Da bin ich wieder. Nicht gerade wie Phönix aus der Asche, aber immerhin aufgetaucht aus dem Sumpf der bösen Chinaviren. Blass, mit Ringen unter den Augen, schnell erschöpft und mit ordentlich Muskelschwund an den zittrigen Beinen.

Zustand nach 14 Tagen Quarantäne.

Ich hatte Corona, den sogenannten milden Verlauf. Wie die anderen Verläufe sind, möchte ich gar nicht wissen. Mir hat es auch so gereicht. Diese Ansteckung war wie im Bilderbuch: Eine Dame, die ich Ende Oktober beraten habe, hat sich am Wochenende zuvor mit der Freundin getroffen hatte -beide total symptomlos- und wurde zwei Tage später positiv getestet. BÄM, da hatte es mich ganz still und heimlich schon erwischt. 5 Tage lang habe ich so gut wie gar nichts gemerkt, dann hat es mich umgehauen.

Covid-19-Blitz.

Vor genau 2 Wochen war ich „couch-lägerig“. Samstag und Sonntag zogen im Fieberwahn an mir vorbei, Essen ging nicht, nur schlafen. Danach wurde es täglich in Mini-Babyschritten besser. Meinen Mann hat es drei Tage später natürlich auch erwischt, sein Verlauf begann nicht so rasant, dafür hatte er mehr von diesen typischen Symptomen und auch einen vorübergehenden Riechverlust.

Unser persönlicher „Covid-knock-down“ war irgendwie aber auch unfassbar schön. Das lag nun nicht an unserem Zustand, der schon teilweise übel war, sondern an den Freunden und Nachbarn um uns herum. Du liebe Güte, wie viele Wünsche und Fragen es gab, ob wir irgendwas bräuchten. Die Nachbarn waren total süß und haben eingekauft, der Sohn hing auch in Quarantäne, bekam das Essen mit Mundmaske und OP-Handschuhen ins Zimmer gereicht, wie mir über die sozialen Medien berichtet wurde. So kann man auch über whatsapp zusammen lachen …

In den Einkaufstüten waren süße Leckerchen versteckt, die wir gar nicht bestellt hatten. Das hat mich extrem berührt, das war wie Kindergeburtstag mit Überraschung. Toll! Einfach schön. Dann die Freundin, die ihr bestes Heilwasser vor die Tür gestellt hat oder die zweite wunderbare Fee, die zu den bestellten Einkäufen ebenfalls liebevolle Extras, eine Zeitschrift und weitere Süßigkeiten angeschleppt hat … wieder ganz einfach liebevoll. Das berührt das Herzchen, gerade, weil es einem nicht so gut geht. Und dann gab es noch die echten Wichtel, die einfach so vorbei gekommen sind.

Ohne Ankündigung: Es klingelt, ein Auto fährt weg und du guckst vor die Tür (weil du etwas länger brauchst, siehst du natürlich niemanden mehr): Da stand dann z.B. eine Kiste mit Dingen, von denen ein Freund meines Mannes dachte, wir könnten die a.) gebrauchen und würden uns b.) freuen – haben wir. Und wie! Mit dieser Aktion hätten wir nie gerechnet – große Klasse! Oder du findest den schönsten Obstkorb voller Südfrüchte, den du je gesehen hast. Mehr so Abteilung Präsentkorb, weil die Wichtelfee, die du natürlich wegen deines Covid-19-Schneckentempos wieder nicht gesehen hast, sooooo unfassbar lieb an uns gedacht hat … hach, das ist was für das Seelchen gewesen!!!

Da kann man ja nur ganz schnell wieder einigermaßen zügig wieder auf die Beine kommen. Dummerweise habe ich jederzeit immer alles schmecken können und war auch fit genug, um täglich frisch zu kochen. Das lästigste Symptom, das ich hatte, war so ein böser Appetit auf Süßkram. Und liebevolle Süßigkeiten flatterten ja nun ständig ins Haus. Komisch, selbst nach einer ganzen Packung Dominosteine war mir immer noch nicht übel. Ich sage euch, dass wäre bei einem französischen Schlemmer-Virus sicher anders gewesen, da wäre Klasse statt Masse das virale Motto gewesen! Aber Chinaviren sind halt gnadenlos und fordern immer mehr. Hauptsache viel. Haltlos sind die und gierig, die Biester.

Ab der kommenden Woche, wenn ich dann -hoffentlich- noch ein bisschen fitter bin, kann ich sehen, wie ich die süße Last wieder von meinen Hüften bekomme … aber bis dahin lasse ich es langsam angehen. Schnell geht auch wirklich noch nicht, so eine Genesung braucht eine Weile, das spüren wir beide leider genau.

Machen wir halt auf Rehaklinik … läuft. Langsam, aber: Läuft!

Mein echtes Mitgefühl gilt allerdings all jenen, die schwere Verläufe mit Etagenwechsel der Viren in die Lungen erleben müssen, das muss wirklich ganz, ganz schrecklich sein und das macht mich traurig. Die Bilder der Intensivstationen, die es dauernd zu sehen gibt, kann ich kaum ertragen …. Deswegen lasst uns nicht schimpfen, halten wir Abstand mit Maske und stehen wir diese Krise auf diese Weise zusammen durch.

Ach ja: Querdenker sollten aus meiner Sicht übrigens zum sozialen Praktikum in die überfüllten Corona-Kliniken nach Neapel (oder einem anderen schönen Hot-Spot-Ziel) geflogen werden. Da es das Virus aus deren verquerer Aluhütchen-Sicht gar nicht gibt, können sie sich da ja auch nicht anstecken. Im Kleingedruckten gibt es den Zusatz: Keine Maske getragen = im -unwahrscheinlichen- Erkrankungsfall hinten anstellen. Wäre doch ideal, lassen wir sie da Wasser und Kaffee oder Essen verteilen – klar, ohne Maske natürlich!

Zwei Fliegen mit einer Klappe. Hin … und weg.

Brave und rücksichtsvolle Bürger „first“, please!!!!!Passt auf euch auf und bleibt gesund. Alles Andere schaffen wir. Zusammen.

Schöne Woche noch!