Am 7. Dezember hatte ich einen wirklich schönen Vor-Weihnachtsmoment. Den habe ich beschrieben und auch schon gepostet. In der vergangenen Woche hat mich ein kleiner Weihnachtswunsch erreicht, der mich sehr berührt hat. Er kam von einer allein- erziehenden Mama, die ein „besonderes“ Kind hat. Sie hat mich ganz vorsichtig gebeten, meinen speziellen Vor-Weihnachtsmoment noch einmal zu posten. Wenn es denn möglich sei, für ihre Tochter, denn die liebt Hunde, möchte aber nicht erwähnt werden. Als kleine Widmung, als Geschenk und als Dankeschön, dass sie in der schwierigen Zeit so lieb gewesen sei …

Dieser Bitte komme ich natürlich herzlich gerne nach. Hier also für dich, E., du besonderes kleines Mädchen mit dem großen Herzen für Hunde:

Weihnachtsmoment mit Hund und Maske

Gerade habe ich eine kleine Hunderunde um den Aachener Hangeweiher gedreht. Das mache ich am Mittag schonmal öfter. Morgens gibt es immer einen Waldspaziergang mit Herrchen, mittags den Schnuppergang mit mir. Auf der großen Wiese nahe dem Gasthaus angekommen sah ich aus den Augenwinkeln eine Gruppe junger Leute, die alle besonders waren. Man sagt wohl, Menschen mit Behinderung. Alle gingen sie in der Gruppe, alle trugen sie ihre Masken. Als wir in Sichtweise waren, löste sich der größte von ihnen, begann mit den Händen zu wedeln und rief aufgeregt, ob er „Ei“ machen dürfe bei den Hunden. Er war sicher 1,80 cm groß und ca. 16 Jahre. Und in mir hat er schon etwas angerührt. Schneller Blick zu den Betreuern, okay. Nun sind meine Hunde nicht nur erfahrene Therapieprofis – Flika ist mit ihrem einen Äuglein selbst ein Tier mit Besonderheit. Solche Seelchen scheinen sich magisch anzuziehen. Sie wollte unbedingt zu der Gruppe. Nicki fand das auch interessant, war sofort mit dabei. Meine Warnung wegen schmutziger Pfoten wurde vollkommen ignoriert, diese wunderbaren jungen Leute beugten sich alle vor, um an die Hunde zu kommen und sie zu streicheln. Und alle wollten sie wissen, warum denn Flika nur ein Auge hat. Ich erzählte ihnen, dass sie aus Rumänien kommt und misshandelt wurde. Sofort meinten sie alle laut und durcheinander, Menschen die Tiere nicht gut behandeln, seien keine guten Menschen. Die würden sie aber nicht mögen! Ich muss ehrlich sagen, dass mir an dieser Stelle das Wasser schon gefährlich nahe in die Augen trat. Als einer der kleineren Jungs sich nun tatsächlich hinkniete und wortlos beide Arme ausstreckte, sah Flika ihn mit ihrem einen Äugelein einen Augenblick an und machte einen kleinen Hüpfer. Zack lagen beide Vorderbeine auf seinen Schultern. Das Strahlen dieser Augen über die Maske hinweg war schon mehr als ein Geschenk. Selten habe ich in zwei so glückliche Augen geschaut, wie in diesem Moment. Als er mit leicht verwaschener Sprache auch noch meinte „Das ist wie Weihnachten jetzt gerade“, habe ich eine Träne verdrückt. Zwanzig Hände reichten noch Leckerchen herum und dann zogen sie weiter. Diese besonderen Seelen, die alle das Herz am richtigen Fleck haben. Danke Euch allen … Was für ein schöner Weihnachtsmoment.

Und nun leuchten hoffentlich noch zwei Kinderaugen mehr als an diesem Tag. Schön, dass es euch Kinder mit den großen Herzen für die Tiere gibt! Wir „Großen“ können oft noch ganz viel lernen -von den „Kleinen“, und am meisten wohl von den „ganz besonderen“ Kindern. Danke an Euch und auch an alle allein-erziehenden Mama-Engel, die sich gerade in diesen Zeiten einer enormen Aufgabe stellen müssen. Ihr seid wunderbare Wesen und es ist nicht hoch genug zu schätzen, was ihr leistet.

Ich wünsche Allen eine schöne Weihnachtswoche. Passt auf einander auf..