1. Advent

So, da wären wir schon wieder in der Weihnachtszeit. Der erste Advent steht an, kaum dass der Black Friday über uns hinweg gerollt ist. Wir wollen den Planeten retten, aber auf Konsum nicht verzichten. Wir rücken den Wildtieren immer weiter auf die Pelle, riskieren damit Zoonosen und in der Folge virale Pandemien, die unsere Welt überziehen wie todbringende Wolken, aber bitte. Konsum soll sein. Alle Jahre wieder.

Dieses Jahr wird es allerdings im Advent -und erst recht zur Weihnachtszeit- in jedem Fall anders als sonst: Komplizierter. Dabei ist der Grundgedanke irgendwie ein anderer …

Hier ein paar „Wissens-Splitter“ zum Advent:

Advent (lateinisch adventus „Ankunft“), eigentlich adventus Domini (lat. für Ankunft des Herrn), bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten, vorbereitet. Die Adventszeit war anfangs – möglicherweise ab der Mitte des 4. Jahrhunderts – eine Fastenzeit, die die Alte Kirche auf die Tage zwischen dem Martinstag (11. November) und dem ursprünglichen Termin festlegte, an dem die Geburt Jesu gefeiert wurde, dem Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar. Die Adventszeit in der vierwöchigen Form mit Bezug auf Weihnachten geht auf das 7. Jahrhundert zurück. Sie wurde tempus ante natale Domini („Zeit vor der Geburt des Herrn“) oder tempus adventūs Domini („Zeit der Ankunft des Herrn“) genannt. Papst Gregor der Große legte die Zahl der Sonntage im Advent für die Westkirche auf vier fest. Die vier Sonntage standen symbolisch für die viertausend Jahre, die die Menschen gemäß damaliger Auffassung nach dem Sündenfall auf den Erlöser warten mussten.

UND – hier kommt ein ganz aktueller Bezug: Die Adventszeit galt wie die Fastenzeit vor Ostern seit dem Mittelalter bis in die Jetztzeit als „geschlossene Zeit“. In geschlossenen Zeiten durfte nicht getanzt und aufwändig gefeiert werden. Auch feierliche Trauungen durften in geschlossenen Zeiten nicht stattfinden, stille Trauungen dagegen schon. Seit 1917 wird das Adventsfasten vom katholischen Kirchenrecht nicht mehr verlangt.

Heute können wir (leider) ergänzen: Im Jahre 2020 ist die Adventzeit mehr oder weniger wohl wieder eine „geschlossene Zeit“. Das hat weniger mit Kirchenrecht zu tun, mit Nächstenliebe wohl schon eher. Denn es wird eine ziemlich emotional-moralische Entscheidung, die wir zu Weihnachten 2020 treffen müssen. Wen sehen wir wann? Und wen vielleicht besser nicht? Jede und jeder Einzelne von uns muss mit dem, was an den Festtagen, danach und auch zu Sylvester geschieht leben. Mit ALLEN Konsequenzen, die durch das eigene Handeln verursacht werden. Die Wissenschaftler und Politiker können sich nicht einigen, das liegt wohl in der Sache selbst begründet. Wir aber müssen das. Wir müssen Entscheidungen treffen, uns einigen und uns festlegen. Ich glaube, dass das bei realistischem Menschenverstand auch gar nicht so schwer ist. Denn was ich lieb habe, das schütze ich. Immer.

Auch im Advent – und auch, wenn der in diesem Jahr mit „Kontakt-Fasten“ beginnt.

Ich wünsche Euch einen schönen ersten Advent. Wie auch immer.