Jetzt sind wir also am Ende des Sommers angekommen. Der August geht zu Ende und in der kommenden Woche erscheint ganz leise der September auf dem Kalenderblatt. Mit diesem Monat klopft der Herbst an, es wird viel früher dunkel und nachts spürbar kühler.

Mit Erstaunen habe ich gelesen, dass das Ende des Sommers für die Rettungsschwimmer der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) ein Aufatmen bedeutet, denn die Hochsaison der Badetoten ist damit nun überstanden … ich war ein bisschen geschockt! Ehrlich gesagt kann ich kaum glauben, dass es bisher in diesem Sommer 192 Badetote gegeben hat, hat es aber laut Statistik. Über 90 Prozent dieser Menschen sind in Seen, Flüssen und Teichen ertrunken. Insbesondere die ungesicherten Wasserstellen sind nach Aussage der DLRG gefährlich. Ursache seien immer wieder Unvernunft, Alkoholkonsum bei großer Hitze vor dem Baden oder schlicht Selbstüberschätzung. Dazu komme noch, dass immer weniger Kinder richtig gut schwimmen könnten. Das hat mich fassungslos gemacht, denn eigentlich hatte ich immer den Eindruck, dass Eltern gerne mit ihren Kindern zum Schwimmen gehen. So habe ich es selber früher erlebt und es hat Spaß gemacht und so sehe ich es eigentlich auch immer noch. Selbst in der Schule gibt es doch Schwimmunterricht … oder sollte es jedenfalls, falls genug Lehrer anwesend sind, die das auch unterrichten können. (Nehmen wir das Jahr 2020 mit der Corona-Krise aus, viele Schwimmbäder mussten geschlossen bleiben, aber das betrifft erst einmal nur diesen Sommer). Sitzen denn alle die, die man nicht im Schwimmbad oder am Badeteich antrifft, nur noch Zuhause am Handy? Eltern und Kinder? Das will ich nicht wahrhaben und sicher ist das auch nicht so. Aber sicher ist, dass Kinder immer die Leidtragenden sind, wenn es darum geht, nicht genug in ihre Ausbildung zu investieren – und das gilt nicht nur für den Schwimmunterricht in der Schule sondern für alle Bereiche. In den letzten Wochen, in denen überall wieder die Schule begonnen, bin ich mehrfach ziemlich wütend und/oder sprachlos gewesen. Da muten Politiker, die den Sommer über wohl mehrheitlich den Schlaf der Ahnungslosen geschlafen haben und vom Ende der Sommerferien total überrascht worden sein müssen, doch wirklich den Kinder zu, den gesamten Tag über Masken zu tragen. Überall gibt es mittlerweile Plastik-Spuckschutz, warum konnte man den nun nicht in Klassenzimmern an den Plätzen der Kinder anbringen? Die Kids sollen im Bus UND in der Schule, in der Pause und auf dem Heimweg einen Maske tragen? Welcher Politiker macht das denn selber? Ich finde das wirklich unfassbar. Wenigsten im Unterricht hätte man das vermeiden müssen und es wäre sicher auch gelungen – so man denn gewollt hätte! Statt Milliarden in marode Unternehmen zu pumpen, sollte die Ausbildung, die Bildung in Schule, Sport und Freizeit viel, viel stärker in den Fokus rücken. Statt Mütter (insbesondere Alleinerziehende) zu Fußabtretern des vernachlässigten Bildungssystems zu machen, das seinen Namen bald nicht mehr verdient, sollte man sie stützen und unterstützen, Kinder fördern und fordern statt nachmittags in der Schule zu verwahren. Es wird doch erwartet, dass Kinder zu verantwortungsvollen Wesen erzogen werden. Und wer bitte tut das? Noch immer zumeist die Mütter – und die kommen mit Home-Office (haben mit Sicherheit Männer erfunden, die einfach die Tür zu machen und die die Kinder der Ehefrau überlassen) und Home-Schooling an ihr Limit. Oder drüber! Klar, es gibt total tolle Väter, die mitmachen und helfen, das will ich überhaupt nicht in Abrede stellen.

Kinder zu haben und dafür zu sorgen, dass aus ihnen etwas wirklich Gutes wird – und damit meine ich einen Menschen mit Werten, mit einem guten Charakter UND einer guten Bildung- ist eine der größten Herausforderungen, die es gibt.

In meinem Umfeld erlebe ich viele Mütter und Väter, die einen großartigen Job machen – aber dafür schier unmenschliches leisten müssen und allzu oft selber auf der Strecke bleiben.

Nur werde ich einfach motzig, wenn ich sehe und höre, dass das Bildungssystem immer weniger Beachtung findet, dass haufenweise Lehrer fehlen und Kinder keine adäquate Förderung mehr bekommen. Home-Schooling? Wie denn, wenn der Computer für die Heimarbeit fehlt? Den kann nicht jeder mal eben so für ein oder mehrere Kinder kaufen. In vielen Schulen fehlt es nicht nur an Lehrern, es fehlt an diesem und jenem und – bitte, das habe ich letzte Woche wirklich gehört – in einer modernen Gesamtschule hier in der Städteregion Aachen an Waschbecken!!!!??!!!

Liebe Politiker, wollt ihr eigentlich nicht wach werden? Die Kinder sind DAS WICHTIGSTE, was eine Gesellschaft haben kann. Sie sind unsere Zukunft und die behandeln wir irgendwie gerade sehr, sehr schlecht und nachlässig. Wenn ich mir das überlege, wundert es mich eigentlich nicht mehr, dass Kinder heutzutage schlecht schwimmen können. Schwimmen kommt ja noch weit nach Lesen und Rechnen und das kann heute nicht mal jeder Abiturient mit einer 1 auf dem Zeugnis fehlerfrei …

Fazit: Das Niveau sinkt in allen Bereichen der Lehre. Was steigt denn eigentlich? Die Zahl der -teuren- Politiker mit undurchschaubaren Posten und Pöstchen? Ihre Nebentätigkeiten, Lobbyjobs oder vielleicht doch die Diäten? Ja klar, man muss ja Prioritäten setzen. Kinder? Schulunterricht? Sport oder gar Schwimmen? Äh. Überbewertet. Machen die Mütter und Väter alle so nebenbei … Hut ab, ihr Tollen, die ihr das mit den Kindern jeden Tag so gut macht. Ihr seid die „Familiensystem-relevanten“, ohne die nix geht. Nichtmal Schwimmen …. Wo das doch Leben retten kann.

Euch feier ich heute ein bisschen, denn ihr Mamas und Papas habt es echt verdient!!!

Schöne gesunde Woche noch – und vielleicht mal ein Lächeln oder ein Lob für eine Mutter oder einen Vater im Supermarkt, der liebevoll mit dem Nachwuchs umgeht!