Regelmäßig bekomme ich von der Hautarztpraxis Dr. Rösener und Dr. Höller Obrigkeit im Ärztehaus am Luisenhospital in Aachen diesen wirklich sehr interessanten Gesundheitsbrief zugeschickt. Ich habe schon des Öfteren daraus Artikel zitiert.

In der Juliausgabe 2020 stand ein Artikel, den ich insbesondere für uns Frauen teilen möchte. Früher hat man uns immer eingeredet: Trinkt Milch, esst Joghurt, das ist ja alles soooo gut für euch. Ich hatte mich immer irgendwie „falsch“ gefühlt, weil ich mich vor Milch geekelt habe und nie größere Mengen Quark oder Joghurt essen konnte. Über meinen mäkeligen Fleischkonsum muss ich gar nicht erst reden.
Und nun, Jahre später, lese ich das hier;

Herzinfarkt & Co. – neue Erkenntnisse sprechen für eine Herabsetzung des Fleischkonsums

Es ist seit langem bekannt, dass sich eine fleischarme und vorwiegend pflanzliche Ernährung positiv auf die Herz-Kreislaufgesundheit auswirkt. Jetzt haben US-amerikanische Wissenschaftler bestätigen können, warum ein hoher Verzehr von insbesondere rotem Fleisch, Eiern und Milchprodukten zu einer höheren kardiovaskulären Sterblichkeitsrate führen kann.
Über diesen Zusammenhang berichteten bereits Studienergebnisse der Berliner Charité, und eine weitere Studie kam zu einem vergleichbaren Ergebnis. Demnach führt ein hoher Verzehr der genannten Lebensmittel zur Bildung eines speziellen Stoffwechselproduktes namens Trimethylamin-N-Oxid (TMAO). Über mehrere Schritte entsteht es in der Leber aus dem Abbau von Cholin- und Carnitin-Verbindungen, die zu einem großen Anteil in Fleisch, Eiern und zahlreichen Milchprodukten enthalten sind. An diesem Stoffwechselprozess sind untern anderem auch bestimmte Darmbakterien beteiligt.
Die aktuelle Studie konnte nun bestätigen, dass ein höherer TMAO-Level zu einem erhöhten kardiovaskulären Risiko und einem verfrühten Tod durch Schlaganfall, Herzinfarkt und weiteren kardiovaskulären Erkrankungen führt. Die Daten von über 19.000 Frauen, die aus dem großen Datenpool der bekannten „Nurses Health Study“ entnommen wurden, und die Auskunft über das langjährige Ernährungsverhalten sowie über die Veränderungen des TMAO-Spiegels im Blut geben, wurden näher unter die Lupe genommen.
Zu Beginn der Studie hatte keine der Teilnehmerinnen einen Herzinfarkt gehabt. Sie wurden über einem zeitlichen Rahmen von etwa 16 Jahren hinsichtlich ihrer Herz-Kreislaufgesundheit beobachtet. Trat bei einzelnen Probandinnen in dieser Zeit ein Herzinfarkt oder Tod aufgrund einer Herz-Kreislauferkrankung ein, so wurden deren gemessene TMAO-Level und deren Daten zum Ernährungsverhalten mit entsprechenden Kontrolldaten weiterer Frauen verglichen, die nicht entsprechend erkrankt waren.
Im Ergebnis zeigte sich, dass ein erhöhter TMAO-Spiegel das Herzinfarkt-Risiko eindeutig anstiegen ließ. Je höher dabei die Werte des Stoffwechselproduktes, desto größer war auch das Erkrankungs- und Sterberisiko. Die schlechtesten gesundheitlichen Aussichten hatten solche Studienteilnehmerinnen, die über Jahre hinweg ein ungesundes Ernährungsverhalten in Bezug auf Fleisch, Ei und Milch zeigten.

Die Studienautoren weisen vor diesem Hintergrund darauf hin, dass hiermit ein weiteres wichtiges Argument dafür gelungen sei, einer vornehmend fleischarmen und gemüsereichen Ernährungsweise zu folgen, um die beschriebenen ungünstigen Wirkungen auf die Herz-Kreislaufgesundheit möglichst zu vermeiden.
Heianza, Y. et al.
Long-Term Changes in Gut Micorbial Metabolite Trimethylamine N-Oxide and Coronary Heart Disease Risk.
J Am Coll Cardiol 2/2020; 75: 763-72.

Klingt es nicht ein bisschen nach Karma, wenn wir Tiere erst in schlechter Haltung qualvoll mästen, sie dann töten und uns mit dem angeblichen Genuss ihres Fleisches oder ihrer Ausbeutung als „Hochleistungsmilchkühe“ und Legehennen in elenden Batterien krank machen ????
Entscheidet selbst …

Und wer immer noch meint, ohne Fleisch kann man keine Leistung bringen, für den habe ich noch das hier gefunden:

Triathlet (!!!!) Jan Frodeno hat Fleischfabrikant Clemens Tönnies und die Politik wegen der Massentierhaltung in Deutschland scharf kritisiert. Frodeno, der selbst vegetarisch lebt, warnte zudem vor den gesundheitlichen Nebenwirkungen von Billigfleisch.
„Die Politik setzt immer nur das um, was populär ist. Das sieht man auch am Fall Tönnies. Dass dieser Mann zuletzt auch noch Geld von der Politik gefordert hat, um seine absolut widerliche Maschinerie am Leben zu erhalten, finde ich unmöglich“, sagte der dreimalige Ironman-Weltmeister im Interview mit FOCUS Online.
Frodeno ist der Meinung, jeder solle sich „mit dem Wohl der Tiere beschäftigen. In Deutschland schaut ja auch jeder Autofahrer, was er für ein Motoröl in sein Auto kippt. Das ganze Industriefleisch, was viele Leute essen, ist mit Hormonen vollgepumpt und wurde unter extremen Stress für die Tiere produziert.“ Außerdem sei die Botschaft, dass „man Fleisch zum Leben braucht, reines Marketing“, sagte der 38-Jährige.
Vor allem Billigfleisch „welches uns im Supermarkt hinterher geschmissen wird, erfüllt nicht die Kriterien von gutem Fleisch“, so der Olympiasieger von 2008. Er selbst lebt seit vier Jahren als Vegetarier. „Nachdem ich aufgehört habe Fleisch zu essen, habe ich sofort die positiven Unterschiede feststellen können.“

Das muss nicht mehr kommentiert werden …

Schöne gesunde Woche noch!