Pfingsten ist, wenn überall Stau auf den Autobahnen herrscht, Wohnwagen mit gelben Nummernschildern kolonnenmäßig in Richtung Meer donnern, Ferienflieger mit quengelnden Kindern in Richtung Malle abheben oder Motorräder gnadenlos die ruhegewohnte Eifel mit einem ohrenbetäubenden Klangteppich belästigen.

Das war so, bevor Corona eine Angst- Krankheits- und Todesschneise durch die Welt gezogen hat.

Heutzutage warnen die Holländer die Deutschen und bitten sie, nicht zu kommen, obwohl man sie doch schätze. Wenn sie doch kommen, dann gibt es Vorgaben, wie viele deutsche Menschen in einem Auto sitzen dürfen – mit Mindestabstand natürlich, sonst wird es teuer. Die belgischen Nachbarn wollen noch gar keine Touristen, öffnen aber immerhin die Grenzen einen Spalt breit und andere Länder in Europa schnitzen ihre eigenen, teils wenig nachvollziehbaren Vorgaben.
Pfingsten 2020 ist ein Corona-Regel-Fleckenteppich mit Masken- und Abstandspflicht für Ausflugswillige. Eigentlich ist das wohl eine Einladung, im Garten oder auf dem Balkon zu bleiben, was wir ja als quarantäne-geübte Bürger schon gut kennen und können.
Aber Pfingsten ist nunmal Kurzurlaub.
Ein kirchliches Fest?
Da war doch was … für mich ist Pfingsten ehrlich gesagt auch kein kirchliches Fest. Ich würde mich zwar als gläubig beschreiben aber eben nicht im kirchlichen Sinne. Deswegen habe ich dieser Institution schon seit Langem den Rücken gekehrt. Aber warum wird Pfingsten eigentlich überhaupt gefeiert?
Es heißt, dass dieses Fest nach Weihnachten und Ostern das dritte große Fest im christlichen Kirchenjahr ist. Es bedeutet ungefähr „der fünfzigste Tag“, denn es wird am 50. Tag nach dem Osterfest gefeiert. Interessant ist, dass es an die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die in Jerusalem versammelten Apostel erinnern soll, die plötzlich in verschiedenen Sprachen reden und so das Wort Gottes zu allen Völkern bringen konnten. Pfingsten gilt daher als „Geburt“ der Kirche. Wobei das Wort „Kirche“ interessanterweise von dem griechischen Wort „kyriakos“ („zu einem Herrn gehörend“) definiert wird. Die Grundbedeutung von „Kirche“ bezieht sich also weder auf ein Gebäude noch auf irgendeine Organisation, sondern allein auf den „Kyrios“, den „Herrn“ Jesus Christus. Jesus hat nie den Bau von Kirchen oder die Bildung von Organisationen angeordnet. In deutschen Bibelübersetzungen kommt meistens das Wort „Gemeinde“ (manchmal auch „Versammlung“) vor. Doch sind „Gemeinde“, „Versammlung“ oder „Kirche“ jeweils nur interpretierende Wiedergaben der griechischen Bezeichnung „ekklesia“, die wörtlich „Herausgerufene“ bedeutet. Die Gemeinde oder Kirche im biblischen Sinn steht für eine Gruppe von Menschen, die Gott aus einem Leben der Sünde und des Todes herausgerufen hat: „der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat“
(1. Petrus 2,9).
(Quelle: www.gotquestions.org/Deutsch/definition-kirche.html)

Tja, Gemeinde, Versammlung, Gruppe von Menschen, das Wort Gottes zu allen Völkern tragen … wenn ich das so lese, hätte Pfingsten 2020 eigentlich gar nicht stattfinden dürfen, oder?
Ich schicke besser dem Herrn Drosten, den ich ziemlich schlau und großartig finde, eine Mail und frage nach.
Wenn euch in der Zwischenzeit dazu noch was Gutes einfällt, lasst es mich wissen. Bis dahin mache ich es wie immer, seit über 50 Tagen, stay home usw. … ihr wisst schon, was ich meine.

Genießt die Pfingstrosen, den Sonnenschein und alles, was geht. Ist ja immer noch `ne Menge!

Schöne frei Tage und schöne erfüllte (kurze) Woche noch!