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Ein besonderes und besonders emotionales Thema.

Auch wenn ich in den Medien und in meiner Arbeit immer mal wieder mit diesem Thema in Berührung gekommen bin, so habe ich doch erst vor einigen Jahren so richtig begonnen, mich mit der Organtransplantation zu beschäftigen – als ich im Sommer 2016 zusammen mit Herrn S. das Buch „Eine im Anderen oder das Geschenk des Musikers“ geschrieben habe.

Eine im Anderen oder „Das Geschenk des Musikers“

Herr S. selber stand damals vor einer Bauchspeicheldrüsentransplantation und war in solch schlechtem Zustand, dass er Angst hatte, diese OP nicht zu überleben. Sein letzter Wunsch? Ein Buch über sein Leben zu schreiben … all das können Sie gerne in der Leseprobe des entsprechenden Buches ansehen.

Das Buch ist längst geschrieben, hat Mut, Freude und auch Betroffenheit ausgelöst, Herr S. selber konnte aber noch immer nicht operiert werden. Aufgrund verschiedenster gesundheitliche Probleme war eine Transplantation bisher nicht möglich, es geht ihm nicht gut, er kämpft.

Organtransplantation vorher und nachher, das bedeutet immer, sich einer Ausnahmesituation stellen zu müssen.

Die reinen Fakten sind hinlänglich bekannt: zumeist führt eine chronische Erkrankung dazu, dass ein lebenswichtiges Organ versagt und der Patient auf die Organspende-Liste aufgenommen wird. Damit beginnt oft das Warten auf ein geeignetes Spenderorgan.

Seit ca. 1950 gibt es diese lebensrettenden Transplantationen (d.h. die Herausnahme eines Spenderorgans aus einem hirntoten Menschen mit anschließender Operation in einen anderen. Lebendspenden sind in wenigen Ausnahmen möglich, etwa bei Nieren- oder Leberteiltransplantationen).

Aus der Medizin sind Transplantationsoperationen mit all den dazu gehörigen ethischen Diskussionen und damit verbundenen Risiken nicht mehr wegzudenken und das ist gut so. Sie verringern Leiden, verlängern Leben und geben schwerkranken Menschen unschätzbar wertvolle Lebensqualität zurück. Medizinisch sind solche Operationen noch immer Meisterleistungen auf höchstem Niveau, bei denen eine unglaubliche Fülle an Fakten bedacht, getestet, überwacht und versorgt werden muss.

Das ganze Thema hat mich tief berührt, es berührt eine unglaublich emotionale Schnittstelle unseres Menschseins – jene zwischen Leben und Tod; zwischen dem eigenem Tod und dem damit möglichen Geschenk von Lebenszeit für andere.

Neben den klaren, oft kühlen biologisch-medizinischen Fakten gibt es auch immer wieder Berichte über „Merkwürdigkeiten“, wie jüngst einen Artikel über eine lungentransplantierte Frau aus den USA, die auf einmal eine Erdnussbutter-Allergie hatte, etwas, das es vorher nicht in ihrem Leben gegeben hatte. Diese Allergie kam mit dem gespendeten Organ.

Ein bisschen Magie und die Frage, was womöglich noch mit einem Organ aus einem Menschen in einen anderen übergeht, wird wohl nie beantwortet werden und wenn, dann am ehesten von einem Menschen, der betroffen ist. Erst neulich las ich einen Artikel über einen Mann, der ein neues Herz bekommen hat – und der sich nach seiner Erholung per Drahtesel auf den Jakobsweg gemacht hat. Er sprach von seinem Körper mit dem neuen Herzen in der „Wir“- Form, voller Dankbarkeit und Lebensfreude.

Im November 2018 habe ich den Kongress der Deutschen Stiftung für Organtransplantation -DSO- in Frankfurt besucht und war wirklich beeindruckt von all den Besonderheiten, Details, Organisationen, Fragen und Schwierigkeiten, die sich rund um dieses Thema auftun.

Dr.med. Axel Rahmel * Kathrin Reitz * Thomas Biet

Neben den fachlich überaus beeindruckenden Vorträgen, u.a. vom medizinischen Vorstand der DSO, Herrn Dr. med. Axel Rahmel (siehe dazu Interview aus dem Ärzteblatt) sowie von Herrn Thomas Biet, der der kaufmännische Vorstand der DSO ist, gab es zweifelsohne ein ganz besonderes „High-light“ durch den Vortrag von Chantal Bausch, einer jungen Frau, die 25 Jahre alt ist und seit ihrem 12. Lebensjahr mit einem neuen Herzen lebt. Sie ist aktive Sportlerin und hat ein wunderbar positive, Mut machende Ausstrahlung!

Sie hat mich so beeindruckt, dass ich sie darum gebeten habe, ihre Youtube Beiträge in meinem Blog veröffentlichen zu dürfen. Sie können sie unter ihrem Namen „Chantal Bausch“ ansehen.

Chantal Bausch hat im Auditorium auf dem Frankfurter Kongress fast alle Augen feucht werden lassen, als sie charmant an die Ärzte gerichtet meinte „Ohne eine Transplantation würde ich hier nicht mehr stehen, ich stehe hier für das, was Sie tun und dafür danke ich Ihnen.“

Darum geht es für uns alle- Leben mit der bestmöglichen Qualität.

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