o, jetzt sind wir mitten drin. Erkältungszeit. Januar und Februar ist Viren-Attacken-Hochzeit. Meinen Mann hatte es kurz nach der Jahreswende schon erwischt, ich hab mich tapfer gehalten. Erstmal jedenfalls.
Schon beim Einkaufen im Supermarkt weiß man dieser Tage ja kaum noch, ob nicht irgendwo ein erbarmungswürdiger Elefant eingesperrt worden ist, derart tröten die Verschnupften durch die Gegend. Kettenrasselnder Husten wird auch gern präsentiert, da muss der Mitmensch durch, irgendwann kriegen wir euch alle … krank.
Nun sind die Viren ja durchaus pfiffig und wer meint, sie kämen jedes Jahr um diese Zeit in gleicher Besetzung daher – Fehlanzeige.
Sie bringen alljährlich neue Kreationen auf den Markt, ja wirklich! Das ist ein bisschen so wie in der Haute Couture – schräg, untragbar, oft häßlich. In jedem Fall ist irgendwie beides total unnötig und Energieverschwendung vom Feinsten. Nachhaltig gut ist nur die Tatsache, dass die Viren unser System schulen und herausfordern, es im besten Fall stärken. Bio Haute Couture mit Schulungseffekt.

Manchmal denke ich, Viren haben tatsächlich ihre eigenen, biologischen Mutations-Kreativköpfe, sozusagen die Diors und Lagerfelds der Zellen-Szene, die heimlich mit der Pharmaindustrie zusammenarbeiten, um mehr Umsatz beim Impfstoff zu schaffen. Vielleicht designen diese Virenkreativen heimlich im Hintergrund schon an den Modellen der Herbst-Winterkollektion und lachen sich ins Fäustchen, wenn man den Grippe-Impfstoff Herbst 2020 auf den Typen der Frühjahrskollektion aufbaut.
Völlig umsonst, alles schon wieder überarbeitet, zum hämischen Virenkichern.

Nun ist mir Mittwoch dieser sich dem Ende entgegen neigenden Woche ein bisschen das Lachen vergangen, denn es hat mich tatsächlich erwischt.
Seit dem letzten Wochenende kränkelte ich schon, ich habe alles aus meiner Hexenküche dagegen aufgefahren, was ich finden konnte. Umsonst.
Mittwoch früh, gleich nach dem Aufstehen, das ein bisschen was von Auf-Taumeln hatte, konnte ich erstaunt die neue Frühjahrs-Kollektion meiner Viren erkennen:

Sie werfen leichte Beulen an meinen Lidrändern.

Umpf. Hatte ich so auch noch nicht. Virenkreation mit Häkelkante. In jeder Damenumkleide würde die (auf Umsatz geschulte) Mitarbeiterin mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu mir sagen „Doch, doch, steht Ihnen gut. Trägt man jetzt so.“
Nachdem ich meinem Mann diese schmucke Viren-Kollektion Frühjahr 2020 „hellrotleuchtend mit Hubbel-Band-Kante“ präsentierte und meinte, es sähe auf dem Oberlid aus, als wäre eine Botoxinjektion irgendwie total verrutscht, meinte er mitfühlen „am Unterlid auch, Schatz“.

Ok. Ich hatte beides noch nicht. Botox und Beulenviren. Letzteres habe ich diese Wochen kennen lernen müssen …

Zeit für das Hexchen, auf dem Besen zum Hals-Nasen-Ohrenarzt zu reiten. Der erkannte sofort, dass das Virus böse zugeschlagen hatte, sich allerdings obendrein auch noch mit ein paar Bakterien zusammen getan hatte, die für die hübsche Hubbel-Band-Kante zuständig waren. Aha.
Aber dagegen gab es etwas: Breit-BAND-Antibiotikum, musste sein. Wegen der kreativen Köpfe, die keinerlei Skrupel haben, auf Kollegen aus der bakteriellen Abteilung zu setzen. Und das alles nur für die neue Mode. Unglaublich, umwerfend- im Sinne von schwächelnd. Also habe ich mich auf die Couch geworden und Dr. Breitband mal die „Front Row“ am Laufsteg der Virenkollektion mit Bakterienbesatz überlassen.
Heute, am Samstag?
Pah, Beulen weg, Lindrand geglättet, Energielevel auf steigendem Niveau. Ist doch immer wieder ein tolles Gefühl, wenn die Kräfte zurück kehren. Ist halt doch das wichtigste – unsere Gesundheit!
Passt gut auf Euch auf.

Schöne, gesunde Woche noch!