Wenn man dieser Tage die Nachrichten liest, kann es einem schon ein wenig mulmig zumute werden. Seit einiger Zeit hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Ausbreitung des aus China stammenden Corona Virus zu einer „gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt. So ein Schritt soll dazu führen, dass alle 190 Mitgliedsländer ihre Gegenmaßnahmen untereinander absprechen können, was wichtig wird, denn mittlerweile hat dieses Virus auch den afrikanischen Kontinent erreicht und ist in Ägypten aufgetaucht und in Frankreich gibt es den ersten Todesfall in Europa, der auf das Virus zurück zu führen ist.

Wir können nur hoffen, dass alle Maßnahmen erfolgreich sind und eigentlich nur das tun, was bisher auch bei jeder „normalen“ Grippewelle empfohlen wird: Hygiene, also oft und gründlich die Hände waschen, Menschenansammlungen meiden und allgemein gut auf uns achten, vitaminreich essen, eine gute Work-Life-Balance einhalten usw.

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber bei all den -teils ausgesprochen widersprüchlichen- Informationen, die derzeit bezüglich der „neuen Lungenkrankheit“ von vielen (manchmal selbsternannten) Experten in die Welt geblasen werden, neige ich hin und wieder dazu, zu „Trumpen“ und einiges schlicht als „Fake news“ abzutun.
Kopf in den Sand, schöne Musik hören, Weltgeschehen aussperren und abschalten. Kleine Auszeit von all den Schrecklichkeiten, von denen es in den Nachrichten und im Netz nur so wimmelt.
Nach einer Weile siegt mein Realismus wieder und eine Stimme in mir meint „Hey, du kannst doch nicht so tun, als wäre in der Welt kein gefährliches Chaos. Informier dich mal, da draußen ist die Hölle los und du machst hier auf heile Welt.“ Dann schlage ich zerknirscht meinen PC auf und gucke mal nach, was an neuem Elend so verbreitet wurde. Klar, überall und immer passieren schreckliche Dinge, das ist traurig und tragisch zugleich, ich kenne wirklich kein Leben, in dem immer alles nur gut geht, eher im Gegenteil.

Aber müssen wir Menschen eigentlich immer so übertreiben?

Wir neigen ja im Negativen wie im Positiven dazu, alles zu überspitzen – oder habt ihr schonmal jemanden erlebt, der ein absichtlich besonders häßliches Selfie hochgeladen hat???

Selten, oder? Meine Fotos gucke ich mir ja auch genau an, bevor ich sie poste, das gebe ich gerne zu. In aller Regel sind diese besonders tollen Selfies durch mehrere Filter gelaufen und zeigen eine traumhafte Welt mit wunderschönen Menschen in idealisierten Umgebungen, unfassbar schönen Häusern in noch tollerer Natur … der Gegenentwurf sind dann alle besonders grausamen Nachrichten, Kriege, Elend, Hass und Brutalität, alles da. Schlimm genug, dass es so etwas gibt, aber man hat das Empfinden, „normales Leid“ reicht für eine gute Nachricht ebenso wenig aus wie normale Schönheit für Selfies … ich finde beide Extreme oft ziemlich unerträglich.

Wahrscheinlich muss jede und jeder von uns im eigenen Leben die Balance finden, die stimmig ist. Helfen, wo es geht und nötig ist, nicht wegschauen sondern sich engagieren – und bitte trotzdem nicht die Lebensfreude verlieren, die darf ebenfalls sein und ist nötig für eine gesunde Balance.

Leben?

Passiert einfach und war wohl noch nie zu 100% vorherzusagen, auch wenn wir das vielleicht gerne hätten. Wie sagte Eleanor Roosevelt so schön?
„Wenn das Leben vorhersehbar wäre, würde es aufhören, Leben zu sein, und es wäre ohne Geschmack.“

Gut, manchmal wäre es aber doch schön, ohne künstliche Geschmacksverstärker auszukommen …

Wir sind ganz schön verletzlich – auch und besonders in unserer global vernetzten Welt, das wird gerade wieder einmal deutlich und das müssen wir wohl oder übel akzeptieren. Es wäre schön, wenn die Welt nun zusammenrücken würde, um sich gegenseitig Hilfe zu bieten. Ich wünsche mir, dass das gelingt – und nicht nur in der Bekämpfung des Corona-Virus sondern ganz allgemein und auch beim Umwelt- und Tierschutz.

Schöne und gesunde Woche noch!