Heute wollte ich unterwegs schnell etwas Einkaufen. Also rein in den Supermarkt, diesmal war es der Lidl, der lag auf dem Weg, ist aber als solcher austauschbar. Draußen: Alles lief fein nach Covid-19 Regeln, vorbildlich. Drinnen auch. Die Kunden trugen Masken und ich habe so bei mir gedacht, dass sich die Mehrzahl der Leute wirklich echt gut an dieses „neue Situation“ gewöhnt hat. Trotzdem hört man allerdings überall, dass es doch mehr und mehr Menschen gibt, die „Regel-müde“ sind. in allen möglichen Ländern. Sie wollen keine Masken tragen, Leben wie „vorher“ mit Partys und ohne Abstandsregeln und verreisen, wieder fliegen und überhaupt will man sich nicht einschränken. Tja, und dann fällt mein Blick auf das NOCH IMMER in Unmengen von Plastik verpackte Obst und Gemüse, die mehrfach verpackten Kekse und Kuchen, Joghurtbecher aus Plastik wo Glas mindestens ebenso gut funktionieren würde, verpackte Ware, die gar keine Verpackung nötig hat …. In diesem Moment ist mir klar geworden: Wenn schon Masken tragen und Abstand halten nach wenigen Monaten zu SO einer Mordsmaulerei führt, dann können wir das mit „Welt retten“ wohl endgültig vergessen, oder? Viele Mitbürger machen das super, aber es gibt eben auch die Andern. Nicht wenige dieser Individuen wollen sich scheinbar gar nicht ändern. Sie wollen es hübsch bequem und bitte genauso Konsum-kuschelig haben, wie es bisher war. Immerhin trennen sie doch den Müll! Das muss ja nun reichen. Gegen die Abholzung vom Regenwald und Skandale in Großschlachtereien würde es helfen, deutlich weniger Fleisch aus Massentierhaltung zu essen. Wissen wir. Aber bitte, das Schnitzelchen, die Wurst und das Mettbrötchen, das isst ein echter Deutscher einfach! Dieses bisschen Grillen mit Freunden, das muss doch gehen und sooo teuer darf es ja nun auch nicht sein, das Tierwohl. Zack, zu isse, die Bequemlichkeitsfalle mit Ignoranzcharakter. Nun will ich ja nicht behaupten, dass ich nicht bequem sei! Neieieieien, das wäre gelogen. Aber an bestimmten Stellen hab ich in den letzten Jahren viel verändert, weil ich eingesehen habe, dass wir als Menschheit so einfach nicht weiter machen können – und jeder einzelne, jedes noch so klitzekleine bisschen zählt. Dabei haben mein Mann und ich noch nicht mal Kinder und könnten in unserem Alter auch sagen: Ist doch egal, unser Leben kriegen wir noch schön rum. Aber so sehe ich das nicht. Wir sind doch alle als Gast hier, die Welt ist wunderbar und die Kindeskinder aller anderen sollten sie noch genießen können. Werden sie aber nicht, wenn wir so weiter machen. Und die Jugend hat das -teilweise- ja nun auch schon kapiert.

Am Donnerstag dem 20. August gab es ein Treffen zwischen jungen Klimaaktivistinnen und Frau Merkel. Hier dazu der Artikel aus dem Internet, t-online, von Herrn Seibert: „Kanzlerin trifft Klimaaktivistinnen: Thunberg fordert Merkels Führerschaft

Zentrales Thema des Gesprächs von Merkel mit Thunberg sowie der deutschen Aktivistin Luisa Neubauer und den Belgierinnen Anuna de Wever van der Heyden und Adélaïde Charlier seien die klimapolitischen Schwerpunkte in der laufenden EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands gewesen, schrieb Seibert. Als Einzelpunkte nannte er die angestrebte EU-Klimaneutralität bis 2050 sowie die Konkretisierung eines verschärften Zwischenziels für die Treibhausgas-Emissionen bis 2030. Die Kanzlerin und die Vertreterinnen von Fridays for Future hätten auch über die Bedeutung der CO2-Bepreisung sowie über nationale Maßnahmen der Klimapolitik wie den Ausstieg aus der Kohleverstromung diskutiert. Neubauer vor dem Treffen skeptischVor dem Treffen hatten Neubauer den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND) gesagt: „Wir haben nur noch sehr wenig Zeit, bevor das 1,5-Grad-Ziel aus unseren Händen gleitet.“. Merkel müsse dafür sorgen, dass die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens umgesetzt würden, drängte Neubauer weiter. „Das wollen wir besprechen.“ Zur aktuellen Rolle der Kanzlerin beim Klimaschutz äußerte sie sich eher skeptisch: „Der aktuellen Klimapolitik zufolge ist unklar, wie viel Frau Merkel an Paris liegt – auch nach zwei Jahren Klimastreiks.“ Die Weltlage sei „mit Blick auf den Klimaschutz desaströs“, deshalb gibt es viel zu besprechen, sagte Neubauer zudem den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Es sind krasse Zeiten, überall auf der Welt drischt die Klimakrise auf die Menschen ein.“ Nötig seien „unbequeme Taten“ und „ungewöhnliche Wege“, befand Neubauer. (afp, dpa)

Ich frage mich auch, was bei den „krassen Zeiten“, die wir klima-technisch gerade überall auf der Erde erleben, noch passieren muss, damit wir alle endlich die Notbremse ziehen. So anständig, wie ich die Menschen beim Lidl erlebt habe – das gibt mir wirklich Hoffnung. Vielleicht sind diejenigen, die still etwas für die Welt tun, auch so toll unterwegs. Vielleicht – und vielleicht schaffen wir kleinen Bürger da doch noch Großes. Wenn wir denn zusammenhalten …

Ich hätte da aber trotzdem noch diese eine, inständige Bitte: Herr, lass doch bitte endlich gute Politiker mit Charakter, Mut und Mitgefühl regnen!!!! Solche, die sich trauen, auch unbequeme Entscheidungen für Mensch und Umwelt zu treffen und die Tierwohl nicht nur buchstabieren können, sondern den Inhalt auch emotional verstehen. Bitte! Wir haben doch nur diese eine Welt und sie ist sooo schön.

Bis es soweit ist, dass meine Bitte -vielleicht- erhört wird (Träumen darf frau ja), müssen wir wohl selber etwas tun. Viele kleine Menschen an vielen Orten diese Welt können nämlich auch ganz schön was bewegen …

Schöne Woche mit vielen kleinen guten Taten noch!