vor rührseliger Freude.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich all die mühseligen und misslungenen Turnversuche und mickerigen Anfänge, die diesen Traum begleitet haben. Da war mancher Lachkrampf inclusive. Aber schön war es trotzdem.

Wovon träumst du so heimlich? Was steckt da hinten in den Kammern deiner Seele und möchte gelebt werden? Spür doch mal rein. Es lohnt sich. Und wer weiß, vielleicht machst du dich ja auch auf den Weg in deinen Traum. Vergiss aber nicht: Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Bis zum Ziel zu gehen, ist immer ein Prozess.

Traumhafte Woche noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 26. Juli 2020

Ich mag Rituale. Sie geben dem Leben an bestimmten Alltagsecken eine verlässliche Struktur. Für mich sind sie wo etwas wie kleine Freunde im Alltag, die oft für einen Glücksmoment sorgen und immer wieder vorbeikommen.
Einfach so.
Ja, ich gebe gerne zu, dass sich gewisse Rituale in meinem Leben so gemütlich anfühlen, wie gut eingelaufene Puschen. Manche machen einfach Freude (etwa unserer ehemaligen Straßenhündin ein Leckerchen ans Bett bringen, wenn sie noch ein bisschen länger liegen bleibt als der Rest des Rudels – muss man als Nicht-Hundehalter übrigens nicht verstehen), andere machen herrlich munter (der erste Kaffee am Morgen) und an einem ganz altmodisch-langweilig-unspektakulärem Ritual hänge ich aus purer Nostalgie:
Lotto spielen.
Jedes Kind weiß, dass ein sogenannter „Sechser im Lotto“ eine absolut unwahrscheinliche Angelegenheit ist.
Das weiß ich auch. Schon lange – und die Hoffnung auf einen Gewinn ist auch nicht der Grund, warum ich es tue. Irgendwie ist das Lottospielen eine schöne alte Erinnerung, die mit meinem Vater zusammenhängt.
In seinen letzten 5 Lebensjahren, die er in Aachen verbracht hat, war er viel alleine, todunglücklich bis hin zu depressiv über den viel zu frühen Tod seiner Frau und manchmal auch unausstehlich. Immer aber gab es auch diese Momente, in denen er absolut liebenswürdig war, sogar ein bisschen „zum Knuddeln“.
Solche Momente habe ich z.B. mit ihm erlebt, wenn er seinen Lottoschein abgeben hatte und nach der Ziehung feststellte, dass er eine kleine Summe gewonnen hatte. Dann konnte ich in seinen traurigen alten Äuglein den fröhlichen kleinen Jungen entdecken, der er einmal gewesen sein muss. Voller Begeisterung meinte er dann jedes Mal zu mir: „Kind, wir haben was gewonnen!“

Meistens hatte der Gewinn nicht einmal die Höhe des Spieleinsatzes, aber das war vollkommen egal. Seine Rente war ok., er hatte genug für sein Leben. Es ging nicht um die Summe, es ging um diese Freude. Seltene Momente waren das, Sternschnuppenaugenblicke, aber sie waren voller tiefer und unerwarteter kindlicher Freude für ihn – und für mich.

Diese Erinnerungen bewahre ich ganz tief in meinem Herzen auf. Sie sind kostbar, gerade weil es nicht soooo viele davon gab.
Aus lauter Nostalgie habe ich nach seinem Tod selber angefangen, Lotto zu spielen. Online natürlich. Papa ist ja immer noch persönlich zum Kiosk getippelt, um den Schein abzugeben. „Dann habe ich ein Ziel für den Spaziergang“, meinte er immer.
Ich habe bisher ab und zu ein bis drei Richtige gehabt. Immer, wenn ich die Email lese, die mir ankündigt, dass ich etwas gewonnen habe, höre ich ihn wieder, diesen Satz:
„Kind, wir haben was gewonnen!“.

Dann bin ich mir ganz, ganz sicher, dass Papa da oben in seinem himmlischen Wolkenlotto-Kiosk sitzt und das sagt.

Vielleicht hilft er auch nach, damit ich hin und wieder eine richtige Zusatzzahl habe … wer weiß!
Auch mir geht es nicht um Geld (ich wüsste ohnehin schon, dass ich bei einer größeren Summe wieder sofort für die Tiere spenden würde) sondern um diese Erinnerung.

So geht es mir jetzt immer am Samstag.

Gleich ist es wieder soweit … Nach der Ziehung der Lottozahlen gucke ich ganz schnell in die Emails. Vielleicht, vielleicht kommt er ja heute, dieser Satz ……

Schone Woche voller liebgewonnener Gewohnheiten noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 19.Juli 2020

Regelmäßig bekomme ich von der Hautarztpraxis Dr. Rösener und Dr. Höller Obrigkeit im Ärztehaus am Luisenhospital in Aachen diesen wirklich sehr interessanten Gesundheitsbrief zugeschickt. Ich habe schon des Öfteren daraus Artikel zitiert.

In der Juliausgabe 2020 stand ein Artikel, den ich insbesondere für uns Frauen teilen möchte. Früher hat man uns immer eingeredet: Trinkt Milch, esst Joghurt, das ist ja alles soooo gut für euch. Ich hatte mich immer irgendwie „falsch“ gefühlt, weil ich mich vor Milch geekelt habe und nie größere Mengen Quark oder Joghurt essen konnte. Über meinen mäkeligen Fleischkonsum muss ich gar nicht erst reden.
Und nun, Jahre später, lese ich das hier;

Herzinfarkt & Co. – neue Erkenntnisse sprechen für eine Herabsetzung des Fleischkonsums

Es ist seit langem bekannt, dass sich eine fleischarme und vorwiegend pflanzliche Ernährung positiv auf die Herz-Kreislaufgesundheit auswirkt. Jetzt haben US-amerikanische Wissenschaftler bestätigen können, warum ein hoher Verzehr von insbesondere rotem Fleisch, Eiern und Milchprodukten zu einer höheren kardiovaskulären Sterblichkeitsrate führen kann.
Über diesen Zusammenhang berichteten bereits Studienergebnisse der Berliner Charité, und eine weitere Studie kam zu einem vergleichbaren Ergebnis. Demnach führt ein hoher Verzehr der genannten Lebensmittel zur Bildung eines speziellen Stoffwechselproduktes namens Trimethylamin-N-Oxid (TMAO). Über mehrere Schritte entsteht es in der Leber aus dem Abbau von Cholin- und Carnitin-Verbindungen, die zu einem großen Anteil in Fleisch, Eiern und zahlreichen Milchprodukten enthalten sind. An diesem Stoffwechselprozess sind untern anderem auch bestimmte Darmbakterien beteiligt.
Die aktuelle Studie konnte nun bestätigen, dass ein höherer TMAO-Level zu einem erhöhten kardiovaskulären Risiko und einem verfrühten Tod durch Schlaganfall, Herzinfarkt und weiteren kardiovaskulären Erkrankungen führt. Die Daten von über 19.000 Frauen, die aus dem großen Datenpool der bekannten „Nurses Health Study“ entnommen wurden, und die Auskunft über das langjährige Ernährungsverhalten sowie über die Veränderungen des TMAO-Spiegels im Blut geben, wurden näher unter die Lupe genommen.
Zu Beginn der Studie hatte keine der Teilnehmerinnen einen Herzinfarkt gehabt. Sie wurden über einem zeitlichen Rahmen von etwa 16 Jahren hinsichtlich ihrer Herz-Kreislaufgesundheit beobachtet. Trat bei einzelnen Probandinnen in dieser Zeit ein Herzinfarkt oder Tod aufgrund einer Herz-Kreislauferkrankung ein, so wurden deren gemessene TMAO-Level und deren Daten zum Ernährungsverhalten mit entsprechenden Kontrolldaten weiterer Frauen verglichen, die nicht entsprechend erkrankt waren.
Im Ergebnis zeigte sich, dass ein erhöhter TMAO-Spiegel das Herzinfarkt-Risiko eindeutig anstiegen ließ. Je höher dabei die Werte des Stoffwechselproduktes, desto größer war auch das Erkrankungs- und Sterberisiko. Die schlechtesten gesundheitlichen Aussichten hatten solche Studienteilnehmerinnen, die über Jahre hinweg ein ungesundes Ernährungsverhalten in Bezug auf Fleisch, Ei und Milch zeigten.

Die Studienautoren weisen vor diesem Hintergrund darauf hin, dass hiermit ein weiteres wichtiges Argument dafür gelungen sei, einer vornehmend fleischarmen und gemüsereichen Ernährungsweise zu folgen, um die beschriebenen ungünstigen Wirkungen auf die Herz-Kreislaufgesundheit möglichst zu vermeiden.
Heianza, Y. et al.
Long-Term Changes in Gut Micorbial Metabolite Trimethylamine N-Oxide and Coronary Heart Disease Risk.
J Am Coll Cardiol 2/2020; 75: 763-72.

Klingt es nicht ein bisschen nach Karma, wenn wir Tiere erst in schlechter Haltung qualvoll mästen, sie dann töten und uns mit dem angeblichen Genuss ihres Fleisches oder ihrer Ausbeutung als „Hochleistungsmilchkühe“ und Legehennen in elenden Batterien krank machen ????
Entscheidet selbst …

Und wer immer noch meint, ohne Fleisch kann man keine Leistung bringen, für den habe ich noch das hier gefunden:

Triathlet (!!!!) Jan Frodeno hat Fleischfabrikant Clemens Tönnies und die Politik wegen der Massentierhaltung in Deutschland scharf kritisiert. Frodeno, der selbst vegetarisch lebt, warnte zudem vor den gesundheitlichen Nebenwirkungen von Billigfleisch.
„Die Politik setzt immer nur das um, was populär ist. Das sieht man auch am Fall Tönnies. Dass dieser Mann zuletzt auch noch Geld von der Politik gefordert hat, um seine absolut widerliche Maschinerie am Leben zu erhalten, finde ich unmöglich“, sagte der dreimalige Ironman-Weltmeister im Interview mit FOCUS Online.
Frodeno ist der Meinung, jeder solle sich „mit dem Wohl der Tiere beschäftigen. In Deutschland schaut ja auch jeder Autofahrer, was er für ein Motoröl in sein Auto kippt. Das ganze Industriefleisch, was viele Leute essen, ist mit Hormonen vollgepumpt und wurde unter extremen Stress für die Tiere produziert.“ Außerdem sei die Botschaft, dass „man Fleisch zum Leben braucht, reines Marketing“, sagte der 38-Jährige.
Vor allem Billigfleisch „welches uns im Supermarkt hinterher geschmissen wird, erfüllt nicht die Kriterien von gutem Fleisch“, so der Olympiasieger von 2008. Er selbst lebt seit vier Jahren als Vegetarier. „Nachdem ich aufgehört habe Fleisch zu essen, habe ich sofort die positiven Unterschiede feststellen können.“

Das muss nicht mehr kommentiert werden …

Schöne gesunde Woche noch!

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