So. Da wären wir. Am Ende eines denkwürdigen Jahres. 2020 – das war ein plötzlicher, teilweise dramatischer und ausgesprochen leidvoller Riesen-Schups aus der Komfortzone, in der wir Menschen uns so gemütlich eingerichtet hatten. Schneller, höher, schöner, teurer, weiter – viele dachten, dass dieser Trend für immer so weiter geht. Die gequälte Natur hat uns eines Besseren belehrt durch dieses Virus, das wohl nur deshalb entstanden ist, weil wir den Tieren zu nahegekommen sind. So etwas funktioniert sehr gut in China, wo alles sein Anfang genommen hat. Kein Wunder. Dort essen sie alles, was lebt und Fleisch wird angeblich nur dann so richtig zart, wenn das Tier ordentlich gequält wurde, vor seinem Tod.

Verabscheuenswürdig sagt die Menschlichkeit.

Zoonosen, sagen die Wissenschaftler.

Bitte Karma komm schnell, sage ich. Aber leider hat das Virus alle getroffen, nicht nur die, die uns diese miese Suppe eingebrockt haben. Unsere Welt ist ver-rückt worden. Und unsere Aufgabe ist es nun, sie in mühevoller Kleinarbeit wieder gerade zu rücken, diese Welt. Um solch eine gewaltige Aufgabe stemmen zu können, ist jeder gefragt. Getreu dem Motto: „Wenn du kleine Läden möchtest, geh dort einkaufen und nicht im Internet.“ Simpel. Oder? Wir müssen was es nur TUN! Was leicht klingt, ist in Wahrheit eine Revolution. Eine, die uns aus unseren eingefahrenen Mustern zwingt. Viele stellen angesichts des drohenden Verlustes der Aufgabe der eigenen Gewohnheitsgemütlichkeit fest, dass sie das nicht wollen. Da gibt es Gemaule wie: „Ich will mein altes Leben zurück“, „Ich will keine Maske tragen, das musste ich früher auch nicht“, „Ich will wieder shoppen“, „Ich will billige Klamotten tragen und Fleisch essen will ich auch, darf nur nicht teuer sein“ usw. Schon klar. Leider aber gilt: Veränderung ist ohne Verlust nicht zu haben. Wir dürfen uns fragen: Worauf kann ich verzichten? Und worauf nicht? Klar, wir können angesichts des Zustandes unserer Welt weiter wegschauen und unsere Musik spielen, wie einst die Musiker auf der sinkenden Titanic. Volle Kraft voraus in die Katastrophe, die wir den kommenden Generationen damit präsentieren. Aber Hauptsache wir haben volle Tüten mit Billigklamotten und Schweineschnitzel für einen „Mords-Preis“ gehabt. Warum sollten wir etwas verändern? Weil es um uns, unser Leben und unsere schöne Welt. Das Leben ist eine atemberaubende Reise, aber wir haben ein bisschen aus dem Blick verloren, worum es geht, bei dieser Reise: Es geht um alle Lebewesen. Die Mitmenschen, die Tiere und die Pflanzen UND die Natur. Ich habe neulich eine wunderbare Aussage gelesen:

„Lebe ein gutes Leben. Vom dieser Erinnerung kannst du noch zehren, wenn du alt geworden bist und dich zufrieden daran erfreuen darfst. Ein gutes Leben lebst du praktisch zweimal. Ein schlechtes lebst du nur einmal, aber es wird dich auf ewig quälen. Deine Entscheidung.“

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen schönen Jahreswechsel und ein gesundes, friedvolles und schönes 2021.

Lasst uns unsere Welt gemeinsam wieder zurecht-rücken damit ver-rücktes in eine neue Ordnung finden darf, in der es uns allen sogar noch besser geht als vorher. Anders besser. Wir schaffen das.

Ich wünsche eine schöne, vielleicht besinnliche letzte Woche in diesem Jahr 2020.

Wir lesen uns nächstes Jahr wieder, wenn ihr mögt.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei all jenen bedanken, die fleißig meine Kolumne gelesen und kommentiert haben. Ich danke euch sehr dafür, denn ich seid die Motivation fürs Kolumnen-Schreiben. Wenn ihr lest, was ich geschrieben habe, ist das ein Stück „gemeinsam -Sein“, nur am jeweiligen Ende des Computers. Tausend Dank dafür.

Guten Rutsch und ein frohes Jahr 2021