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Autor: Kathrin Reitz Seite 2 von 13

Ich bin Kathrin Reitz, fast 58 Jahre alt, Dipl.-Psychologin und nebenberuflich leidenschaftliche Pilates-Trainerin, Autorin und Leserin. Mein derzeitiges Lieblingsmotto: „Lesen, ein Weg ins Leben!" von Manfred Hinrich

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 13. Dezember 2020

Weihnachten steht vor der Tür. Der zweite Lock-down auch. Was ist so schlimm daran? Es sind bald Feiertage, freie Zeit und vielleicht tut es dem ein oder anderen auch mal ganz gut, ein bisschen „besinnlichere“ Weihnacht zu feiern als für gewöhnlich, mit weniger Gästen, weniger Geschenken und weniger Stress. Feiern wir doch stattdessen das Leben. Es steht nämlich noch jemand vor der Tür. Ein Gast, den niemand will und der meistens unangekündigt kommt: Der Tod.

Gestern habe ich im Internet gelesen, dass diejenigen, die sich in diesen Tagen mit dem Virus anstecken, die sein werden, die zu Weihnachten sterben, wenn es zu schlimmen Verläufen kommen sollte. Gruselig, oder? Da kann man sich natürlich fragen, was denn nun wichtiger ist: Fette Geschenke, überbordender Konsum, die kross gebratene Weihnachts-Tierleiche auf dem Tisch und überhaupt viel zu viel zu essen … oder das Leben an sich.

Vielleicht scheint es unpassend, sich in einer Kolumne wie dieser mit einem so „schweren Thema“ zu beschäftigen wie dem Tod, aber ich finde, er gehört dazu. Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt. Während ich diesen nieselig trüben Nachmittag zum Schreiben meines Textes nutze und es mir mit einer Tasse Tee gemütlich mache, ist mein Mann gerade unterwegs zum Altenheim. Er fährt zur Sterbebegleitung von zwei alten Menschen, die ihr Leben hinter sich haben und die nun mehr oder weniger auf dem Weg sind, diese Welt zu verlassen. Ein bisschen hängen sie noch zwischen den Welten, sind noch ein bisschen hier und schon ein wenig drüben, hinter der Tür, die aus dem Diesseits führt. Die 100jährige Dame, die er betreut, freut sich noch immer richtig dolle über den Kaffee, den er ihr gibt. Dann aber taucht sie wieder ab in ihre Zwischenwelt. Und der alte Herr schätzt Gespräche. Solche ohne Scham, Angst und falsche Hoffnung oder die Tränen der Angehörigen, die ihn doch so gerne noch behalten möchten, im Leben. Gespräche über den Tod. Die kann er in aller Ruhe mit meinem Mann führen. Ich finde es großartig, dass er das tut, dass er sich hat ausbilden lassen in der Sterbebegleitung. Das ist sicher kein Weg für jeden von uns, denn das Sterben hat viele Gesichter. Im Rahmen meiner eigenen beruflichen Tätigkeit bin ich damit ebenso konfrontiert worden wie im Privaten. Manchmal war es grausam, unbegreiflich, schockierend oder auch liebevoll, versöhnlich, gütig, erfüllend und bereichernd. Berührt hat es mich immer. Jedes Mal wieder, immer aufs Neue.

Sterben als würdevoller Prozess kann eine tiefe, einzigartige Schönheit entfalten – oder uns seine hässlichste Fratze zeigen.

Und die wollen wir nicht sehen, wenn wir Menschen an Beatmungsschläuchen in kühlen Betten auf Intensivstationen sehen, die alleine sterben, weil sie ansteckend sind. Isoliert. Schnell wegklicken. Im Internet geht so etwas. Im Leben nicht. Es muss uns einfach klar sein: Das, was wir mit unserem Handeln anrichten, bleibt. In uns und in den Kammern unserer Seelen. Es macht etwas mit uns. Für immer. Das ist in beruflichen Entscheidungen so, in Beziehungen und auch, wenn es um den Tod geht. Als ich Anfang November begriffen habe, dass mich dieses Corona-Virus erwischt hatte, war mein erster Gedanke „Oh Gott, wen könntest du angesteckt haben?“. Der Test brachte schnell Klarheit, für mich und für mein Umfeld. Ich hatte meinen Mann und zwei Teilnehmer aus meinem letzten Pilateskurs vor dem „Lockdown light“ angesteckt, obwohl wir auf alle Hygienevorschriften geachtet hatten. Es war und ist ein ekelhaftes Gefühl. Da kann man dann versuchen, sich selber etwas schön zu reden … „ich wusste das nicht“, „vielleicht war ich das ja doch nicht“, „hatte ja selber noch keine Symptome“ usw. Fakt ist, drei Menschen in meinem Umfeld sind krank geworden. Durch mich. Das war einfach belastend. Ich möchte mir nun wirklich nicht vorstellen, wie es sein muss, sagen zu müssen: Da sind Menschen gestorben. Durch mich.

Das ist eine Lebenslast, die ich nicht tragen möchte. Also übernehme ich Verantwortung und versuche auch jetzt, andere zu schützen. Ganz ehrlich? Was wiegt da schon ein etwas anderes Weihnachtsfest als alle die, die wir schon gefeiert haben? Feste kann man ohne Probleme nachfeiern, aber wenn ein Mensch von dieser Erde geht, ist er in seiner Gestalt verschwunden. Dann ist alles, was wir noch haben, die Berührung mit seiner Seele und schöne Erinnerungen … hoffentlich. Denn wer will sich schon ein Leben lang an die Schuld erinnern, diesen geliebten Menschen durch den eigenen Egoismus zu früh aus dem Leben geschupst zu haben? Also ich kann aus diesem Grund auf Besuche, Theater und Konzerte, Feiern und geselliges Beisammensein verzichten. So sehr wie ich das vermisse, denn ich liebe all das wirklich. Aber ich liebe auch die Menschen, mit denen ich zusammen bin.

Und ich wünsche allen, dass sie nicht vor ihrer Zeit gehen müssen.

Schöne Woche noch … und feiert das Leben!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 29.November 2020

1. Advent

So, da wären wir schon wieder in der Weihnachtszeit. Der erste Advent steht an, kaum dass der Black Friday über uns hinweg gerollt ist. Wir wollen den Planeten retten, aber auf Konsum nicht verzichten. Wir rücken den Wildtieren immer weiter auf die Pelle, riskieren damit Zoonosen und in der Folge virale Pandemien, die unsere Welt überziehen wie todbringende Wolken, aber bitte. Konsum soll sein. Alle Jahre wieder.

Dieses Jahr wird es allerdings im Advent -und erst recht zur Weihnachtszeit- in jedem Fall anders als sonst: Komplizierter. Dabei ist der Grundgedanke irgendwie ein anderer …

Hier ein paar „Wissens-Splitter“ zum Advent:

Advent (lateinisch adventus „Ankunft“), eigentlich adventus Domini (lat. für Ankunft des Herrn), bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten, vorbereitet. Die Adventszeit war anfangs – möglicherweise ab der Mitte des 4. Jahrhunderts – eine Fastenzeit, die die Alte Kirche auf die Tage zwischen dem Martinstag (11. November) und dem ursprünglichen Termin festlegte, an dem die Geburt Jesu gefeiert wurde, dem Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar. Die Adventszeit in der vierwöchigen Form mit Bezug auf Weihnachten geht auf das 7. Jahrhundert zurück. Sie wurde tempus ante natale Domini („Zeit vor der Geburt des Herrn“) oder tempus adventūs Domini („Zeit der Ankunft des Herrn“) genannt. Papst Gregor der Große legte die Zahl der Sonntage im Advent für die Westkirche auf vier fest. Die vier Sonntage standen symbolisch für die viertausend Jahre, die die Menschen gemäß damaliger Auffassung nach dem Sündenfall auf den Erlöser warten mussten.

UND – hier kommt ein ganz aktueller Bezug: Die Adventszeit galt wie die Fastenzeit vor Ostern seit dem Mittelalter bis in die Jetztzeit als „geschlossene Zeit“. In geschlossenen Zeiten durfte nicht getanzt und aufwändig gefeiert werden. Auch feierliche Trauungen durften in geschlossenen Zeiten nicht stattfinden, stille Trauungen dagegen schon. Seit 1917 wird das Adventsfasten vom katholischen Kirchenrecht nicht mehr verlangt.

Heute können wir (leider) ergänzen: Im Jahre 2020 ist die Adventzeit mehr oder weniger wohl wieder eine „geschlossene Zeit“. Das hat weniger mit Kirchenrecht zu tun, mit Nächstenliebe wohl schon eher. Denn es wird eine ziemlich emotional-moralische Entscheidung, die wir zu Weihnachten 2020 treffen müssen. Wen sehen wir wann? Und wen vielleicht besser nicht? Jede und jeder Einzelne von uns muss mit dem, was an den Festtagen, danach und auch zu Sylvester geschieht leben. Mit ALLEN Konsequenzen, die durch das eigene Handeln verursacht werden. Die Wissenschaftler und Politiker können sich nicht einigen, das liegt wohl in der Sache selbst begründet. Wir aber müssen das. Wir müssen Entscheidungen treffen, uns einigen und uns festlegen. Ich glaube, dass das bei realistischem Menschenverstand auch gar nicht so schwer ist. Denn was ich lieb habe, das schütze ich. Immer.

Auch im Advent – und auch, wenn der in diesem Jahr mit „Kontakt-Fasten“ beginnt.

Ich wünsche Euch einen schönen ersten Advent. Wie auch immer.

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 22.November 2020

So, jetzt dürfen wir offiziell und virenfrei wieder raus. Corona ist überstanden und wir setzen unsere Füße wieder zurück ins Leben, das geht mal schwankend, mal zügig und dann wieder ein bisschen langsamer, aber so ist es.

Etwas anderes ist viel schlimmer: Es ist schon hart, wenn du rauskommst, die Kürbisse gerade verdaut hast und dann ist auf einmal Weihnachten. Advent-Gestecke an den Blumenläden. Die haben sie doch nicht mehr alle! Viel zu früh, in diesem Jahr.

Dachten wir.

Bis wir festgestellt haben, dass uns mal eben schlappe drei Wochen fehlen. Das wirft zurück, kann ich euch sagen. Ich habe noch nicht mal 4 adventlich-geeignete Kerzen irgendwo rumliegen, die ich auf ein Tellerchen stellen und mit Lametta bewerfen könnte.

2020 sieht nach Teelicht-Weihnacht aus. XXS -Xmas light, sozusagen. Passend zum Lockdown light. Jetzt, wo ich wieder unterwegs sein darf und Einkaufen kann, muss ich da wohl dringend etwas unternehmen und hübsche Kerzen besorgen. Allerdings habe ich bei meinen ersten „Ausgängen“ nach der Quarantäne so ein wildes, unbändiges Freiheitsgefühl gehabt – und musste feststellen: Corona hat was mit mir gemacht.

So eine Ruhezeit -und auch ein Lockdown- haben die Qualität einer Lebens-Steinschleuder. Ganz langsam entwickelt die erzwungene Ruhe ihre eigene Kraft, zieht das innere Geduldsfädchen immer weiter an … bis es nicht mehr weitergeht! Dann will die Seele einfach wieder vorwärts schießen, raus, umarmen, Freunde treffen, lachen, fremde Welten bereisen. Teilhaben … und meine Seele möchte das auch gerne ZACKIG.

Schnell sein macht manchmal einfach Spaß. Okay, aufgrund mangelnder Kondition ist das körperlich-muskulär noch ein bisschen schwierig. Aber im Auto, da geht noch was! Zügig Auto fahren macht Spaß. Dachte ich. Aber entweder sind tatsächlich viele, viel langsamere, ältere Herrschaften in ihren Autos auch immer gerade dann unterwegs, wenn ich es bin (die alle zu dieser Jahreszeit vielleicht sonst in Spanien wären, wer weiß), oder meine Nerven sind im „postviralen-Corona-Modus“ strapazierter als sonst. In den letzten Tagen habe ich viele Atemübungen im Auto machen müssen, um mich zur Ruhe zu zwingen und mehr als zwanzig Zentimeter Abstand zum Vordermann zu lassen. Viele, viele Atemübungen. Dabei habe ich während der erzwungenen Lockdown- und Quarantäne-Zeiten 2020 ja durchaus Gas gegeben. Im Sitzen. Beim Schreiben. Und dadurch sind traumhafte Dinge wahrgeworden. Denn während ich meinen matten Körper geschont habe, damit der die Herrschaft über die Viren zurückgewinnen kann, haben im Hintergrund die Heinzelmännchen von der imageDRUCK+MEDIEN GmbH ein neues Buch gedruckt.

Hurra!!!

Am Mittwoch wird geliefert.

`Die letzte Hexe vom Mont-Saint-Michel. Teil I.: Der Schatten der Ahnin`

Ich freue mich sooooo sehr! Und kann Ihnen, lieber Dirk Rütgers und dir, wundervoll kreative Julia Rigo gar nicht genug danken. Es ist immer wieder ein Fest, mit diesem Team zusammen zu arbeiten!

Also habe ich gedacht, wenn schon mein Körper Ruhe braucht und weit weg von seinem sonstigen Fitness-Zustand ein bisschen vor sich hin modert, dann kann ich wenigstens meinen Kopf benutzen. Und der hat dankenswerterweise tatsächlich auch während der Corona-Quarantäne gut funktioniert. Ich konnte in den zurückliegenden drei Wochen fleißig an Band zwei arbeiten (von insgesamt drei Bänden). Was soll ich sagen: Das hat super funktioniert …. Ein Kapitel fehlt noch, dann geht auch dieses Manuskript in die Korrekturphase. Weihnachten ist also gar nicht mehr nötig, wenn ich es richtig überdenke. Meine größte Freude kommt ja schon viel früher: Am Mittwoch. Für mich wird damit ein Traum Wahrheit, denn dieses Buch bedeutet mir unendlich viel.

Oder, um es mit Walt Disney zu sagen: „Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen“. Okay, Mut hatte ich. Ein tolles Team auch. Und Corona. Das reicht ja erstmal ….

Schöne Woche noch, träumt was Schönes – und bleibt bitte alle gesund!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 15.November 2020

Da bin ich wieder. Nicht gerade wie Phönix aus der Asche, aber immerhin aufgetaucht aus dem Sumpf der bösen Chinaviren. Blass, mit Ringen unter den Augen, schnell erschöpft und mit ordentlich Muskelschwund an den zittrigen Beinen.

Zustand nach 14 Tagen Quarantäne.

Ich hatte Corona, den sogenannten milden Verlauf. Wie die anderen Verläufe sind, möchte ich gar nicht wissen. Mir hat es auch so gereicht. Diese Ansteckung war wie im Bilderbuch: Eine Dame, die ich Ende Oktober beraten habe, hat sich am Wochenende zuvor mit der Freundin getroffen hatte -beide total symptomlos- und wurde zwei Tage später positiv getestet. BÄM, da hatte es mich ganz still und heimlich schon erwischt. 5 Tage lang habe ich so gut wie gar nichts gemerkt, dann hat es mich umgehauen.

Covid-19-Blitz.

Vor genau 2 Wochen war ich „couch-lägerig“. Samstag und Sonntag zogen im Fieberwahn an mir vorbei, Essen ging nicht, nur schlafen. Danach wurde es täglich in Mini-Babyschritten besser. Meinen Mann hat es drei Tage später natürlich auch erwischt, sein Verlauf begann nicht so rasant, dafür hatte er mehr von diesen typischen Symptomen und auch einen vorübergehenden Riechverlust.

Unser persönlicher „Covid-knock-down“ war irgendwie aber auch unfassbar schön. Das lag nun nicht an unserem Zustand, der schon teilweise übel war, sondern an den Freunden und Nachbarn um uns herum. Du liebe Güte, wie viele Wünsche und Fragen es gab, ob wir irgendwas bräuchten. Die Nachbarn waren total süß und haben eingekauft, der Sohn hing auch in Quarantäne, bekam das Essen mit Mundmaske und OP-Handschuhen ins Zimmer gereicht, wie mir über die sozialen Medien berichtet wurde. So kann man auch über whatsapp zusammen lachen …

In den Einkaufstüten waren süße Leckerchen versteckt, die wir gar nicht bestellt hatten. Das hat mich extrem berührt, das war wie Kindergeburtstag mit Überraschung. Toll! Einfach schön. Dann die Freundin, die ihr bestes Heilwasser vor die Tür gestellt hat oder die zweite wunderbare Fee, die zu den bestellten Einkäufen ebenfalls liebevolle Extras, eine Zeitschrift und weitere Süßigkeiten angeschleppt hat … wieder ganz einfach liebevoll. Das berührt das Herzchen, gerade, weil es einem nicht so gut geht. Und dann gab es noch die echten Wichtel, die einfach so vorbei gekommen sind.

Ohne Ankündigung: Es klingelt, ein Auto fährt weg und du guckst vor die Tür (weil du etwas länger brauchst, siehst du natürlich niemanden mehr): Da stand dann z.B. eine Kiste mit Dingen, von denen ein Freund meines Mannes dachte, wir könnten die a.) gebrauchen und würden uns b.) freuen – haben wir. Und wie! Mit dieser Aktion hätten wir nie gerechnet – große Klasse! Oder du findest den schönsten Obstkorb voller Südfrüchte, den du je gesehen hast. Mehr so Abteilung Präsentkorb, weil die Wichtelfee, die du natürlich wegen deines Covid-19-Schneckentempos wieder nicht gesehen hast, sooooo unfassbar lieb an uns gedacht hat … hach, das ist was für das Seelchen gewesen!!!

Da kann man ja nur ganz schnell wieder einigermaßen zügig wieder auf die Beine kommen. Dummerweise habe ich jederzeit immer alles schmecken können und war auch fit genug, um täglich frisch zu kochen. Das lästigste Symptom, das ich hatte, war so ein böser Appetit auf Süßkram. Und liebevolle Süßigkeiten flatterten ja nun ständig ins Haus. Komisch, selbst nach einer ganzen Packung Dominosteine war mir immer noch nicht übel. Ich sage euch, dass wäre bei einem französischen Schlemmer-Virus sicher anders gewesen, da wäre Klasse statt Masse das virale Motto gewesen! Aber Chinaviren sind halt gnadenlos und fordern immer mehr. Hauptsache viel. Haltlos sind die und gierig, die Biester.

Ab der kommenden Woche, wenn ich dann -hoffentlich- noch ein bisschen fitter bin, kann ich sehen, wie ich die süße Last wieder von meinen Hüften bekomme … aber bis dahin lasse ich es langsam angehen. Schnell geht auch wirklich noch nicht, so eine Genesung braucht eine Weile, das spüren wir beide leider genau.

Machen wir halt auf Rehaklinik … läuft. Langsam, aber: Läuft!

Mein echtes Mitgefühl gilt allerdings all jenen, die schwere Verläufe mit Etagenwechsel der Viren in die Lungen erleben müssen, das muss wirklich ganz, ganz schrecklich sein und das macht mich traurig. Die Bilder der Intensivstationen, die es dauernd zu sehen gibt, kann ich kaum ertragen …. Deswegen lasst uns nicht schimpfen, halten wir Abstand mit Maske und stehen wir diese Krise auf diese Weise zusammen durch.

Ach ja: Querdenker sollten aus meiner Sicht übrigens zum sozialen Praktikum in die überfüllten Corona-Kliniken nach Neapel (oder einem anderen schönen Hot-Spot-Ziel) geflogen werden. Da es das Virus aus deren verquerer Aluhütchen-Sicht gar nicht gibt, können sie sich da ja auch nicht anstecken. Im Kleingedruckten gibt es den Zusatz: Keine Maske getragen = im -unwahrscheinlichen- Erkrankungsfall hinten anstellen. Wäre doch ideal, lassen wir sie da Wasser und Kaffee oder Essen verteilen – klar, ohne Maske natürlich!

Zwei Fliegen mit einer Klappe. Hin … und weg.

Brave und rücksichtsvolle Bürger „first“, please!!!!!Passt auf euch auf und bleibt gesund. Alles Andere schaffen wir. Zusammen.

Schöne Woche noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 25. Oktober 2020

Da wären wir also mitten in Covid-Welle Nummer zwei – und das, obwohl das eigentlich niemand gewollt hat. Der Umgang mit dieser nervigen, existenzbedrohlichen Krise? Der fällt laut Aussagen einiger Psychologen und Wissenschaftlern jenen Menschen leichter, die „starke Nerven“ haben, die „resilient“ sind (Resilienz -oder auch psychische Widerstandskraft- meint die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche Ressourcen als Anlass für Entwicklung nutzen zu können). Diese innere Stabilität liegt zu aller größten Teilen schon in den Genen, die wir mit in dieses Leben bringen und entgegen jenen noch so reißerisch klingenden Seminar- und Buchtiteln:

Man kann echte Resilienz NICHT lernen.

Jede und jeder Psycho oder Coach, der sich mit so wunderbaren Instrumenten wie dem Reiss -oder Luxx Profile oder dem ID 37 zur Persönlichkeitstestung auseinandergesetzt hat, weiß das. Wir alle bringen eine Persönlichkeitsanlage mit in diese Welt. Die Experten streiten über die genaue Zahl, aber ungefähr 60 % unserer Anlage sind deutlich „fester“ ausgeprägt (und damit über die Lebensspannen stabil), als wir uns das vielleicht wünschen. Natürlich prägt uns unser Umfeld, die sozialen Kontakte usw., insbesondere in den ersten drei Lebensjahren. Wir sind unseren Genen nicht vollkommen ausgeliefert – aber psychische Wachstum kann nur -und wirklich nur- innerhalb unserer persönlichen Grenzen geschehen.

Ich kann kein anderer Mensch werden. Nie.

Der Volksmund sagt dazu „niemand kann aus seiner Haut“. So sehe ich das auch – aber diese „Persönlichkeitshaut“ ist dankenswerterweise dehnbar. Entwickelbar. Da ich Bilder und bildliche Vergleiche liebe (da kann ich nunmal nicht aus meiner Haut), beschreibe ich die Persönlichkeit gerne als einen viel zu großen, schlotternden Strampelanzug, wie Babies ihn oft tragen. Wir kommen damit auf die Welt, aber er ist noch zu groß, wir wollen noch reinwachsen, haben Raum für Entwicklung und Entfaltung. Später, in den jungen Erwachsenenjahren, sitzt er schon deutlich besser, dieser Anzug und als älterer Mensch ist der dann „richtig spack“. Maßgeschneidert. Sitzt, passt, hat keine Luft mehr.

Jeder von euch kennt sicher jemanden, der jemanden kennt, der im Alter so richtig „sperrig, schwierig und eigen“ geworden ist, oder?

Das werden wir alle …. Eben je nach der Anlage der Persönlichkeit, die wir mitbringen: Nett oder weniger nett, besserwisserisch, bestimmend oder verwöhnend, gesellig oder eben schnell genervt von anderen Menschen, um nur ein paar Möglichkeiten zu nennen.

Auch hier hat der Volksmund einen schönen Spruch. „Ein (Persönlichkeits-) Bäumchen biegt sich, ein Baum nicht mehr.“

Aus einem wirklich ängstlichen Mensch mache ich keinen total mutigen Menschen, aus einem Einzelgänger kein Rudelwesen. Wir sind, wer wir sind – und damit in jeglicher Ausprägung auch vollkommen in Ordnung. Die Welt braucht jeden Einzelnen von uns. Jede und jeder hat Fähigkeiten und Talente, die einer Gemeinschaft nutzen könnten – nur auf unterschiedlichste Art und Weise.

Und jede und jeder hat ein anderes Nervenkostüm …Im Moment, im Augenblick einer Krise, da benötigen die stillen, einsamen und ängstlichen Wesen unter uns vielleicht ein bisschen mehr Unterstützung. Genau das könnten eigentlich gut diejenigen leisten, die grundsätzlich ein bisschen mehr Optimismus und Resilienz mit in der Wiege hatten. Empathie, Akzeptanz und ein guter Schuss aktive Nächstenhilfe, das wäre jetzt super!

Es heißt so schön „Die Schlauen suchen in der Krise die Lösung der Probleme, die anderen klagen an, zeigen mit den Fingern, jammern und suchen einen Schuldigen!“

Könnten wir nicht voller Respekt und Mitgefühl einfach aktiv füreinander da sein? Bitte? Dann würde das schon klappen. Auch mit dieser Krise …

Schöne gesunde Woche noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 18. Oktober 2020

Herbst 2020. Wir wussten, dass er kommt. Genau so, wie er sich jetzt präsentiert. Draußen trüber grauer Himmel, leuchtend buntes Laub an den Bäumen, Nebel auf den Wiesen am Morgen und: Masken auf Mündern und Nasen. Trotzdem ist die Empörung groß, die Sorge und vielleicht auch die Angst noch viel größer. Verständlich. Mir ist auch ein bisschen mulmig zumute.

Die, die im weiteren Umfeld des Gesundheitswesens arbeiten, kennen die Menschen, die am Virus leiden oder gelitten haben. Sie kennen die, die wieder gesund geworden sind und auch die, die noch immer Symptome haben, obwohl sie als „geheilt“ gelten. Sie kennen auch jene, die trotz invasiver Beatmung gestorben sind. Die Mitbürger, die an anderen Orten arbeiten, kennen das vielleicht nicht und einige meinen aus diesem Grund, dass es ein Covid-19 Virus nicht gibt. Soweit die bekannten Fakten.

Ich stelle mir seit Freitag, seit die Stimmung aufgrund der massiv steigenden Infektionszahlen irgendwie „gefühlt düsterer, besorgter“ geworden ist, eine ganz andere Frage:

Können eigentlich Menschen, die nachweislich durch Rücksichtslosigkeit oder Ignoranz anderer krank geworden sind, so etwas verzeihen? Muss man denn überhaupt immer alles verzeihen? Will ich denn z.B. persönlich im aktuellen Fall den Chinesen ihren Umgang mit Tieren auf elenden Märkten -und dem Versuch des Vertuschens einer „neuen Lungenkrankheit“-, verzeihen, der zu der Pandemie geführt hat? Ehrlich gesagt: Nein. Will ich nicht!

Was sagt denn die Literatur zum Umgang mit „Verzeihen oder nicht?“ Ich hab mal wieder ein bisschen herumgeschaut und bin auf ein sehr interessantes Buch gestoßen: „Die zweite Chance -Warum wir nicht alles verzeihen sollten“. Die Philosophieprofessorin Susanne Boshammer gibt uns Anregungen zu diesem Thema. In der Kolumne von Ildiko´von Küthy, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Brigitte abgedruckt ist, wird Frau Boshammer interessanterweise auch zitiert, das Thema ist offensichtlich von Allgemeininteresse. Neben all dem, was wir schon über das Thema Vergeben und Verzeihen kennen, u.a. die sicherlich wunderbare, psychologisch heilsame Wirkung einer echten Vergebung, haben wir sicher schon einmal Situationen erlebt, die „Drüber“ waren. Unverzeihlich. Nicht wieder gut zu machen. Ich habe so etwas auch schon erlebt, mehrfach. Leider.

Frau Boshammer dazu: „In der Verweigerung von Vergebung zeigt sich Größe – auch wenn das in unserer allgemeinen Verzeihenskultur unpopulär ist. An dem, was Menschen und Gesellschaft nicht verzeihen, erkennt man ihre sittliche Kultur.

Wo verlaufen die Grenzen zum Unverzeihlichen?

Um diese Frage beantworten zu können, darf man nicht nachsichtig sein. Man muss genau hinschauen, das Unrecht, das einem widerfahren ist, benennen, Verletzungen zeigen, Konfrontation aushalten. Das ist ein Prozess, an dessen Ende das Verzeihen oder eben auch das Nichtverzeihen stehen kann.“

Sie ist einerseits der Ansicht, dass Vergebung Entlastung bedeutet, die sicherlich gut tun kann. Aber sich selber und dem anderen eben diese Entlastung NICHT zu liefern, kann andererseits auch ein Akt der Selbstachtung und Solidarität mit sich selber sein.

Wow! Ein starker Satz, oder?

Sie meint weiter, dass es manchmal hart sei, an den eigenen Prinzipien festzuhalten – denn nicht zu vergeben muss erst einmal ausgehalten werden. Die Autorin: „Letztlich geht es beim Verzeihen und auch beim Nicht-Verzeihen darum, die Regie über die eigenen Affekte zu übernehmen, darum, selbst zu entscheiden, wie man mit den Folgen des erlittenen Unrechts umgeht, darum, Autorität zurückzugewinnen und zur Autorin der eigenen Geschichte zu werden.“

Ihre Worte haben mich sehr nachdenklich gemacht … Mann kann das Thema allerdings auch kürzer beschreiben. Etwas so, wie es der verstorbene Karl Lagerfeld getan hat: „Wer mich hintergeht, muss wissen, dass `Vergebung` nicht zu meinem Wortschatz zählt“.

Klares Statement, Herr Lagerfeld!

Wir können ja nochmal überlegen, wie sich das so im Einzelfall darstellt und genau das muss jeder für sich selbst entscheiden. In jedem einzelnen Fall. Sicher ist es grundsätzlich großartig, Vergeben zu können. Aber manchmal -ganz selten, hoffentlich-, ist es das eben nicht. Dann sollten wir wohl Größe zeigen.

Und zu uns stehen, uns selbst achten.

Schöne Woche noch und bleibt gesund!

Schreibschwesters Kolumen zum Sonntag, 11. Oktober 2020

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber ich kann allmählich keine Nachrichten mehr sehen, hören oder lesen. Alles ist schlecht und wird immer schlechter, eine Katastrophe jagt die nächste … das ist echter Depri-Katastrophen-Journalismus! Nicht zu ertragen. Um nicht in die verfrühte Winterdepression zu verfallen, habe ich gerade erst einmal ein paar einfache Yoga- und Pilatesübungen gemacht und dann gegoogelt, um heraus zu finden, warum man sich eigentlich nach Yoga oder Pilatesübungen immer gleich viel besser fühlt.

Und siehe da, ein Artikel hat meine gleich spürbar gehoben. Den will ich Euch nicht vorenthalten:Aus www.womenshealth.de: Chakren:

So kommst du in 7 Chakren zum Yoga-High

Oder Namastay on the couch:

Sofa-Yoga „Warum fühlen wir uns nach einer Stunde auf der Matte eigentlich so beschwingt, frei und voller Energie? Ganz einfach: Weil du dabei Energie durch deine Chakren lenkst. Tschakka?! Nein, nein: Chakra. Beim Yoga ist immer wieder die Rede von Chakren. Aber was soll das sein? Wir erklären das kurz. Kurz gesagt sind die 7 Chakren deine spirituellen Energiezentren, die sich auf Körper, Geist und Seele auswirken und für das beschwingte Post-Yoga-Feeling sorgen. Glaubst du nicht? Probier’s aus:

Was sind Chakren überhaupt?

Laut Yogalehre durchziehen den Körper tausende feinstoffliche Energiebahnen (Nadis). „Die Chakren sind die Verkehrsknotenpunkte dieser energetischen Infrastruktur“, sagt Yogalehrer-Ausbilderin Marion Schwarzat. Die Knoten sind entlang der Wirbelsäule angeordnet und „schwingen“ in einer bestimmten Frequenz, die sich auf Körper, Geist und Seele auswirkt. Das Chakrensystem ist bisher nicht wissenschaftlich belegt, doch viele Naturheilverfahren beziehen sich darauf. Alles Unfug? Ein Allgemeinmediziner widerspricht: „Dort, wo die Inder die Chakren verorten, befinden sich im Körper dicke Nervenkörperansammlungen des vegetativen Nervensystems, sogenannte Ganglien. Die Chakren sind also keine reine Erfindung“, erklärt Dr. Michael Feld, Allgemeinmediziner aus Köln. Die Lage der Chakren entspricht denen der Hauptnervenzentren des Körpers und seinen wichtigsten endokrinen Drüsen.

Welche Bedeutung haben die Chakren?

Jedes Chakra ist mit einem großen Lebensthema verknüpft. „Das ist auch der Grund, weshalb Yoga berührt: Weil wir tiefe Themen erreichen, ohne es sagen zu müssen“, sagt Schwarzat. Schauen wir uns die 7 Chakren und ihre Wirkung genauer und testen, wie es bei dir um die einzelnen Chakren steht. Die Bedeutung und Wirkung der 7 Chakren:

1. Das Wurzelchakra Wirkung: physisch erdend, emotional beruhigend, mental stabilisierend, spirituell vertrauend. Affirmation: „Ich bin sicher!“

„Das Wurzelchakra, Muladhara, ist aus meiner Sicht das wichtigste Chakra, da es für Sicherheit und Stabilität verantwortlich ist“, sagt Schwarzat. Es befindet sich im Beckenboden zwischen den beiden Sitzbeinknochen und verwurzelt uns auf der Erde. Hier schlummert die sogenannte „Kundalini Shakti“, die Energie, die beim Yoga über die Chakren entlang der Wirbelsäule bis nach oben zur Krone des Kopfes geleitet werden soll. „Wie es um das Wurzelchakra steht, entscheidet sich in den ersten 7 Lebensjahren. Wer in schwierigen Verhältnissen aufwächst und sich als Kind nicht sicher und geborgen fühlt, trägt diese Unsicherheit oft auch als Erwachsener noch in sich.“ Diese Menschen sind oft ängstlich und schnell erschöpft. Was hilft? Alles, was dich erdet. Verbringe möglichst viel Zeit in der Natur und gehe viel barfuß.

2. Das Sakralchakra Wirkung: physisch lockernd, emotional befreiend, mental zulassend, spirituell öffnend. Affirmation: „Ich habe das Recht zu fühlen und meinen Gefühlen zu vertrauen“. Das Sakralchakra, Svadhishthana, liegt etwa eine Hand breit unterhalb des Bauchnabels in der Mitte des Beckens und ist dein emotionales Energiezentrum. „Es wird dem Element Wasser zugeordnet, und da der menschliche Körper zu über 65 Prozent aus Wasser besteht, hat es energetische Auswirkungen, wenn wir mit fließenden Bewegungen beim Yoga das Wasser in uns zum Schwingen bringen: So kommen wir aus dem Denken mehr ins Fühlen.“ Umgangssprachlich bezeichnen wir es häufig als „Bauchgefühl“ – wenn wir Schmetterlinge im Bauch haben oder ein beklemmendes, mulmiges Gefühl. Du spürst eher letzteres? Dann entdecke deine spielerische Seite und erinnere dich daran, was dir als Kind im Alter von 7 bis 14 Jahren Freude bereitet hat.

3. Das Solarplexuschakra Wirkung: physisch stärkend, emotional aufbauend, mental fokussierend, spirituell aktivierend. Affirmation: „Ich übernehme die Verantwortung, die ich für mein Leben trage“. Das Solarplexuschakra, häufig auch Manipura oder Sonnengeflecht genannt, liegt zwischen den unteren Rippenbögen eine Hand breit unter dem Brustbein. „Hier entsteht unser inneres Feuer, die Willenskraft, die uns antreibt und unser Handeln lenkt“, sagt die Yoga-Expertin. „Wenn das Solarplexuschakar ausgeglichen ist, sind wir sozusagen Feuer und Flamme, nehmen Herausforderungen an und reagieren ganz spontan – aus dem Bauch heraus – auf unterschiedliche Situationen. „Selbstvertrauen und -behauptung entwickeln sich laut Chakrenlehre in der Jugend. Menschen, deren drittes Chakra geschwächt ist, fehlt es an Lebensenergie und Selbstwertgefühl, was oft zu einer passiven Opferhaltung führt. Ein überaktives drittes Chakra äußert sich hingegen in Kontrollwahn, übertriebenem Ehrgeiz, Egoismus und ständiger Rebellion.

4. Das Herzchakra Wirkung: physisch weitend, emotional zuwendend, mental öffnend, spirituell verbindend. Affirmation: „Ich liebe mich selbst, wie ich bin. Mit Respekt, Ehrlichkeit, Verständnis und Geduld.“ Das Herzchakra, Anahata, befindet sich auf Höhe des anatomischen Herzens, ist aber nicht nach links verschoben, sondern in der Mitte des Brustkorbs. Während die drei unteren Chakren für Stabilität und die drei oberen für Freiheit stehen, symbolisiert das vierte Chakra die ausgleichende Mitte und steht vor allem für Liebe und Mitgefühl. „Die Energie des Herzchakras macht uns liebevoll, mitfühlend und warmherzig.“ Menschen mit einem schwachen Herzchakra tun sich laut Chakrenlehre schwer damit, Zuneigung zu zeigen und Kontakt zuzulassen. Das Element, das dem Herzchakra zugeordnet ist, ist Luft, da es auch auf die Lunge wirkt. „Eine herzöffnende Yogasequenz mit vielen Rückbeugen weitet den Brustkorb und leitet so auch mehr Energie ins Herzchakra“, sagt Schwarzat.

5. Das Kehlchakra Wirkung: physisch befreiend, emotional wahrnehmend, mental klärend, spirituell reinigend. Affirmation „Ich hab etwas zu sagen und bin es wert, gehört zu werden.“ „Beim Kehlchakra, Vishuddha, geht es darum, in seine Authentizität zu finden und zu lernen, sich klar auszudrücken“, sagt die Yoagausbilderin. Es liegt in der Mitte des Halses und beeinflusst unsere Kommunikation – das Sprechen, aber auch das Zuhören. Letzteres fällt besonders schwer, wenn das Chakra überaktiv ist. Sehr schüchterne Menschen, die sich nicht trauen, ihre Meinung zu sagen, haben oft ein schwaches Halschakra. „Es steht für all die Dinge, die wir nicht gesagt haben, die uns im Hals steckengeblieben sind und so immer noch auf der Seele liegen“, sagt Marion Schwarzat. Was hilft? Singen und jede Form des kreativen, stimmlichen Ausdrucks. Auch wenn du dich für unmusikalisch hältst: ein Lied zu summen, hilft dein Halschakra in Schwung zu bringen. Versuche weniger zu reden, aber mehr zu sagen.

6. Das Stirnchakra Wirkung: physisch wahrnehmend, emotional erfüllend, mental klärend, emotional inspirierend. Affirmation: „Ich folge meiner Vision.“ „Wer bin ich? – Diese Frage steht beim Ajna-Chakra, dem Stirnchakra, im Vordergrund.“ Es befindet sich in der Mitte des Kopfes zwischen den Augenbrauen und wird häufig auch „drittes Auge“ genannt. Das dritte Auge versteht, was die physischen Augen sehen. Laut Chakrenlehre bekommt dieses Chakra insbesondere ab dem 36. Lebensjahr eine größere Bedeutung, wenn sich der Blick auf das Leben verändert, weil sich unsere Illusionen durch Enttäuschungen auflösen und wir unserer eigenen Vision folgen. Menschen mit einem starken Stirnchakra haben oft besonders gute Ideen. Ein geschwächtes Strinchakra äußert sich in Konzentrationsschwäche, Engstirnigkeit und Festhalten an unrealistischen Zielen.

7. Das Kronenchakra Wirkung: physisch aufrichtend, emotional beruhigend, mental entspannend, spirituell erhebend. Affirmation: „Ich nehme die Welt an wie sie ist, ich bin ein Teil davon.“ Das siebte Chakra, Sahasrara, liegt am Scheitel, der Krone des Kopfes. Hier geht es um die Erweiterung des Bewusstseins und darum, zu erkennen, dass alles mit allem verbunden ist. Klingt abgehoben, ist aber ein ganz menschliches Bedürfnis. Seit jeher suchen Menschen in Religion und Spiritualität eine Verbundenheit, um die innere Leere zu füllen. „Während uns das Wurzelchakra auf der Erde verwurzelt, verbindet uns das Kronenchakra mit unserem inneren Licht“, sagt Schwarzat. Die Energie des Kronenchakras erzeugt ein Gefühl von Harmonie und tiefem Frieden. Menschen mit einem schwachen Kronenchakra sind oft misstrauisch, haben Schwierigkeiten sich zu entscheiden und spüren eine scheinbar grundlose Unzufriedenheit, die sich manchmal in einer Midlifecrisis äußert und dazu führt, dass wir uns auf das Wesentliche im Leben besinnen und von vorn beginnen. Du auch?

Wie kann ich Chakren aktivieren oder reinigen?

Es gibt viele verschieden Formen der Chakren-Arbeit. Yoga ist ein Beispiel. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob die Yogalehrerin in der Stunde von Chakren spricht oder nicht, denn jede Vinyasa-Yogastunde ist entlang der Chakrenleiter aufgebaut und wirkt deshalb auch energetisch. Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, dem empfehlen wir das Buch „Innen.Aussen – Das Yoga-Chakra-Buch“ von Elena Lustig und Annette Söhnlein.“

Da kann ich nur sagen: Lasst uns turnen, Schwestern! Das ist allemal lustiger und erfüllender, als sich weinend voller Angst im Elend der Welt zu winden. Wenn wir nicht nur für unsere Chakren sorgen, sondern auch alle ein bisschen rücksichtsvoll bleiben – wer weiß? Vielleicht dürfen wir dann unsere geschmeidigen Körper mit den gut durchfluteten Chakren bald wieder auf den Straßen tanzen lassen … wäre doch schön!

Schöne geschmeidige Woche voller positiver Gedanken noch!

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Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 4. Oktober 2020

Jetzt heißt es also in Aachen: „Ich bin bereit.“

Na gut. Auch wenn mir Sybille Keupen wirklich außerordentlich sympathisch ist, hege ich klitzekleine Befürchtungen hinsichtlich dieser „Bereitschaft“ – beziehungsweise ihrer tatsächlichen, praktikablen Umsetzung in den Alltag dieser Stadt. Und das, obwohl ich ihr bei der Stichwahl auch meine Stimme gegeben habe. Warum? Ich schätze diese Frau und ich finde, dass es an der Zeit ist, in Aachen Veränderungen vorzunehmen. Nur diese Sache mit den Grünen, die gefällt mir nicht so wirklich, denn noch immer würde ich diese Partei als unprofessionell, chaotisch und in vielerlei Hinsicht als alles andere als „Grün“ bezeichnen. Aber immerhin habe ich doch die vage Hoffnung, dass wir „Grün mit Augenmaß“ werden, denn das traue ich Frau Keupen zu – sonst hätte ich sie nicht gewählt.

Anlässlich dieses Slogans habe ich mir nach der OB-Wahl die Frage gestellt, wozu, zu welchen Veränderungen bin ich denn eigentlich bereit? Hier einige Gedanken: Ich bin bereit, mein wunderbares Auto weniger zu benutzen, wenn es gute Radwege mit Augenmaß gibt. Weniger heißt aber nicht, gar nicht mehr. Ich fahre immer noch sehr gerne Auto! Ich bin bereit, den lokalen Einzelhandel (auch Hofläden und kleine Läden) noch mehr zu unterstützen, wenn ich die entsprechenden Geschäfte zwecks Einladen von gekauften Artikeln tatsächlich noch mit meinem Auto anfahren kann. Ich bin bereit, einen Mord zu begehen, wenn ich zwei dieser neuen „Lastenfahrräder“ nebeneinander herfahren sehe, die die ganze Straße einnehmen und dabei provokant langsam unterwegs sind. …. Ihr findet den Satz irgendwie moralisch ungeschickt? Ok., ändern wir ihn auf sozialverträgliche Art und Weise ab: Ich bin bereit, wenn es heißt: Toleranz geht in alle Richtungen, nicht nur in eine. D.h., Autofahrer nehmen Rücksicht auf Radfahrer und diese halten sich im Umkehrschluss an die geltende Straßenverkehrsordnung. (Ich wäre sofort dazu bereit, alle Räder mit kleinen Nummernschildern zu belegen, damit Verstöße geahndet werden können und die Bußgelder Aachen reich machen können. Da käme was zusammen, das wäre ein Fest!!!)

Ich bin bereit, hin zu schauen und Missstände wahrzunehmen (und wünsche mir von der politischen Ebene die Bereitschaft, hier etwas zu verändern): Mehr unbürokratische Unterstützung für Alleinerziehende Frauen, mehr Unterstützung für die Kinder generell, für Schulen, die Bildung und die Ausbildung (und für Lehrer!), mehr Unterstützung für kleine und mittelständische Betriebe, die es in der Corona-Krise schwer haben, auch mehr Unterstützung für Künstler, Gastronomen, die Jugend … und bitte: Unterstützung der Tafeln für Mensch und Tier.

Ich bin bereit, Steuern auf Fleisch- und Milchprodukte zu zahlen, sogar immens hohe Steuern!!! Denn – lassen wir mal das schreckliche Tierleid außen vor, das damit unweigerlich verbunden ist- es ist zwingend notwendig, dass sich in diesem Bereich etwas ändert. Ich habe tatsächlich neulich gerade folgendes gelesen: Um ein Kilo Rindfleisch „herzustellen“, wird soviel CO2 verbraucht, dass man dafür gemütlich mit dem Auto einmal quer durch Deutschland fahren könnte. Unglaublich, oder???

So richtig „grün“ wäre es also aus meiner Sicht, Aachen nicht (nur) fahrradfreundlich zu machen, sondern auch fast vegetarisch. Fleischkonsum ist nach wie vor das größte Übel für unser Klima. Ändern wir das doch endlich! Kein brennender Regenwald mehr, der für die Wiesen abgefackelt wird, damit die Rinder darauf weiden können. DAS wäre doch mal ein geniales Ziel, oder? Als Nebeneffekt wären einige Menschen gleich auch noch gesünder. Ob die allerdings dazu bereit wären, weiß ich nicht …

Ich bin bereit, Tierquäler viel, viel härter zu bestrafen als bisher (theoretisch, per Gesetz und praktisch, d.h. tätlich. Ich würde in dem Bereich meine Hilfe anbieten). Ich bin bereit, „urban Gardening“ zu betreiben. D.h., auf den Brachflächen der Stadt Gemüsebeete anzulegen, die Dächer zu begrünen und so weiter. Da würde ich auch sofort mit anpacken.

Ich bin bereit, noch mehr als ohnehin schon Secondhandläden zu besuchen, zu tauschen statt zu kaufen und ich fände es prima, wenn es kleine Reparaturläden geben würde, um Abfall zu vermeiden! Da wäre ich sofort bereit, mit kaputten Gegenständen hinzugehen. So, das wären mal einige meiner Gedanken, die Liste ist nicht vollständig.

Wozu bist du denn bereit? Was könntest du ändern? Denk doch einfach mal drüber nach. Ganz unpolitisch. Nur mal so … vielleicht abends, wen man jetzt im Herbst wieder gemütlich zusammen sitzt.

Schöne Herbstwoche noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 27. September 2020

Es gibt sicherlich eine Menge großer und wichtiger Themen, über die es sich im Augenblick lohnen würde, zu schreiben. Aber heute geht es mir um etwas ganz anderes, etwas Kleines, etwas, das mich in der zurückliegenden Woche tief berührt hat. Ein Mitbringsel, ein Andenken.

Ihr werdet sicher jetzt fragen: EIN BITTE WAS? Ja. Richtig gelesen, ein Andenken. Ich habe begonnen, eine Schublade aufzuräumen, weil wir für den nächsten Transport des Tierschutzvereins Richtung Rumänien Ende des Jahres Spenden zusammenstellen wollen. In unserem Haushalt gibt es eigentlich von allem zu viel, denn wir mussten in den zurückliegenden Jahren die Haushalte sämtlicher verstorbener Familienmitglieder auflösen. Da wir mitten im Arbeitsleben gestanden haben –und das noch immer tun– war irgendwie nie genug Zeit, um in Ruhe aufzuräumen und auszusortieren. Wir haben alles Mögliche, von dem wir uns noch nicht trennen konnten oder wollten, irgendwo hin gestopft. Selbst während des Lockdowns im Frühjahr waren wir beruflich fleißig, selbst in diesen skurrilen Zeiten hat es nicht geklappt mit dem Aufräumen. Nun also ein neuer Versuch. Ich habe mir vorgenommen, Stück für Stück vorzugehen, Schublade für Schublade. Immer, wenn ein bisschen Zeit ist.

Mit meinen Klamotten sollte es losgehen. Damit bin ich schnell durch, weil ich mich gut trennen kann, insbesondere bei so einem schönen Grund wie Spenden sammeln und ein schneller Erfolg in Form eines gut gefüllten Kartons ist ja enorm motivierend. Für mich jedenfalls. Tatsächlich glitt mir mein Tun leicht von der Hand, zwei Kartons ins einer Viertelstunde. Super! Dann aber stockte alles. Für den Rest des Tages. Ich bin ganz hinten in der Schublade auf eine kleine braune Lederhandtasche zum Umhängen gestoßen, die ich mir im Jahre 1996 in Kalifornien gekauft habe.

Nagelneu, kaum getragen obwohl sie zauberhaft ist.

Erstanden habe ich sie in der malerischen Küstenstadt Carmel-by-the-Sea nahe Monterey. Damals bin ich für eine gut 6-wöchige Fortbildung in Santa Cruz in der San Francisco Bay Area gewesen, eine großartige Erfahrung. Es gab einen (!) freien Tag und den habe ich in meinem Leihwagen für einen Ausflug genutzt. Alleine, denn die Gruppe, mit der ich für gewöhnlich auf dem Uni-Campus zusammen gelernt, gegessen und gelacht habe, zählte gut hundert -höchst unterschiedliche- Leute aus aller Welt. Da tat eine einsame Aktion mal richtig gut. Als ich diese Tasche in den Händen gehalten habe, ist wie auf magische Art und Weise die gesamte Erinnerung an diesen Tag auferstanden: Ich habe mich auf einmal wieder daran erinnert, dass ich ganz früh am Morgen mit meinem lila Leihwagen von meinem Motel in Santa Cruz aus aufgebrochen bin und sehr aufgeregt war. Ich wollte ein Stück der legendären Big Sur Küste in Richtung Los Angeles sehen. Allerdings war es so früh am Morgen total neblig, ich habe so gar nichts von der als so herrlich gepriesenen Natur der Monterey Bay sehen können. Deswegen habe ich auch in Carmel Halt gemacht. Bis zum Big Sur bin ich gar nicht erst gekommen, es war unfassbar anstrengend, durch diesen dichten Nebel zu fahren.

Als ich in diesem zauberhaften Küstenort angekommen war, lichtete sich der Nebel, ein ganz eigener Zauber entstand. Ich bin durch diesen Ort gebummelt und habe den besten Pecannut-Butter-Cookie meines Lebens gefuttert, auch diese Erinnerung ist wieder hoch gekommen. Unglaublich. Sogar den Laden, in dem ich diese Tasche und noch zwei Gürtel erstanden habe, konnte ich vor meinem geistigen Auge sehen. Damals habe ich beschlossen, nicht mehr weiter zu fahren, sondern diesen Ort zu besichtigen und später am Abend einfach wieder zurück zu fahren. Es waren wunderbare Stunden mit netten Begegnungen mit Fremden und ihren Hunden, mit denen ich am Strand gespielt habe, die mir nach und nach wieder eingefallen sind …. Ich war echt tief berührt. Auch der beinahe-Unfall, bei dem ich gleich zu Beginn meiner Rückfahrt fast einen sehr dynamisch fahrenden schwarzen Porsche im Heck hängen hatte, hat mein gnadenlos gründliches Hirn ausgespuckt. Immerhin aber war das das einzige üble Erlebnis des Tages und die restliche Rückfahrt gestaltete sich problemlos mit traumhaftem Wetter …

Ich bin wirklich für eine Weile nicht in Aachen gewesen – sondern in Carmel-by-the-Sea. Das war eine so reale Erinnerung, wie ich sie selten zuvor erlebt habe. Und dazu noch völlig unerwartet! Diese kleine Tasche, dieses unscheinbare Mitbringsel hat mich die Bedeutung des Wortes „An-Denken“ auf ganz sonderbare Weise spüren lassen. Wie schön! Ich habe mich einfach darüber gefreut. Kleine Dinge aus alten Zeiten können uns wirklich in diese vergangenen Lebensphasen zurückführen. Das fühlt sich an, als könne man durch die Zeit reisen … das kennt ihr sicher auch, oder?

Oft werden sie übrigens auch durch die berühmten kleinen Worte „Weißt du noch?“ lebendig. Das sind oft jene wundervollen, freundschaftlich-liebevollen Erlebnisse, die in den Speisekammern der Seele lagern. Eingemachte Erlebnisse, oft prickelnd wie Champagner, die wir vielleicht viel zu selten öffnen und genießen… Es ist berührend, Dinge aus diesen so besonderen Lebenszeiten „mit-bringen“ zu können und später in das Erleben wieder eintauchen zu dürfen. Ich habe nur nicht damit gerechnet, das an manchen dieser Andenken das gesamte pralle Erleben gleich mit dranhängen könnte. Solche Dinge bekommen jetzt einen besonderen Platz – und einen neuen Namen: Andenken oder Mitbringsel werden nun zum „Anfühlsel“. Wenn sie mich glücklich machen, wenn sie sich gut an-fühlen, bleiben sie.

Schöne Woche voller berührender Kleinigkeiten noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 20. September 2020

Spätsommer. Das ist eigentlich meine Lieblingsjahreszeit. Mit allem drumherum, Laubfärbung, Obsternte mit Apfel- und Pflaumenkuchen, Sonne, die nicht mehr ganz so stark wärmt wie die im Hochsommer, kühle Morgenstunden mit Spinnweben an den Gräsern und Büschen, gerne auch Nebel und Regen. Stört mich gar nicht. Im Gegenteil. Ich mag es sehr, wenn die Jahreszeiten leise in einander übergehen.

Seit ein paar Tagen bin ich allerdings nachdenklich geworden, denn ich habe von nun schon der vierten Freundin erfahren, dass sie an einem Wespenstich beinahe gestorben wäre. Meine Lieblingsjahreszeit hat sozusagen einen Kratzer bekommen. Bisher habe ich die Wespentierchen immer als lästiges Übel des Spätsommers erlebt, das meinen Kuchen halt genauso zu schätzen weiß wie ich. Und ich habe hübsch still gehalten, wenn sie herangeschwirrt sind – bis sie wieder davon geflogen sind. Ich finde sie hübsch. Klar, sie flößen mir Respekt ein, aber mehr auch nicht. Als so dermaßen gefährlich habe ich sie nie gesehen.

Also habe ich mal wieder nachgeschlagen und das hier bei der Redaktion Lifestyle im Internet entdeckt: „Für die meisten Menschen ist er nur lästig und schmerzhaft, doch für Allergiker kann er lebensgefährlich werden: der Wespenstich. Laut Professor Bettina Wedi von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) reagieren zwischen ein und fünf Prozent der Deutschen allergisch auf Bienen- oder Wespenstiche. Für diese Menschen führt ein Wespen- oder Bienenstich nicht nur zur Schwellung und Rötung an der Einstichstelle. Schwerwiegende Folgen können Atemnot, Kreislaufprobleme und sogar ein Herzstillstand sein. „Nach Schätzungen gibt es 20 bis 25 Todesfälle pro Jahr in Deutschland, die auf Insektenstiche zurückzuführen sind“, sagte Wedi. In der Notaufnahme haben die Ärzte zur Zeit täglich mit Patienten mit schmerzhaften Stichen zu tun. „Im Gegensatz zum vergangenen Jahr sind viele Wespen da, die Menschen sind bei dem guten Wetter häufiger draußen und werden deshalb auch häufiger gestochen“, vermutet die Allergie-Expertin. Ob jemand allergisch auf Wespen reagiert, lässt sich im Voraus nicht sagen. „Erst wenn eine allergische Reaktion nach einem Stich auftritt, ist eine Abklärung beim Arzt sinnvoll“, so Wedi gegenüber der Redaktion Lifestyle. Dabei gibt es vier Schweregrade von Hautveränderungen wie Quaddeln oder starken Schwellungen bis hin zum Herz- oder Kreislaufstillstand. Laut Wedi sind vor allem so genannte Fern- oder Allgemeinsymptome gefährlich, also Reaktionen, die nicht unmittelbar an der Einstichstelle auftreten. Dies sind zum Beispiel eine Gesichtsschwellung, Luftnot oder Kreislaufbeschwerden. Die Patienten entwickeln die Symptome innerhalb der ersten halben Stunde nach dem Stich. Die Medizinerin rät Betroffenen, immer ein Notfallset mit einem Antihistaminikum, Glukokortikoid- und Adrenalinpräparat zur Selbsthilfe dabei zu haben. Laut Wedi treffen zu wenige Allergiker Vorsorge gegen die lebensbedrohlichen Stiche. „Viele Betroffene wissen gar nicht, dass es die Hyposensibilisierung gibt, die fast 100 Prozent Sicherheit bietet“, sagte Wedi. Dazu wird etwa drei bis fünf Jahre lang das Gift des Insekts in steigender Dosis gespritzt. Anders als bei der Hyposensibilisierung gegen Heuschnupfen sei eine Behandlung auch im fortgeschrittenen Alter genauso erfolgversprechend.

Auf keinen Fall nach Wespen pusten. Damit man erst gar nicht gestochen wird, sollte man Wespen und auch Bienen auf jeden Fall in Ruhe lassen – auch wenn es schwer fällt. Die Tiere greifen nur an, wenn man nach ihnen schlägt oder ihren Nestern zu nahe kommt. Und Wespen wegpusten mag dem Menschen als milde Abwehrmaßnahme erscheinen, doch weit gefehlt: Das Kohlendioxid in der Atemluft macht die Tiere aggressiv.

Wespen mit Weintrauben ablenken

Um die Insekten fernzuhalten sollte man keinesfalls mit Wespenfallen gegen sie vorgehen – das macht alles meist noch schlimmer. Denn eine Wespe in Not setzt Geruchsstoffe frei und lockt damit andere Wespen an. Die Folge: Es werden immer mehr. Ein Mittel, das sich bewährt hat, ist die Ablenk-Fütterung: Einfach überreife Weintrauben rund zehn Meter vom Ort des Geschehens entfernt aufstellen. Das lockt die Wespen an die Weintrauben und hält sie von Kaffeetafel oder Grilltisch fern. Die Schüler Henrike Weidemann und Maike Sieler haben diese Methode im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend forscht“ entdeckt. Auch der Naturschutzbund rät zu dieser Ablenk-Methode.

Und außerdem gut zu wissen: Wichtig zu wissen ist allerdings, dass der Stichreflex der Wespe noch kurze Zeit nach ihrem Tod erhalten bleibt. Gerade verendete und sogar zerteilte Wespen können also weiterhin eine Gefahr darstellen, wenn sie festgehalten oder gequetscht werden.“Also Vorsicht bitte!

So, jetzt wissen wir ein bisschen genauer über diese kleinen Tierchen Bescheid – und bewundern sie mit der nötigen Vorsicht! Wer nicht sicher ist, ob er auf Wespenstiche derart allergisch reagiert, kann das übrigens mittels Bluttest beim Arzt rausfinden …. ein oder mehrere Stiche in der Kindheit können uns ohne unser Wissen beim nächsten Stich in Lebensgefahr bringen. Passt also gut auf.

Schöne Spätsommerwoche noch!

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