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Dies ist meine ganz persönliche Liebeserklärung an meine alte Hundedame Diva. Wer je mit einem so wunderbaren, besonderen Wesen zusammenleben durfte wie ich in den letzten siebzehn Jahren, der weiß genau was ich meine. Eine solch innige, tief verbundene Tier-Liebe kann man nicht beschreiben, man kann sie nur erleben.

Fellnasen-streichel-kuschel-flauschig-wohlig-watteweich fühlt sich das an. Zum darin baden, zum endlosen freuen, zum miteinander glücklich sein dürfen.

Dabei ist es vollkommen unwichtig, ob es sich nun um einen Hund, eine Katze, einen Vogel, Hasen, Esel, Pferd oder eine Schildkröte handelt. Unsere Tiere begleiten uns auf so einzigartige Weise auf unserem Lebensweg und bereichern uns mit ihrer unerschöpflichen Liebe und Freude ein Leben lang. Tag für Tag. Immer wieder.

Stets haben sie uns aufmerksam im Blick, erkennen unsere Launen und Stimmungen viel früher als wir denken, freuen sich über uns, wenn wir lustig und ausgeglichen sind und meiden uns, wenn wir schlecht gelaunt sind – gerade so, als wollten sie uns dezent darauf hinweisen, dass wir keine guten Spielgefährten sind in diesem Zustand. Manchmal helfen sie uns sogar dabei, einen Teil unserer Lebenslast zu tragen, machen uns aufmerksam auf Dinge, die wir nicht erkennen können oder wollen. Immer sind sie für uns da, so wie wir, die wir Tiere lieben und zu schätzen wissen, umgekehrt auch für sie da sind.

Tiere sind Engel mit Fell oder Federn, die uns begleiten und behüten.

Mein Diva-Engel begleitet mich nun schon eine halbe Ewigkeit. Aber eben nur eine halbe, das stelle ich in den letzten Wochen besorgt fest. Es dürfte eine ganze Ewigkeit werden, wenn es nach mir ginge, aber das Drehbuch unser aller Leben wird wohl an anderer Stelle geschrieben. Dort legt man sicher auch den Anfang fest, den wir nicht kennen. Und auch das Ende, das wir gar nicht erst wahrhaben wollen.

Mein wundervoller Wildfang ist ruhig geworden, langsam, hat sich ein bisschen in sich selbst zurückgezogen. Zufrieden, ruhig, weise. Manchmal wirkt sie, als ob sie nicht mehr ganz hier wäre auf dieser Welt, weit geht der Blick dann in die Ferne. Verträumt. Müde. Vergesslich. Vieles geht nicht mehr so einfach wie früher, eigentlich ganz klar in diesem Hundealter und völlig in Ordnung.

Ich passe mich gerne an, habe sie im Blick, schließlich bin auch ich langsamer geworden über die Jahre … und heute freue ich mich noch mehr über sie als früher. Jeder Tag  bisher war wunderbar. Aber alle diese Tage, die hinter uns liegen, die wir gespielt haben, gerannt sind und das Leben gemeinsam gefeiert haben, hatten nicht dieses Wort im Gepäck, dieses Wort „noch“.

Allmählich ist es aber eingezogen in unser Haus und unser Leben. Jetzt wohnt es ständig mit uns. Es macht Leben bewusster, lässt mich den Moment an der Seite meines Fellnasen-Engels genießen. Wie wunderbar es doch ist, sie zu kraulen oder ihr leichtes Schnarchen zu hören, wenn sie schläft, ihre dankbare Freude zu sehen, wenn sie meine Hände schleckt und wenn das angebotene Leckerchen noch immer zügig schmatzend verspeist wird.

Aber das „noch“ hat auch eine leichte, nebelzarte Traurigkeit im Gepäck. Ohne die scheint es nicht zu gehen, wenn man ein Wesen so sehr liebt und dieses besondere Hunde-Engel-Wesen liebe ich unendlich.

Nur ein Tier gibt diese reine, tiefe und bedingungslose Liebe. Und die möchte man einfach behalten, am liebsten für immer.

Bleib bitte einfach noch ein bisschen, ja?

 

 

 

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