Heutiger Titel:
Meine Freundin, die Außerirdische vom Planeten Zuckerschön aus der Honigstraße.

In diesen herausfordernden Zeiten gibt es immer wieder kleine, persönliche Lichtblicke für mich, die mir unendlich viel bedeuten, weil sie mir mit sofortiger Wirkung ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
Dazu gehören die liebevollen kleinen Grüße „zwischendurch“ für und von meinen Freundinnen. Einige dieser Herzladys begleiten mich schon seit Jahrzehnten, seit wundervollen Ewigkeiten. Schönes und Leidvolles haben wir geteilt, geschont hat das Leben keine von uns.
Und trotz – oder gerade wegen- dieser so unterschiedlichen Erlebnisse haben wir es geschafft, zu unserer Kreativität zu finden. Jede von uns auf ganz eigene Weise.

Uber eine dieses besonders kreativen Freundinnen möchte ich heute erzählen. Sie heißt Carmen.
Wir haben uns vor ewig langer Zeit in Berlin kennengelernt. Wir reden vom Jahr 1984, denke ich. Da war sie auf einmal: Sie kam mit dem Gefühl in mein Leben gerauscht, als hätte ich meine kleine Schwester wieder getroffen. Optisch war das mehr als schlecht möglich, denn während ich eher Typ nebliges, kühles Sommersprossen Schotten-Hochland bin, ist sie eine sinnlich-temperamentvolle Sommersonnenblüte. Mit türkischen und spanischen Wurzeln und: Mit Berliner Akzent. Ein prachtvolles Wunderwesen voller Energie und Kreativität.

Während meines Studiums in Hamburg hat sie mich mehrfach besucht und trug Klamotten, die einfach Design sein mussten. Waren sie aber nicht.
Denn kreativ-Carmen kaufte im Billigladen und hatte ein Händchen für Accessoires, nähte edle Knöpfe von alten Chanel-Fummeln (Chanel – eine ihrer Inspirationen!!) vom Flohmarkt an diese Allerweltsteile und voila … der Fummel WAR Design.
Ich staunte und staunte. Ja, und staunte.
Das war Carmen.
Jahrzehnte später (wir schreiben mittlerweile das Jahr der sozialen Medien) entdeckte ich zufällig eine weitere, kreative Leidenschaft, von der mir dieses bescheidene Wesen NIEMALS etwas in unseren Telefonaten berichtet hat:
Bilder von Süßem, von Keks, Schokolade und Co.
Auf Instagram.
Sie hat ganz still ein kleines Label gegründet und stellt Süßwaren für den Privatbereich her, backt und verziert, bemalt in liebevollster und detail-verliebter Kleinstarbeit.
In eigener Handarbeit.

Sweet_Table_Rocks hat sie das genannt. Ihr müsst das angucken.

Nun wird aber der Begriff „Keks“ dem so gar nicht mehr gerecht, was da präsentiert wird. Es ist eher hammermäßige Backzauberkunst, die nicht mehr von dieser Welt erscheint.
Das will ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten, denn jedes Mal, wenn sie ein neues Foto ihrer süßen Glücklichkeiten postet, bin ich derart hingerissen, dass ich das jetzt hier und heute einfach teilen MUSS.
Schon ein einziges Foto von Carmen versüßt mir den Tag (im wahrsten Sinne des Wortes) – und so etwas in gerade diesen Zeiten ist ein süßer Seelenmoment, den ich auch anderen Menschen von Herzen gönne.
Süße Esszauberkunst.

Für einen Moment tauche ich dann wirklich ein in ihren Kosmos aus Glücklichkeiten, Süßem und wunderhübschem Zuckerzauber.
Und vergesse #TrumpwillnichtgehenCoronaLockdownverlängerung. Komplett.
Als ich am Donnerstag dieser Woche frühmorgens von einem Arzttermin heimgekehrt war (draußen graues Nieselwetter, die Nachrichtenlage meldete mal wieder Rekordzahlen von an oder mit Corona verstorbenen Menschen und die Politik drohte mit einem Lockdown bis Ostern und/oder mit Gockel-haften, Pfauenrad-schlagenden Kanzlerkandidaten, deren weitergehende Kompetenz nicht zu erkennen ist), hatte meine Laune schon die Höhe des schmutzig gefrorenen Bodens erreicht, ehe ich den ersten Kaffee getrunken hatte.

Dann kam die Wende.
Ich warf einen kurzen, noch missmutigen Blick in meinen Instagram Account. Carmen hatte eine neues Foto eingestellt. Und was passierte? Sofortige Köstlichkeiten-Betrachtungs-Trance.
Haaarrrg … so süß:
Ein weißes KEKS-Blumenwägelchen mit Chanelzeichen auf dem Rad, Zuckerblumen in Rosa und Grün …. Zum NIEDERKNIEN!!!!
Darunter hat sie geschrieben: „Das passiert, wenn ich nachts nicht schlafen kann und vom Frühling träume …“
Darauf habe ich geantwortet: „CARMEN … das ist der Beweise!! Du bist eine Außerirdische vom Planeten Zuckerschön aus der Honigstraße, die ganz im Verborgenen gleich hinter der Milchstraße liegt. Kein Mensch kann so etwas schönes BACKEN. Ich habe dich überführt! Zum Planeten Zuckerschön fliegt deine Seele jede Nacht, wenn du nicht schlafen kannst. So muss es sein!“
Es gibt noch eine Chanel-KEKS-Cruise Collection mit Jäckchen, Hose, Schuhen … das ist so unfassbar schön, dass mir beinahe die Worte fehlen. Aber eben nur beinahe …

Bitte, du süße „außerirdische“ Freundin, höre niemals auf, mein Leben zu bereichern. Wenn es nur irgendwie geht, schlaf am Nachmittag und nicht in der Nacht, denn dann musst du wieder ins All reisen und mit neuen Ideen zurückkehren, die uns glücklich machen. Deine schier überschäumende, süße Kreativität macht einfach glücklich – beim staunenden Gucken UND beim verzückten Genießen, denn ich hatte ja schon einmal die Ehre, mich durch ein Paket voller Glücklichkeiten futtern zu dürfen.
Träum was Schönes, ja?
Und grüß die Sterne von uns allen. Mein Kosmos liegt übrigens weiter links, kurz bevor du abbiegst in die Honigstraße. Es ist der große Buchstabennebel mit den spiralförmigen Satzschleifen. Worthimmelmond ist der Name meines Planeten … vielleicht treffen wir uns ja heute Nacht. Wenn wir beide zu unseren Sternen fliegen … ganz heimlich aber voller kreativer Glücklichkeit – in Wort und KEKS.
Danke für das, was du bist und tust!

Eine schöne und kreative Woche voller Träume noch!

P.S.: @sweet-table-rocks