Wie so oft schreibe ich diese Kolumne für den Sonntag am Samstag. Heute ist ein besonderer Samstag, heute ist Wintersonnenwende. Die tiefste und längste Nacht des Jahres liegt vor uns, gleichzeitig aber auch die Wiedergeburt des Lichtes, denn ab morgen werden die Tage wieder länger. Es heißt, dass in dieser Nacht die Hexen von allem Abschied nehmen, was im Dunkeln verborgen bleibt und das Licht willkommen heißen.
Das klingt doch ganz herrlich, um ein kleines Hexenritual vor Weihnachten zu veranstalten, oder?

Mit dieser Nacht beginnen auch die sogenannten Rauhnächte, die ich besonders magisch finde. Jede dieser Nächte hat eine besondere Bedeutung und wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, kann man in der Nacht des 21. auf den 22. Dezember zum Ursprung seines Selbstes zurück finden, zur eigenen Quelle, aus der wir dann in den folgenden Nächsten schöpfen können. So heißt es jedenfalls.

Wo der Ursprung der Rauhnächte eigentlich liegt, weiß man übrigens nicht genau. Es gibt Vermutungen, dass sie von den Kelten erfunden wurden, die sie benutzten, um die Differenz zwischen zwölf Monaten in den Mondphasen (354 Tage) und dem Sonnenjahr (365 Tage) auszugleichen. Aus diesem Grund fügten sie elf Schalttage ein und sahen diese Tage nun als außerhalb der Zeit liegend an.

Man kann diese Nächte, die für gewöhnlich eine eher hektische Zeit des Jahres begleiten, mit kleinen Meditationsritualen nutzen, um innerlich ein wenig zur Ruhe zu kommen, was ja grundsätzlich nicht schaden kann. Keine große Sache, nur ein paar Minuten am Abend vielleicht. Rückblick auf die vergangenen und Ausblick auf die kommenden 12 Monate des neuen Jahres, sich fragen, was war wichtig für mich in diesem Jahr? Was soll werden in dem neuen Jahr? Was wünsche ich mir, was kann ich dazu beitragen, dass mein Wunsch in Erfüllung geht?

Rückschau und Ausschau statt betriebsamer Konsumhektik, ich persönlich liebe das ja sehr. Zusätzlich habe ich das Empfinden, dass diese Ideen, Wünsche und Visionen Kraft geben, die Ziele auch zu erreichen. Ich habe es in den letzten Jahren immer so gemacht, dass ich mir ganz zwanglos während der Rauhnächte Gedanken über mein Leben, meinen Weg, meine Ziele und Wünsche gemacht habe und es hat mich irgendwie immer sehr dankbar gemacht. Dankbar und bereit, das alte Jahr abzuschließen und ein neues Jahr, ein neues Lebenskapitel, aufzuschlagen.
Oft liest man, dass diese Nächte von einer starken Magie begleitet werden, die man keineswegs unterschätzen soll und so habe ich es das ein oder andere Mal auch schon erlebt.
Auch heute möchte ich wieder damit beginnen, mir ein bisschen Muße gönnen und mit einem Tee oder Glühwein (steht ja nun nirgendwo, dass man nicht schlemmen dürfte, während dieser Zeit) in die Nacht lauschen und die Stille zu genießen.
Vielleicht ist es dann so, dass die „kleine Hexe in mir“ wieder spürbarer wird, die Intuition zunimmt und das höhere Selbst tatsächlich ein wenig stärker wird, ich die kommenden Tage noch bewusster wahrnehme als sonst. Wäre doch schön, denn für Magie habe ich schon immer etwas übrig gehabt … für mich geht es übrigens dabei darum, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen, das ist gelebte und ganz geerdete Magie für mich, dann schwingt diese kräftige Intuition in uns mit dem Gleichklang des Lebens und wir wissen einfach, was gut für uns ist.
Ganz „intuitiv“.
Schön ist das und in diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine schöne Weihnachtswoche mit viel Harmonie, Freude, gemütlichen Stunden mit Euren Lieben – und ich wünsche Euch ein klein bisschen stärkende Magie der Rauhnächte, damit jede und jeder auftankt und voller innerer Kraft bereit wird für ein neues Jahr.

Frohe Weihnachtswoche für Euch!