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Autor: Kathrin Reitz Seite 1 von 10

Best-Ager-Pilates

Noch genau 14 Tage – dann ist es soweit: Dienstag 25. August 2020

Es gibt was Neues in der meinpilates-Kursfamilie (www.meinpilates-aachen.de/):

„Pilates für Best-Ager“

(Immer Dienstags von 10-11.00 Uhr im Forsthaus)

Endlich! Nach mehr als einer gefühlten Ewigkeit geht es Ende August 2020 wieder ins wunderschöne Forsthaus in Aachen. Ich darf wieder Pilatesunterricht  im „meinpilates“ Studio von Carolin Meisel geben. Hach, was habe ich das vermisst! Ich freue mich auf die netten Leute, das schöne Studio und das gemeinsame Turnen in einer Gruppe.

Surreale Zeiten der sogenannten ersten „Corona-Welle“ liegen hinter uns, erledigt ist das Thema aber natürlich noch nicht, wir müssen alle achtsam bleiben. Trotzdem stelle ich beeindruckt fest, dass dieses Virus zu deutlich wahrnehmbaren Veränderungen geführt hat. Damit meine ich nicht jene unerträgliche Spur von Leid, die es wie eine Schneise überall dort hinterlässt, wo man es leugnet, nicht wahrhaben will oder nicht angemessen vorsichtig darauf reagiert hat. Nein, ich meine die positiven Dinge, die es auch bewirkt hat.

Was genau ich damit meine? Zum Beispiel Caros großartige Idee, einen Pilates-Livestream anzubieten, damit wir nicht alle vollkommen die Form verlieren und die Studios weiter laufen können. Pilates als Wohlfühlpause im Covid 19-Alltag zwischen Home-office, Home-schooling und Social-distancing. Wunderbar! Gemeinsam turnen, wenn auch jeder für sich vor dem eigenen Bildschirm schwitzt. Es war -und ist- ein schönes Gefühl, wenn mindestens hundert andere Menschen auch aktiv sind und „pilatieren“. (www.wohnzimmerpilates.de).  

Mal ehrlich, wäre das so vor dieser Krise denkbar gewesen? Ich glaube nicht …

Anfangs hatte ich noch genug Zeit, um selber regelmäßig „live“ mitzumachen, bis meine Arbeit wieder ordentlich zugelegt hat. Es wollten ja schließlich auch noch all diese tiefen psychischen Prozesse in die Heilung gebracht werden, die durch die „Lockdown-bedingte Ruhe“ fast zwangsläufig angestoßen worden sind. Eine sehr, sehr aufregende Zeit  – und ich konnte ja auch später den Pilates-Livestream „nachturnen“. Rundherum prima!

Natürlich habe ich den Livestream auch ständig weiter empfohlen. Sehr bald kamen genau die Rückmeldungen, die ich auch erwartet hatte: „Diese beiden hübschen jungen Frauen! Toll, wie die das machen. Also, Jeannine besteht ja nur aus Muskeln und turnt so geschmeidig, sieht dabei so hübsch aus und lächelt immer – alle Achtung. Was hat Caro für eine tolle Stimme, die entspannt ja schon beim Zuhören. Genial, dass die beiden das anbieten, es macht richtig, richtig Spaß und es ist so abwechslungsreich. Wie schön, da hilft ja auch die Schwester hinter der Kamera mit der Technik. …“ usw., usw.

Jedes Mal habe ich mich wie Bolle gefreut und mein Pilates-Team-Herzchen ist gehüpft – natürlich immer schön im Atemrhythmus, ist ja klar.

Nach einer Weile kamen dann aber ganz, ganz vorsichtig die anderen, die leisen und ein bisschen enttäuschten Feedbacks aus der Deckung, die ich so nicht erwartet hatte – und zwar vornehmlich von meinen älteren Freundinnen und Bekannten: „Nun ja, die zwei machen das toll. Aber für mich ist das zu viel. Selbst die leichten Übungen kann ich nicht, das ist frustrierend. Sieht ja schön aus, aber so jung und trainiert bin ich nicht, das ist so schade. Ich würde gerne mitmachen, aber meine Schultern / Hüften / Handgelenkte etc. schmerzen danach, vieles brauche ich gar nicht erst zu versuchen. Es ist so schade. Ich würde auch gerne regelmäßig Pilates machen, aber für meine Altersgruppe.“

Auch wenn sie das Livestream-Programm und das Angebot großartig gefunden haben – enttäuscht waren sie doch. Und zwar ausnahmslos ALLE über sich selbst, über die Einschränkungen ihrer Körper, die ja nun schon vielen Jahrzehnten brav aktiv sind, die aber eben längst begonnen haben, ihre kleinen Macken zu entwickeln und die nun das normale Training für jüngere Leutchen nicht mehr schaffen. Das hat mich berührt und sehr nachdenklich gemacht. Nicht jeder hat das große Glück, fit ins Alter zu gehen, auch wenn so mancher Lifestyle-Channel uns das weismachen möchte. Als gesunder und sportlicher (junger) Mensch kann man sich gar nicht vorstellen, dass selbst die einfachste Pilatesvariante zu anstrengend sein könnte.

Aber es ist häufig so, dass der ältere Körper anders trainiert werden möchte, weil manches ein wenig langsamer geht, anderes nicht mehr so geschmeidig „rund läuft“ oder weil wenig Kraft vorhanden ist. Ein bisschen Kondition und körperliche Fitness scheinen eben doch  liegen geblieben zu sein, auf der Lebensstrecke, die bisher zurückgelegt worden ist. Bis hierher, bis zum „besten Alter“.

Aber es gibt eine gute Nachricht: Der Körper ist grundsätzlich in jedem Alter bestens trainierbar – und deswegen habe ich mir gedacht, ich biete einen neuen Kurs an, in dem wir auf genau jene Bedürfnisse dieser „besten Jahre“ Rücksicht nehmen. Im Übrigen habe ich davon schon lange geträumt, genau diesen Kurs zu unterrichten:   

Pilates für Best-Ager.

Mit fast 58 Jahren passe ich außerdem perfekt rein, in die Zielgruppe der Best-Ager. Ich stelle ja auch an mir, an meinem Körper fest, dass sich im Laufe der Zeit so einiges verändert hat. Auch ich habe immer mal wieder die leichte Variante des Livestream-Programms von Caro und Jeannine wählen müssen und gut auf die Möglichkeiten meines Körpers geachtet, Pausen gemacht, wo es sich richtig angefühlt hat. Wenn ich mich heute ordentlich übernehme, bekomme ich spätestens am Tag drauf die Quittung … das ist schon ziemlich frustrierend, aber nicht zu ändern. Wenn ich aber mein Trainingspensum gut an meine Bedürfnisse anpasse, entsprechende Pausen zur Regeneration einbaue und konsequent „auf der Matte bleibe“ passiert etwas Großartiges: Mein in die Jahre gekommener Körper verändert sich, die Muskeln werden kraftvoller, die Beweglichkeit nimmt zu, die Übungen fallen leichter und funktionieren besser. Das ist schon richtig klasse zu spüren, macht Spaß und zudem noch gute Laune. Es fühlt sich ein bisschen so an, als würde man einige dieser körperlichen Fähigkeiten wieder einsammeln, die auf der Lebensstrecke liegen geblieben sind … das ist einfach schön zu spüren und zu erfahren.

Aktiv zu sein, zu werden und zu bleiben ist ohnehin das Beste, was man für Gesundheit und Wohlbefinden tun kann – in jedem Alter. Und ich finde, so eine schöne kleine muckelige „Best-Ager-Sparte“ hat noch gefehlt, in der „meinpilates-Kursfamilie“.

Wer sich also angesprochen fühlt oder jemanden kennt, die oder der auch Lust auf Pilates „im besten Alter“ hat oder einfach nur moderat trainieren möchte, ist herzlich willkommen. Ich freue mich auf euch!

P.s.: Für eine authentischere Wirkung gibt es mich jetzt auch ganz passend mit grauen Haaren! Mein innerer Wandel in der zurückliegenden Zeit war ein ruhiger, tiefer Prozess und ich habe beschlossen, das auch im Außen zu zeigen. Und bekanntlich dokumentieren wir Frauen solche Veränderungen ja nur allzu gerne durch neue Frisuren an. Voila. Hier bin ich (wieder): im besten Alter. „Best-Ager“.

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 9. August 2020

Deutschland schwitzt. Hoch Detlef bringt Hitze, die absolut nichts für mich ist. Überhaupt nicht mein Wetter.
Alles was über 25 Grad hinaus geht, ist mir zu viel.
Und Temperaturen um die 37 Grad machen mich wirklich fertig. Es gibt ja Zeitgenossen, denen kann es gar nicht warm genug sein. Dazu gehöre ich mit meiner Sommersprossenhaut ganz eindeutig nicht. Ich bin wohl eher Typ schottisches Hochland denn spanische Senorita.

Vorhin habe ich schon fast einen Kreislaufkollaps erlitten, nachdem ich den neuen Gartenschlauch montiert hatte. Im Schatten. Diese unsägliche, 50 Meter lange Boa Constrictor des Gartencenters war verdreht und außerdem zu dick für die Öffnung des Wasserhahnes samt zugehörigem Adapter. Harg. Also musste ich improvisieren. Die Blumen sollten Wasser haben und zwar zügig. Schnell in die Küche geeilt und ein Messerchen geholt. Zackig den neuen Gartenschlauch ein bisschen eingeritzt – ungeduldig, weil es zu warm war und ich wässern wollte – und schon floss Blut.
Die miese Schlange rächte meine Ungeduld, ich hatte mir in den Finger geritzt, wenigstens aber auch das Gummi erwischt. Wieder rein ich die Küche, Pflaster drauf, weiter machen.
So nicht, du blöder Gartenschlauch!
Das lasse ich mir von einem langen Stück Gummi mit Qualitätsgarantie nicht zeigen … Zweiter Versuch.

#Na Bitte. #Geht doch. #Dir zeig ichs!

Die nächste Viertelstunde habe ich dann damit verbracht, die 50 Meter komplett knickfrei zu bekommen. Danach konnte ich endlich loslegen. Dachte ich. Denn ich hatte nur ein winziges bisschen zu fest am Schlauch gezippelt. Unabsichtlich natürlich.
Die Gummiboa machte prompt auf echte Cobra, sprang vom Hahn und richtete sich auf. Dusche inclusive.
„Wet-T-Shirt-Contest Ü 50″ muss jetzt auch nicht wirklich sein. Gut, dass der Garten hinter dem Haus liegt und keiner reingucken kann. Dank der 37 Grad war ich ja schnell wieder trocken, aber sehr verärgert.
Wirklich SEHR verärgert.
Also alles auf Anfang. Wasserhahn zu. Das eingeritzte Stück Gummi abschneiden (vorsichtig!!!). Dann den Schlauch leicht knicken (schmerzte an der Fingerschnittstelle, musste ich aber durch) und den Adapter sachte mit gleichmäßigem Druck draufschrauben. JAAA! Klappte. Diesmal sogar gut und problemlos.
Ich war zutiefst zufrieden und meine Blumen sind es jetzt auch … aber die Moral meiner eigenen Geschicht ist die:
Bei kühlem Wetter wäre mir das ganz sicher nicht passiert!
Also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. Oder? Ist ja auch egal, Denken fällt mir auch schwer, wenn es zu heiß ist.

Psst: Ich mache heute, wenn es dunkel ist, noch einen Regentanz. Klammheimlich. Hinten im Garten. Vorsichtshalber barfuß und fast geräuschlos. Um nicht aufzufallen …. Weil manche Menschen ja heiße Sommertage mögen und sicher keinen Regen wollen … ich aber schon. Schnell mal bei YouTube nachsehen, die haben doch Anleitungen für alles. Sicher auch für Regentänze ….

Schöne Woche noch … und behaltet bitte einen kühlen Kopf!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 2. August 2020

Lebe deine Träume.

Ein schöner Satz, oder? Was leicht verklärt nach Lagerfeuerromantik klingt, ist in Wirklichkeit mit einem gehörigen Schuss Arbeit verbunden.

Die Träume der Nacht sind etwas Großartiges. Sie helfen uns, Erlebtes im Gehirn abzuspeichern, sie „warten unsere unbewussten inneren Programme“ und sind damit wichtig für die Gesundheit von Körper und Psyche, egal ob wir sie erinnern oder nicht.

Die Träume aber, die wir auch im wachen Zustand träumen, die können noch viel mehr: Sie zeigen uns die stillen Sehnsüchte unserer Seelen auf.

Manchmal bleiben Träume einfach Träume, manchmal sind sie aber auch Wegweiser für neue Ziele, die sich im Leben entwickeln.

Im Jahre 2015 hatte ich einen solchen Traum: Durch eine liebe Freundin habe ich das Pilatesstudio von Carolin Meisel (damals noch Dyckhoff) in der Lothringerstraße in Aachen entdeckt. („meinpilates-aachen.de“). Ich habe begonnen, dort regelmäßig zu trainieren. Himmel, was hat diese Trainingsmethode meinem Körper gut getan! Der Traum, der sich ziemlich schnell daraus entwickelte: Selber Trainerin zu werden und dann am liebsten für meine Altersgruppe Kurse anbieten, „ü50“.

Also habe ich mich für die Ausbildung in Köln angemeldet, war natürlich zwischen all diesen wunderbaren jungen Frauen die Älteste im Kurs, was allerdings meinen Elan nicht schmälern konnte. Anfangs war ich doch ein bisschen erstaunt, wie schwer es mir gefallen ist, wieder auswendig zu lernen. Immerhin konnte ich bei all den anatomischen und physiologischen Inhalten auf mein altes Wissen jener Krankengymnastikausbildung zurückgreifen, die ich vor Jahrzehnten gleich nach dem Abi gemacht hatte. Das hat die Sache ein wenig erleichtert.
Die körperlichen Grenzen haben sich zügig und ziemlich schmerzhaft ebenso schnell offenbart. Oh je, was ich alles nicht so richtig turnen konnte! Der Anfang war frustrierend. Aber ein bisschen bin ich halt doch wie mein Terrier: Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, gebe ich so schnell nicht auf … . Aufgeben war keine Option.
Am Horizont stand noch immer dieser Traum.

Also habe ich mit mir selber einen Deal gemacht:
Trainiere einfach weiter. Denk nicht nach. Wenn du in einem Jahr noch immer nicht in der Lage sein solltest, die Übungen für Fortgeschrittenen zu turnen, kannst du aufgeben.

Die Überraschung folgte auf dem (Traum-) Fuß: Meine grauen Zellen gewöhnten sich an die Lernerei, fanden sogar Freude daran und meine Muskulatur entwickelte sich langsam aber stetig. Als ich die Prüfung im Frühjahr 2017 gemacht habe, konnte ich tatsächlich alle diese Übungen, an denen ich zwei Jahre vorher noch gnadenlos gescheitert war. Das hat mich hinsichtlich der Trainingsmöglichkeit eines „ü-50-Körpers“ doch sehr beeindruckt.

Carolin Meisel wurde in diesen Jahren eine liebe Ratgeberin und noch bessere Freundin. Ihr habe ich zu verdanken, dass mein Traum vom Unterrichten Wirklichkeit wurde.
(Ihre eigenen Träume haben im Übrigen in den letzten Jahren auch Gestalt angenommen: Sie hat ihren Felix geheiratet, das zweite, wunderschöne Studio im Forsthaus kam dazu – und: Der zum Klauen süße Carlo kam auf die Welt. Meisels wurden Eltern – traumhaft).

So. Nun war ich also Pilatestrainerin für die Matte.
Ich liebte und liebe noch immer, was ich tue.
Aber da war ja noch immer dieser EINE Teil des anfänglichen Traumes übrig: Ich wollte doch so gerne für meine Altersgruppe unterrichten. „Ü 50“!

TARA – und der erfüllt sich nun auch!

Ab Ende August 2020 erweitern wir im meinpilates Studio in Aachen (im Forsthaus) das Angebot: Immer am Dienstagvormittag gibt es dann „Pilates für Best-Ager“.
BÄM!

Und weil man auf einem (Traum-) Bein nicht stehen kann, hat mich mein Weg über das Frauennetzwerk „FraumitBizz“ noch zu einer zweiten tollen jungen Dame geführt:
Maria Schneiders (als kinderloses älteres Weib kann man gar nicht genug schöne junge und aktive Frauen um sich haben – das hält geistig rege, jung und ist sooo herzerfrischend).

Maria hat Ende des letzten Jahres auf der Trierer Straße in Aachen ihr Tanzstudio Ma°Vida eröffnet, in dem es neben Ballett, zeitgenössischem Tanz für alle Altersgruppen auch Yoga auch Pilates gibt.
Tja und ab September heißt es eben auch dort, im MA°Vida: Sanftes „Pilates für Best-Ager“.
Doppel BÄM.

Ich freue mich unfassbar darauf, dass es nun möglich wird, diese „ü50“ Kurse aufzubauen. Danke, ihr beiden wundervollen jungen Frauen, Caro und Maria, dass ihr mir helft, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Es bedeutet mir viel. Vielleicht mehr, als ihr euch vorstellen könnt!

Ein Traum, mein Traum, geht in die Zielgrade … ich habe dafür geschwitzt, war frustriert und unsicher, ob der überhaupt je Gestalt annehmen würde, habe viel gelacht und so manche Tube Voltaren auf meinen Muskeln verbraucht … aber das war es alles wert.

Lebe deine Träume. Du kriegst sie nicht geschenkt. Aber wenn du dafür arbeitest, können sie wahr werden.

Ich freue mich. Während ich diese Kolumne hier schreibe, habe ich die ganze Zeit so ein feines Lächeln im Gesicht. Vor rührseliger Freude.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich all die mühseligen und misslungenen Turnversuche und mickerigen Anfänge, die diesen Traum begleitet haben. Da war mancher Lachkrampf inclusive. Aber schön war es trotzdem.

Wovon träumst du so heimlich? Was steckt da hinten in den Kammern deiner Seele und möchte gelebt werden? Spür doch mal rein. Es lohnt sich. Und wer weiß, vielleicht machst du dich ja auch auf den Weg in deinen Traum. Vergiss aber nicht: Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Bis zum Ziel zu gehen, ist immer ein Prozess.

Traumhafte Woche noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 26. Juli 2020

Ich mag Rituale. Sie geben dem Leben an bestimmten Alltagsecken eine verlässliche Struktur. Für mich sind sie wo etwas wie kleine Freunde im Alltag, die oft für einen Glücksmoment sorgen und immer wieder vorbeikommen.
Einfach so.
Ja, ich gebe gerne zu, dass sich gewisse Rituale in meinem Leben so gemütlich anfühlen, wie gut eingelaufene Puschen. Manche machen einfach Freude (etwa unserer ehemaligen Straßenhündin ein Leckerchen ans Bett bringen, wenn sie noch ein bisschen länger liegen bleibt als der Rest des Rudels – muss man als Nicht-Hundehalter übrigens nicht verstehen), andere machen herrlich munter (der erste Kaffee am Morgen) und an einem ganz altmodisch-langweilig-unspektakulärem Ritual hänge ich aus purer Nostalgie:
Lotto spielen.
Jedes Kind weiß, dass ein sogenannter „Sechser im Lotto“ eine absolut unwahrscheinliche Angelegenheit ist.
Das weiß ich auch. Schon lange – und die Hoffnung auf einen Gewinn ist auch nicht der Grund, warum ich es tue. Irgendwie ist das Lottospielen eine schöne alte Erinnerung, die mit meinem Vater zusammenhängt.
In seinen letzten 5 Lebensjahren, die er in Aachen verbracht hat, war er viel alleine, todunglücklich bis hin zu depressiv über den viel zu frühen Tod seiner Frau und manchmal auch unausstehlich. Immer aber gab es auch diese Momente, in denen er absolut liebenswürdig war, sogar ein bisschen „zum Knuddeln“.
Solche Momente habe ich z.B. mit ihm erlebt, wenn er seinen Lottoschein abgeben hatte und nach der Ziehung feststellte, dass er eine kleine Summe gewonnen hatte. Dann konnte ich in seinen traurigen alten Äuglein den fröhlichen kleinen Jungen entdecken, der er einmal gewesen sein muss. Voller Begeisterung meinte er dann jedes Mal zu mir: „Kind, wir haben was gewonnen!“

Meistens hatte der Gewinn nicht einmal die Höhe des Spieleinsatzes, aber das war vollkommen egal. Seine Rente war ok., er hatte genug für sein Leben. Es ging nicht um die Summe, es ging um diese Freude. Seltene Momente waren das, Sternschnuppenaugenblicke, aber sie waren voller tiefer und unerwarteter kindlicher Freude für ihn – und für mich.

Diese Erinnerungen bewahre ich ganz tief in meinem Herzen auf. Sie sind kostbar, gerade weil es nicht soooo viele davon gab.
Aus lauter Nostalgie habe ich nach seinem Tod selber angefangen, Lotto zu spielen. Online natürlich. Papa ist ja immer noch persönlich zum Kiosk getippelt, um den Schein abzugeben. „Dann habe ich ein Ziel für den Spaziergang“, meinte er immer.
Ich habe bisher ab und zu ein bis drei Richtige gehabt. Immer, wenn ich die Email lese, die mir ankündigt, dass ich etwas gewonnen habe, höre ich ihn wieder, diesen Satz:
„Kind, wir haben was gewonnen!“.

Dann bin ich mir ganz, ganz sicher, dass Papa da oben in seinem himmlischen Wolkenlotto-Kiosk sitzt und das sagt.

Vielleicht hilft er auch nach, damit ich hin und wieder eine richtige Zusatzzahl habe … wer weiß!
Auch mir geht es nicht um Geld (ich wüsste ohnehin schon, dass ich bei einer größeren Summe wieder sofort für die Tiere spenden würde) sondern um diese Erinnerung.

So geht es mir jetzt immer am Samstag.

Gleich ist es wieder soweit … Nach der Ziehung der Lottozahlen gucke ich ganz schnell in die Emails. Vielleicht, vielleicht kommt er ja heute, dieser Satz ……

Schone Woche voller liebgewonnener Gewohnheiten noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 19.Juli 2020

Regelmäßig bekomme ich von der Hautarztpraxis Dr. Rösener und Dr. Höller Obrigkeit im Ärztehaus am Luisenhospital in Aachen diesen wirklich sehr interessanten Gesundheitsbrief zugeschickt. Ich habe schon des Öfteren daraus Artikel zitiert.

In der Juliausgabe 2020 stand ein Artikel, den ich insbesondere für uns Frauen teilen möchte. Früher hat man uns immer eingeredet: Trinkt Milch, esst Joghurt, das ist ja alles soooo gut für euch. Ich hatte mich immer irgendwie „falsch“ gefühlt, weil ich mich vor Milch geekelt habe und nie größere Mengen Quark oder Joghurt essen konnte. Über meinen mäkeligen Fleischkonsum muss ich gar nicht erst reden.
Und nun, Jahre später, lese ich das hier;

Herzinfarkt & Co. – neue Erkenntnisse sprechen für eine Herabsetzung des Fleischkonsums

Es ist seit langem bekannt, dass sich eine fleischarme und vorwiegend pflanzliche Ernährung positiv auf die Herz-Kreislaufgesundheit auswirkt. Jetzt haben US-amerikanische Wissenschaftler bestätigen können, warum ein hoher Verzehr von insbesondere rotem Fleisch, Eiern und Milchprodukten zu einer höheren kardiovaskulären Sterblichkeitsrate führen kann.
Über diesen Zusammenhang berichteten bereits Studienergebnisse der Berliner Charité, und eine weitere Studie kam zu einem vergleichbaren Ergebnis. Demnach führt ein hoher Verzehr der genannten Lebensmittel zur Bildung eines speziellen Stoffwechselproduktes namens Trimethylamin-N-Oxid (TMAO). Über mehrere Schritte entsteht es in der Leber aus dem Abbau von Cholin- und Carnitin-Verbindungen, die zu einem großen Anteil in Fleisch, Eiern und zahlreichen Milchprodukten enthalten sind. An diesem Stoffwechselprozess sind untern anderem auch bestimmte Darmbakterien beteiligt.
Die aktuelle Studie konnte nun bestätigen, dass ein höherer TMAO-Level zu einem erhöhten kardiovaskulären Risiko und einem verfrühten Tod durch Schlaganfall, Herzinfarkt und weiteren kardiovaskulären Erkrankungen führt. Die Daten von über 19.000 Frauen, die aus dem großen Datenpool der bekannten „Nurses Health Study“ entnommen wurden, und die Auskunft über das langjährige Ernährungsverhalten sowie über die Veränderungen des TMAO-Spiegels im Blut geben, wurden näher unter die Lupe genommen.
Zu Beginn der Studie hatte keine der Teilnehmerinnen einen Herzinfarkt gehabt. Sie wurden über einem zeitlichen Rahmen von etwa 16 Jahren hinsichtlich ihrer Herz-Kreislaufgesundheit beobachtet. Trat bei einzelnen Probandinnen in dieser Zeit ein Herzinfarkt oder Tod aufgrund einer Herz-Kreislauferkrankung ein, so wurden deren gemessene TMAO-Level und deren Daten zum Ernährungsverhalten mit entsprechenden Kontrolldaten weiterer Frauen verglichen, die nicht entsprechend erkrankt waren.
Im Ergebnis zeigte sich, dass ein erhöhter TMAO-Spiegel das Herzinfarkt-Risiko eindeutig anstiegen ließ. Je höher dabei die Werte des Stoffwechselproduktes, desto größer war auch das Erkrankungs- und Sterberisiko. Die schlechtesten gesundheitlichen Aussichten hatten solche Studienteilnehmerinnen, die über Jahre hinweg ein ungesundes Ernährungsverhalten in Bezug auf Fleisch, Ei und Milch zeigten.

Die Studienautoren weisen vor diesem Hintergrund darauf hin, dass hiermit ein weiteres wichtiges Argument dafür gelungen sei, einer vornehmend fleischarmen und gemüsereichen Ernährungsweise zu folgen, um die beschriebenen ungünstigen Wirkungen auf die Herz-Kreislaufgesundheit möglichst zu vermeiden.
Heianza, Y. et al.
Long-Term Changes in Gut Micorbial Metabolite Trimethylamine N-Oxide and Coronary Heart Disease Risk.
J Am Coll Cardiol 2/2020; 75: 763-72.

Klingt es nicht ein bisschen nach Karma, wenn wir Tiere erst in schlechter Haltung qualvoll mästen, sie dann töten und uns mit dem angeblichen Genuss ihres Fleisches oder ihrer Ausbeutung als „Hochleistungsmilchkühe“ und Legehennen in elenden Batterien krank machen ????
Entscheidet selbst …

Und wer immer noch meint, ohne Fleisch kann man keine Leistung bringen, für den habe ich noch das hier gefunden:

Triathlet (!!!!) Jan Frodeno hat Fleischfabrikant Clemens Tönnies und die Politik wegen der Massentierhaltung in Deutschland scharf kritisiert. Frodeno, der selbst vegetarisch lebt, warnte zudem vor den gesundheitlichen Nebenwirkungen von Billigfleisch.
„Die Politik setzt immer nur das um, was populär ist. Das sieht man auch am Fall Tönnies. Dass dieser Mann zuletzt auch noch Geld von der Politik gefordert hat, um seine absolut widerliche Maschinerie am Leben zu erhalten, finde ich unmöglich“, sagte der dreimalige Ironman-Weltmeister im Interview mit FOCUS Online.
Frodeno ist der Meinung, jeder solle sich „mit dem Wohl der Tiere beschäftigen. In Deutschland schaut ja auch jeder Autofahrer, was er für ein Motoröl in sein Auto kippt. Das ganze Industriefleisch, was viele Leute essen, ist mit Hormonen vollgepumpt und wurde unter extremen Stress für die Tiere produziert.“ Außerdem sei die Botschaft, dass „man Fleisch zum Leben braucht, reines Marketing“, sagte der 38-Jährige.
Vor allem Billigfleisch „welches uns im Supermarkt hinterher geschmissen wird, erfüllt nicht die Kriterien von gutem Fleisch“, so der Olympiasieger von 2008. Er selbst lebt seit vier Jahren als Vegetarier. „Nachdem ich aufgehört habe Fleisch zu essen, habe ich sofort die positiven Unterschiede feststellen können.“

Das muss nicht mehr kommentiert werden …

Schöne gesunde Woche noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 12. Juli 2020

Sommerzeit, Ferienzeit – diesmal eine ganz besondere. Wir machen Urlaub, die Viren nicht. Der neue blinde Passagier heißt Covid 19 und viele merken nicht einmal, dass er im Auto, im Bus, im Flieger oder in der Bahn mit dabei ist. Still ist er, leise und lauernd. Irgendwann, irgendwie und irgendwo macht er sich dann bemerkbar und genau diese hinterlistige Strategie macht ihn so gefährlich. Hinlänglich bekannt sind mittlerweile die Übertragungswege und auch die Möglichkeiten zur Vorbeugung sind –eigentlich- bekannt und einfach. Masken tragen, Abstand halten, Menschenan-sammlungen meiden.
Und während Israel die zweite Welle erlebt, Melbourne und Katalonien wieder im Lockdown sind, liest man, dass auf Mallorca in der Bierstraße große Gruppen von Menschen feiern (peinlicherweise in der Mehrzahl Deutsche), als hätte es dieses Virus nie gegeben – ohne Mundschutz und ganz dicht beieinander natürlich. Wenn schon leugnen, dann aber richtig! Donald Trump feiert seinen 4. Juli mit tausend Anhängern, danach steigen die Zahlen auch dort, aber alles „fake news, we are great“.
Herr lass Hirn regnen!
Vorgestern habe ich ein Interview mit dem Ex-Fußballer Giovane Elber gelesen, der ein wirklich düsteres Bild von der Situation in seinem Heimatland Brasilien zeichnet und Angst um seine Landsleute hat. Seiner Meinung nach ließen korrupte Politiker die Bevölkerung während der Pandemie allein, es sei dort schlimm und werde immer schlimmer, wie allgemein in Südamerika, den USA oder in Mexiko.

Ein wirkliches „Positivbeispiel“ im Kampf gegen das Coronavirus sei für ihn Deutschland. Dort wisse man gar nicht, wie gut man es hätte. Das sage er „jedem Brasilianer, mit dem ich spreche. Die Regierung um Angela Merkel handelt mit der nötigen Weit- und Vorsicht“, so der Ex-Münchner und -Stuttgarter.

Im Großen und Ganzen sehe ich das auch so und ich kann über diejenigen, die sich lautstark darüber beklagen, dass Maskenpflicht eine Zumutung sei, nur den Kopf schütteln. Leider gilt ja in dieser Pandemie nicht, dass jeder für sich entscheiden kann, wie er das denn handhaben möchte. Immer besteht die Gefahr, dass ein Unvernünftiger viele andere mit ansteckt. Wir haben diese Covid-Sache noch nicht überstanden, das müssen wir täglich in den Nachrichten lesen und das ist eine Tatsache, die man einfach nicht leugnen kann.
Gerade deswegen ist es so unfassbar notwendig, gut auf uns aufzupassen, unser Immunsystem zu stärken, uns vernünftig zu ernähren und zu bewegen usw.! Normal denkenden Menschen muss man ja auch die Hygieneregeln nicht mehr erklären.
Aber neben all dem ist es auch superwichtig, unsere Emotionen möglichst „im positiven Bereich“ zu halten. Mir ist vor einiger Zeit zu diesem Thema ein interessanter Artikel von der Autorin Renata Beffa in die Hände gefallen, der sich mit den energetischen Schwingungen beschäftigt. Ein bisschen esoterisch, aber interessant. Auch, wenn dieser Ansatz knackigen wissenschaftlichen Studien nicht wirklich standhält, ist es wert, sich damit zu beschäftigen.

Schaut mal, was sie schreibt:
„Alles ist Energie bzw. Schwingung! Wir, ich, du, alles … und zwar mit einer bestimmten Frequenz. Wie bei jedem anderen Virus hat COVID-19 eine niedrige Schwingung (ca. 5,5 Hz-14,5 Hz). Bei 25,5 Hz und höher stirbt das Virus. Für eine Person, die in hohen Schwingungen lebt, d.h. in Verbindung mit der Seele, ist es nicht gefährlicher als eine akute Atemwegsinfektionen, weil der Körper eines gesunden Menschen höher „schwingt“. Nur gelegentlich rutscht er aus verschiedenen Gründen in niedrigere Schwingungen. Die Gründe dafür können mehrere Störungen in der Energiebilanz sein (Müdigkeit, emotionale Erschöpfung, Unterkühlung, chronische Krankheiten, Nervenspannung usw.).
Das Virus ist in der Natur, außerhalb des Körpers, nicht widerstandsfähig. Die durchschnittliche Gesamtfrequenz der Erde beträgt heute 27,4 Hz und wäre daher destruktiv für das Virus, aber es gibt Orte, an denen diese Frequenz reduziert wird, d.h. natürliche oder künstlich geschaffene geopathische Gebiete (Krankenhäuser, Gefängnisse, Elektroleitungen, U-Bahn und öffentliche Elektrofahrzeuge, Einkaufszentren, Büros, Kneipen usw.), wo die Schwingungen unter 20 Hz fallen.

Für Menschen mit niedriger Vibration ist dieses Virus gefährlich:
Schmerz: von 0,1 bis 2 Hz;
Angst: von 0,2 bis 2,2 Hz
Ärger/ Wut: von 0,6 bis 3,3 Hz
Entzündliche Prozesse von 0,9 bis 3,8 Hz;
Innere Unordnung: 0,6 bis 1,9 Hz;
erhöhte Temperatur: 0,9 Hz;
Stolz: 0,8 Hz;
Einsamkeit: 1,5 Hz;
Überlegenheitsgefühl: 1,9 Hz;

STATTDESSEN:
Großzügigkeit: 95 Hz;
Dankbarkeit: 45 Hz;
Dankbarkeit von Herzen: 140 Hz und mehr;
Wertschätzung: 144 Hz und mehr;
Einfühlungsvermögen: 150 Hz und mehr
Liebe (wie man sie zu jemandem sagt), das heißt, wenn eine Person versteht, dass Liebe ein gutes, helles und großes Gefühl ist, aber noch nicht gelernt hat, mit dem Herzen zu lieben, Vibration 50 Hz; „ich liebe dich“.
DIE LIEBE, die eine Person mit ihrem Herzen zu allen Menschen ohne Ausnahme und allen Lebewesen fühlt: 150 Hz und mehr; Bedingungslose Liebe 205 Hz und mehr.

Seit Jahrtausenden betrug die Frequenz unseres Planeten 7,6 Hz. Die Physiker nennen es Schumann-MRT und es liegt an dem Schlag, der durch die Strahlen im Raum zwischen Erde und Ionosphäre erzeugt wurde, der als Wellenführer und Resonator spielt. Der Mensch fühlte sich unter diesen Bedingungen wohl, da die Vibrationsfrequenz seines Energiefeldes dieselben Parameter, 7,6-7,8 Hz, hatte. Die Frequenz von Schumann hat sich jedoch rasch erhöht. Wir folgen der Dynamik:
Januar 1995 – 7,80 Hz
Januar 2000 – 9,3 Hz
Januar 2007 – 9,80 Hz
Januar 2012 – 11,10 Hz
Januar 2013 – 13,74 Hz
Januar 2014 – 14,86 Hz
Februar 2014 – 14,14 Hz
März 2014 – 15,07 Hz
April 2014 – 15,15 Hz.
2020 haben wir 170 Hz erreicht.

Wenn wir diese Situation betrachten, wird klar, dass eine Person, die ihre Vibrationen nicht erhöht, bald auf die eine oder andere Weise den Planeten verlassen wird. …
Aber wir sollten keine Angst haben! Denn:
Du kannst deine Schwingung erhöhen, indem du mit dir selbst
arbeitest und bewusstes Verhalten von Einheit und Liebe aktivierst.
P.S. Jede negative Emotion schließt den Zugang zum Bewusstsein.“

Bewusst-Sein: wäre doch schön, wenn wir das hinkriegen könnten, oder? Ich mag diesen Ansatz und positive Emotionen haben ja nun auch noch nie geschadet.
Also nutzen wir die Zeit, um an uns zu arbeiten es uns und unseren Lieben energetisch gut gehen zu lassen. Bleiben wir in unserem bewussten Sein. Wenn das dann auch noch eine Schwingungs-Schutzmauer gegen Covid-19 schafft: perfekt!

Feiern wir das Leben und die Liebe, seien wir doch zur Abwechslung mal „bewusst gut“ zu uns und unserer Umgebung und halten unsere Herzen offen.

Hilft vielleicht … wer weiß. Ausprobieren schadet sicher nicht.

Schöne bewusste Woche noch – voller guter Gefühle!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 05. Juli 2020

Ihr Lieben, ich muss das heute einfach mal los werden.
Es gibt etwas, dass sich mir aus menschlicher Sicht so überhaupt nicht erschließt … und das ist die Entwicklung der Psyche mancher Politiker während ihrer aktiven Tätigkeit in einem beliebigen Amt (diese Ämter wechseln ja des Öfteren, auf den Inhalt scheint es also nicht anzukommen).
Wenn man sich aus dieser Verstandes-Not heraus durch die gängigen Onlineportale arbeitet, die auf alles eine Antwort ausspucken, findet man zum Thema Politik so schöne Sätze wie:
• Politik bezeichnet die Regelung der Angelegenheiten
eines Gemeinwesens durch verbindliche Entscheidungen
• Politisches Handeln kann durch folgenden Merksatz
charakterisiert werden: „Soziales Handeln, das auf
Entscheidungen und Steuerungsmechanismen
ausgerichtet ist, die allgemein verbindlich sind und das
Zusammenleben von Menschen regeln“.

So weit, so gut. Mir gefallen Worte wie „Gemeinwesen, verbindliche Entscheidungen, soziales Handeln, Zusammenleben von Menschen regeln“ usw.

Ein idealer Politiker ist für mich ein umsichtiger und kluger Mensch mit hohen Führungsqualitäten, der auch mal unbequeme Entscheidungen zum Wohle der Gemeinschaft treffen muss und kann, der weiß, welche Themen und Probleme die „Mit-Bürger“ so umtreiben und der es schafft, für größtmögliche Zufriedenheit zu sorgen.

Beruf Politiker – das erfordert aus meiner Sicht eine starke, verantwortungsbewusste und reife Persönlichkeit und gefestigte Psyche. Diesen höchst anspruchsvollen Beruf sehe ich im Übrigen auch nicht als Teilzeitjob ohne Kenntnis der Materie, dafür aber ausgestattet mit der lukrativen Möglichkeit zu einer Fülle von gut bezahlten Nebentätigkeiten sondern als Hauptaufgabe. 24/7 sozusagen.
Irgendwie scheinen aber immer wieder viele „sogenannte“ Politiker zu denken, den Job könne man absitzen – zur Not mit einer Anwesenheitsbescheinigung, die der Kollege unterschreibt.
Können muss man nichts, Selbstdarstellung ist wichtiger und zudem ist das Polit-Pöstchen auch noch angesehener als jenes von Social-media-„Influencern“ und influencen tut man ja so oder so nix …. Dafür hat man ja dann diese Berater.

Diese möchte-gerne-Politikmenschen präsentieren sich mit ihrem merkwürdigen Gehabe nicht nur unprofessionell -und unverschämt- sondern erscheinen als instabile, entscheidungsschwache, wankelmütige, ängstliche und inkompetente Politiker, sind ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. Sie verpulvern ein Vermögen an „Beratern“, (die natürlich der Steuerzahler bezahlt, der bei ähnlicher „Leistung“ schon rausgeflogen wäre).

In den Untiefen der Seele so manch eines „Politikers“ scheinen solch unreflektierte Anteile wie Hab- und/oder Raffgier, Eigennutz, hochgrader Egoismus, A-Sozialität, Verklärung und grenzenlose Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und Personen zu lauern, gewürzt mit der übelkeitserregenden Idee, Ausbeutung von Menschen, Tieren und der Natur sei legal.

Wie kommt es nur immer wieder zu diesen unerträglich elenden Dauerschleifenthemen, die wir in wechselnder Besetzung mit schönster Regelmäßigkeit aufgetischt bekommen? Beraterhonorar- Affären (immer mindestens 5-stellige Summen übrigens!), Diätenerhöhungen (immer wieder unangemessen), Nebentätigkeiten (immer mehr als eine, immer hoch dotiert irgendwie im Aufsichtsrat o.ä. angesiedelt!) und einem sich aufblähenden Staatsapparat, in dem jeder nach ein paar Monaten eine stattliche Pensionsvergütung für sein „Pöstchen“ bezieht.
Wie wird ein Mensch SO skrupellos? Einfach, weil es geht????? Wo sind denn die, die das zulassen und die bitte allmählich mal laut NEIN sagen sollten?
Gibt es überhaupt noch so etwas wie ein „normales Werteempfindungen“ bei diesen Zeitgenossen? Oder macht man einfach, was viele im Umfeld tun?
Ist das so einfach?
Können Menschen, die gestern noch kritisch gewesen sind (besser: gewesen zu sein scheinen) heute fette Beraterhonorare einstreichen und das auch noch schamlos für sich rechtfertigen?
Schämen die sich denn so gar nicht, wenn sie ihr Verhalten mit dem der „normalen Menschen“ mit „normal-schmalen“ Einkommen vergleichen? Tun die das überhaupt oder haben die jegliche Bodenhaftung und jeglichen Bezug zur Realität verloren???
Macht scheint den ein oder anderen Charakter tatsächlich derart zu verderben, dass es fassungslos machen kann. Nicht nur in der Politik, nein, auch in einigen Teilen der Wirtschaft hat man offensichtlich seit langer Zeit den dauerhaften „Lock-down“ für gewisse Werte und die Moral im Allgemeinen beschlossen.
Gewissen? Scham?
Abgeschafft, lästig, unnötig, gilt nur für kleine Leute, die ehrbar sein sollten, sparen müssen usw. …

Mal ehrlich: Könntet ihr auf Milliarden Euros gut schlafen, an denen das Blut unzähliger Lebewesen und die Ausbeutung, das Elend anderer Menschen klebt?
Würdet ihr zufrieden seufzend alle Entscheidungen für 4 Jahre treffen? Länger ist nicht nötig, bis dahin hat man ja die eigenen Schäfchen im Trockenen und wenn man zwischendurch scheitern sollte, wechselt man das Amt. Merkt doch keiner, es gibt doch Berater, meine Damen und Herren. Die Anderen? Sozialwohl? Gemeinwesen? Verbindlich? Unsinn, geht mich nichts an.

Also bitte helft mir zu verstehen, was da schief läuft. Ich bin manchmal nur fassungslos und schockiert und schäme mich, ein echt braves deutsches Bürgerlein zu sein, wenn ich die Zeitung lese. Also ok, braves amerikanisches Bürgerlein wollte ich heutzutage erst recht nicht sein, aber das führt jetzt zu weit ….
Ich weiß nur, dass ich meinen moralischen Werten treu bleiben werde und auf „Blutgeld“ nicht schlafen könnte.
Gar nicht.
Ich freue mich von Herzen, wenn es Menschen und Tieren gut geht. Und ich möchte nicht anders leben. Wenn ich träume, dann sicherlich von einer besseren Welt.
Und von gerechten Strafen. Vielleicht könnte man das Strafgesetz derart ändern, dass die Strafe darin besteht, die eigene Tat erleben zu müssen … fänd ich irgendwie fair.

So, nun gönne ich mir einen Rotwein.
Prost.
Auf den Sommer.

Schöne Woche wünsche ich euch allen!

P.S.: So eine Kolumne gibt nur meine Meinung wieder. Und die musste ich heute mal loswerden. Geht mir schon besser jetzt …Danke fürs Lesen. Lasse es euch gut gehen!!!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 28. Juni 2020

Jetzt ist kalendarisch tatsächlich Sommer. Das ist nicht nur an der Wärme, den Gewittern und den Grillfesten zu erkennen sondern auch daran, dass in den Modehäusern und auf den entsprechenden online-Shoppingseiten die neue Herbstmode angepriesen wird, begleitet von „Sale“, „Supersale“ und weiteren Rabattschlachten.
Was in der Fashionszene gilt, gibt es übrigens auch im Gesundheitssystem. Wenn auch nicht ganz so schnell getaktet wie in der Modewelt, so gibt es doch auch hier „Trend-Krankheiten“, die sich durch die Auswirkungen unseres veränderten Lebensstil entwickeln und zu „Trends werden“.

Logisch, dass auch die Psychoszene da mitspielen möchte, die sich ansonsten in modischer „up to date“ Richtung eher so ein bisschen zurückhält.
Ich habe kürzlich eine hübsche kollegiale Wortschöpfung amerikanischer Psychologen entdeckt, die eine „neue Angstproblematik“ beschreibt:

FOMO.
The Fear Of Missing Out.

Zu deutsch: Die Angst, etwas zu verpassen. Diese neue Angst liegt schwer im Trend und bezieht sich hauptsächlich auf digital aktive Menschen, die den ganzen Tag „breaking news“ lesen, twittern, chatten, klicken und scrollen, liken und posten, um ja „up to date“ zu sein. Bloß keine Nachricht verpassen!

Das sind solche Zeitgenossen, die einem im Supermarkt den Einkaufswagen in die Fersen rammen (mit Handy in der Hand), im Straßenverkehr auf dem Kofferraum kleben (mit Kopfhörer im Ohr) und in der Fußgängerzone immer drängeln oder im schlimmsten Fall mit ihrem wichtigen Gerät in der Hand gegen Laternenpfosten laufen. Keine Zeit!!!! Mit dem Hund gehen? Nöööö, das Handy wird ausgeführt, der arme Hund ignoriert. Mit den Kindern beim Spaziergang reden? Ach was, die bekommen doch eh bald einen Gameboy, wozu mit den Kleinen eine Beziehung aufbauen? Über den Zebrasteifen gehen ohne die Mails zu checken? Unnötig, Leben in der realen Welt wird doch auch irgendwie überbewertet …

Warum? Weil man doch nichts verpassen darf !!!!!
Zuhause ist da, wo bestes Wlan ist.
Dort sitzen die FOMOs dann stundenlang wie menschliche Schildkröten mit gekrümmtem Rücken, den Kopf leicht in Richtung des Bildschirms gereckt und verfolgen die Nachrichten. Nur die Augen und die flinken Finger bewegen sich noch …

Wie schade!!! Das Leben wartet doch nicht, es ist kein Hintergrundrauschen. Es findet außerhalb des Bildschirms statt, will gelebt, erspürt und erfahren werden, das wissen wir längst. Wer erkennt, dass er zu viel Zeit online verbringt, sollte eine Pause einlegen, innehalten und sich fragen, ob das noch normal ist oder auf dem Weg in eine Störung mündet?
Kann ich noch offline leben?

Den Moment genießen, Beziehungen leben, die Natur spüren, sich selber fühlen und Spaß haben in der realen Welt, Da-sein und Anteil nehmen, sich kümmern um die Welt, die Menschen und die Tiere – und ab und zu ein bisschen Surfen im Netz. Auf die Dosis kommt es an, das ist so alt und so langweilig und so wahr. Noch immer. Auch wenn es toll ist, dass so vieles mittlerweile online zu regeln ist, das reale Leben ist doch viel zu wertvoll, um es in den virtuellen Welten verschwinden zu lassen, oder?

Schöne, genussreiche er-lebnisvolle Woche noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 21. Juni 2020

An diesem Sonntag, dem 20. Juni haben wir kalendarischen Sommeranfang, feiern den längsten Tag des Jahres mit dem Mittsommerfest und die ersten Bundesländer starten in die Sommerferien.
Ganz schön was los für einen einzigen Tag.
Die Kinder in NRW müssen noch eine Woche warten, dann heißt es auch für sie: Ferien. Aber es werden so ganz andere Ferien sein, als wir bisher kennen und lieben gelernt haben: weniger gesellige Fröhlichkeit und mehr Einschränkungen, Abstand halten und vorsichtig bleiben.

Wenn ich an den Grund denke –dieses aus China in die Welt gestreute, Leid und Tod bringende Covid 19 Virus- dann bin ich traurig und ich stelle fest, dass ich alt werde.
Warum?
Weil alte Leute immer an „Früher“ denken und das tue ich auch gerade. Die großen Ferien meiner Kindheit sind eine (wahrscheinlich leicht verklärte) Zeit voller herrlicher Erlebnisse, die nach frisch gemähtem Gras, Erdbeeren und Freiheit in ländlicher Umgebung duftet.
„Früher“ konnte man die Erdbeeren ernten, ohne in Folientunnel kriechen zu müssen, auf der Straße ohne Helm Rad fahren, barfuß am Meer laufen, ohne ständig in Plastikmüll stecken zu bleiben.
„Früher“ war alles besser, was ja nun definitiv nicht stimmt, gerne aber behauptet wird und das auch noch generationsübergreifend.
Für meine Oma war das auch schon so, Neuerungen wurden beargwöhnt, das scheint in der Natur des Menschen zu liegen. Das Telefon, das aus der Wand kam zeigte sich für Oma als ein unheimliches Übel, ich will mir gar nicht ausmalen, was sie wohl zu Twitter, Facebook oder Instagram gesagt hätte.

Sechs Wochen ohne Schule, was war das herrlich! Ein bisschen verreisen und viel zuhause sein. Mit den Freundinnen und Freunden auf der Straße spielen. Ständig aufgeschürfte Knie und Ellbogen gehörten ebenso dazu wie das Eis vom Wagen, der klingend durch die Straßen fuhr. Stapelweise Bücher lesen, in den Tag träumen, mit Oma Obst pflücken, einkochen und Kuchen backen, der noch warm im Schatten des Apfelbaumes im Garten verspeist wurde. Bauchschmerzen hinterher inklusive, aber dagegen gab es ganz heimlich einen winzigen Schluck Kirschschnaps von der Großtante.
Einmal sind wir alle aufgeflogen, meine Oma, meine Schwester, die Großtante und ich, als wir alle vier ein bisschen zu lustig waren, weil der Schluck Kirschschnaps doch ein bisschen zu groß ausgefallen war. Es krachte ordentlich, meine Eltern waren „not amused“! Also haben wir beim nächsten Mal besser aufgepasst. Es hat mir nicht geschadet ….
Schön war das in diesen großen Ferien, einfach, aber schön. Wenn verreist wurde, ging es entweder mit der Familie ans Meer nach Pellworm oder Dänemark, alternativ in den Schwarzwald, nach Bayern oder Südtirol. Geld im Überfluss zum Ausgeben für teure Urlaub war nicht da. Geflogen sind wir nie. Aus heutiger Sicht hatten wir alle in meiner Familie einen ganz schön schmalen ökologischen Fußabdruck – nicht nur in der Urlaubshinsicht sondern allgemein. Gemüse bauten die Gärtner rund herum an, das ging man ernten, zeigte den prallvollen Korb und bezahlte. Nix in Plastik packen oder so, oh nein. Oma oder Mutter kochten abwechselnd für alle, nähten und strickten und strahlten eine Grundzufriedenheit aus, wie ich sie in meinen späteren Jahren nicht mehr oft erlebt habe (und nach der ich heute selber oft genug auf der Suche bin).
Sommer, das war eine beschauliche, schöne Ferienzeit ohne gewaltige Anstrengungen in jeglicher Richtung. Ferien waren zum Ausruhen da und ich durfte mir jeden Tag die Frage stellen, was ich denn wohl tun wollte. Langeweile empfand ich als unglaublich kreativ, denn daraus entwickelten sich immer die schönsten Ideen und irgendwann ist mir auch immer etwas eingefallen.
Und heute? Heute hätte ich gerne wieder ein bisschen von diesem „Früher“ zurück. Für mich und ganz besonders für die Kinder, die in diesen Wochen und Monaten in die Ferien starten und auf so vieles verzichten müssen. Schöne Erinnerungen müssen doch erst erlebt werden, ehe man mit liebevoller Nostalgie an sie denken kann.
Damit aus dem „Heute“ eine schöne Basis für ein „Früher“ werden kann, müssen die Erlebnisse doch Zeit haben, einen Teppich voller bunter Erinnerungen und Träume weben zu können …

Lasst uns zusammen die Welt in diesem Sommer, dem ein bisschen die schmetterlingstanzende Leichtigkeit fehlt, etwas schöner machen. Ein klein wenig so wie „Früher“, das wünsche ich mir heute …

Schöne Sommerwoche noch!

Schreibschwesters Kolumne zum Sonntag, 14. Juni 2020

Freundschaften sind schön. Sie sind ein bisschen das Salz in der Suppe des Lebens, so etwas wie der Gleichklang verbundener Seelen. Ohne diesen Austausch, diese Freude, sich zu sehen, zu begegnen und zu erzählen, was so los ist im Leben, fehlt etwas. Das wissen und spüren wir nicht erst seit wir im Corona-Lockdown waren.
Wenn man an zwei Orten auf dieser schönen Welt leben darf, ergeben sich auch Freundschafen an beiden Orten. Die wohl berührendste neue Freundschaft, die wir seit gut einem Jahr miterleben dürfen, ist allerdings keine unter Menschen – sondern eine unter Hunden.

Kurz nach dem Umzug in das neu renovierte Ferienhaus kam ein Mann mit einer wirklich sehr kleinen, zuckersüßen (aber frechen), schneeweißen Jack-Russe-Terrierhündin am Zaun vorbei. Er meinte, sie sei schwierig, zwicke andere Hunde und sei nicht so verträglich.

Hm.

Sie hielt an, wedelte voller Entzücken mit dem Schwänzchen, als sie unsere Zwei sah, musste mit ein bisschen Gewalt nach Hause bugsiert werden. Von da an kamen sie immer öfter, erst einmal am Tag, dann zweimal. Dieser kleine Hund führte sein großes Herrchen zu uns, so viel stand fest. Ein anderer Spaziergang? Er hatte keine Chance.
Und jedes Mal wedelten dabei zwei Schwänzchen besonders begeistert: Das der kleinen weißen Dame und der unseres Cairnterrier-Rüden Nicki.
Irgendwann haben wir sie samt Herrchen, der ein wenig ängstlich war, dann mal in den Garten gebeten. Von da ab gab es kein Halten mehr. Die Hunde jagten ihre Runden um das Haus, dass es eine Freude war. Unserer kleine Rumänin Flika hielt sich ein wenig abseits, das weiße Wiesel war ihr wohl zu stürmisch.
So viel zu nicht verträglich … es muss halt passen, sie ist klein, aber jeder Zentimeter eine Dame, eine wählerische Dame natürlich!

Nach nur sechs Monaten (!!) wurden auch wir Menschen beachtet, sogar akzeptiert und tatsächlich auch beschmust, dass es einem das Herzchen öffnen konnte. Offenbar verschenkt Madame ihr Herz sehr vorsichtig, wenn – dann aber zu Hundertprozent.
Der traurige Punkt aber ist der: Wenn wir wieder abreisen, zerrt sie ihr Herrchen trotzdem vor das verschlossene Haus und frisst schonmal zwei Tage schlecht … das ist ganz schlimm zu wissen und tut uns schrecklich leid!

Tja und auch während unserer gut viermonatigen Abwesenheit durch Corona war sie täglich da, um bei ihrer „Second Residence“ zu kontrollieren, wo Nicki denn bleibt. Immer haben wir Fotos bekommen und immer hat es uns traurig gemacht, wenn die aufmerksame kleine Hundedame vor dem Tor stand und hineinspähte in den leeren, hundelosen Garten.

„Ist er da, der Nicki? Nein? Warte Herrchen, noch ein paar Minuten, vielleicht kommt er noch raus …na, ok, dann morgen wieder. Morgen ist er bestimmt da …!“

Jeden einzelnen Tag war sie dort. Ob es regnete, kalt war, ungemütlich, zu heiß, nichts hat sie gestört … das ist so unfassbar anrührend und schrecklich zugleich.

Gestern war es dann soweit. Endlich! Vor Aufregung zitternd kam sie in den Garten, konnte ihr Glück kaum fassen, war erstmal ein wenig irritiert, vorsichtig, schüchtern – aber dann, dann gab es kein Halten mehr. Erstaunlicherweise hat auch Nicki wenig Minuten bevor sie kam, angefangen zu jaulen – wahre Hundefreundschaft!!!
Ein kleines glückliches und flinkes Hundegespann hat zusammen den Garten zurückerobert und anschließend sprang sie uns Menschen nacheinander auf den Schoß, um uns abzuschlecken und Hallo zu sagen.

„Wo seid ihr nur so lange gewesen? Ich habe jeden Tag nach euch geschaut und auf euch gewartet, es hat sooo lange gedauert … schön, dass ihr jetzt endlich wieder hier seid. Bleib noch ein bisschen, ja?“

Und als Herrchen meinte, er und seine Frau hätten verfügt, dass –falls mal was passieren sollte, man wisse ja nie- also, dass wir dann den Hund nehmen. Ob das in Ordnung wäre und ob wir das tun würden? Also da haben wir dann alle eine Fliege ins Auge bekommen und mussten ein bisschen Weinen. Klar, keine Frage. Für Freunde ist man doch da, für solche mit zwei Beinen und solche mit vier Pfoten. In guten wie in schlechten Zeiten.

Gleich bringt sie Herrchen und Frauchen zum Kaffee trinken mit … Schön ist das, einfach schön!
Freunde machen glücklich, die auf vier Pfoten erst recht.

Schöne freundschaftliche Woche noch!

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