Kathrin Reitz schreibt

Offizielle Webseite & Blog von Schriftstellerin Kathrin Reitz

Kategorie: Leseproben

Leseprobe: Rezepte für die Seele

Probierrezepte aus „Rezepte für die Seele

  • Vorspeise: Angsthasen-Wrap mit Hoffnung
  • Hauptgericht: Wienerschnitzel für beschwingte Zeiten
  • Süßes und Nachtische: Tassenkuchen „Cupcakes“ gegen Prüfungsängste

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Leseprobe: Tagebuch einer Verlassenen

29. Mai

Aachen. Ein Mittwochabend Ende Mai. Pontstrasse, erste Ausgehadresse der Stadt. Das Leben pulsiert um mich herum und ich fühle mich einfach wunderbar. Das war echt eine klasse Idee von mir, einfach noch einmal raus zu gehen und hier bei meinem Lieblingsitaliener eine Kleinigkeit zu essen. Auch, wenn es schon spät am Abend ist und man da eigentlich nichts mehr Essen sollte, weil das direkt auf die Hüften geht.

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Leseprobe: Traumtyp zwischen Frankfurt und Braunschweig

Schön. Ich bin gerne auf Reisen, im Winter am liebsten mit der Bahn. Unterwegs sein ist aufregend und diese flüchtigen neuen Bekanntschaften, diese Begegnung zweier Leben für eine winzige Momentaufnahme macht alles noch spannender. Manchmal sind solche Bekanntschaften beeindruckend, außerordentlich sogar. Ein Seelenfunke, der einen trifft und kaum wieder loslässt. Heute ist es mir so gegangen.

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Leseprobe: Die Kirschlorbeeren schlagen zurück

Mönchengladbach, Juli 2011, lauer Sommertag

Ich bin aufgeregt. Sehr sogar. Drei Wochen nach meinem fünfundfünfzigsten Geburtstag kehren wir wieder nach Hause zurück. Mein Mann Markus und ich haben uns einen Traum erfüllt und ein Sabbatjahr genommen. Gut, eigentlich nur ein halbes, denn länger ging nicht im Büro von Markus, ich als Lehrerin in Teilzeitstelle hätte das hinbekommen, aber so war es auch in Ordnung. Wir wollten etwas von der Welt sehen, diesen Traum träumten wir schon ganz lange, genau genommen seit unseren Studentenjahren und endlich, endlich haben wir ihn uns erfüllt.

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Leseprobe: Die Gabe der Libelle Libanette

Es war einmal vor Hunderten von Jahren, weit vor unserer Zeit, eine gütige Nonne. Ihr Name war Olana und sie lebte in einem Kloster, das in einem fernen Land lag. Dieses Land lag weit hinter dem Horizont unserer Vorstellung und war nur bei Vollmond über tausend Berge, einhundert tiefgrüne Wälder und fünfzehn blauschimmernde Ozeane zu erreichen.

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Leseprobe: Engel für dich

Auf der Intensivstation ist es an den Bettenden manchmal ziemlich voll. Da sitzen sie: groß, klein, weiß, schwarz, rot, leuchtend, wunderschön, majestätisch oder auch unauffällig, zurückhaltend, schüchtern. In Menschen- oder Tiergestalt. Engel in allen Farben und Formen, die man sich nur vorstellen kann. Der Engel, den ich meiner Mutter geschickt habe und der für gewöhnlich mich im richtigen Leben begleitet, ist strahlend weiß, riesengroß und hat ein gütiges Gesicht. Seine Flügel sind aus weißen Daunenfedern, die ich manchmal, wenn das Leben besonders hart und anstrengend ist, fühlen kann. Richtige Reinkuschelflügel eben. Ganz weich. Genau richtig für Mami für die Zeit vor, während und nach der Operation. Wenn er diese riesigen Flügel um jemanden legt und bewegt, leicht, nur ganz, ganz leicht, gleitet wärmende Energie in jede Zelle der Person, die er gerade beschützt. Jetzt eben in Mamis Körper.

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Leseprobe: Das Kichern der Kirschlorbeeren

Mönchengladbach, Juli 2001, laue Sommernacht

Hier sitze ich nun auf meiner Terrasse, genau drei Wochen nach meinem fünfundvierzigsten Geburtstag. Der leichte Wind der lauen Julinacht streichelt mein Gesicht und lässt das Laub der Büsche im Garten rascheln. Heute ist es ein herrlicher Garten, genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Hinter dem Haus ein italienisch anmutender Hof mit Springbrunnen und großen Terrakottatöpfen, vorne, vor der Längsseite des Hauses eine große, sattgrüne Rasenfläche mit dezent geschwungenen Beeten voller Rhododendron und einigen immergrünen Kirschlorbeerbüschen. Aber es sind nur wenige Kirschlorbeerbüsche, die das Massaker überlebt haben. Ich sitze hier und kann sie kichern hören. Es gibt nichts Schlimmeres als kichernde Kirschlorbeeren in einer romantischen Julinacht. Ehrlich! Mein Mann Markus hat sich anfangs ernsthafte Sorgen gemacht, als ich ihm erzählte, dass diese Büsche kichern. Aber sie tun es und ich kann es hören. Leider kann nur ich es hören und zwar seit einem halben Jahr, seit ich begonnen habe, den Garten umzugestalten.

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