Was mich in der letzten Woche so richtig genervt hat:
1.Zuviel Hysterie um ein mutiertes Grippevirus, an dem man AUCH sterben kann – wie bei jedem anderen Grippevirus auch. Sterben müssen wir eh, die Wahrscheinlichkeit aber, DARAN zu sterben, ist nicht so richtig dolle hoch.
2.Berichterstattung über einen künstlich wichtig geredeten Schlagerbarden, dessen Freundin seine Tochter sein könnte. Wen interessiert eigentlich so etwas?
3.Die allgemeine Verbreitung von „Fake News“ durch gewisse Medien und die unfassbare Beeinflussbarkeit der Bevölkerung – man kann eigentlich nichts mehr glauben und lässt sich dann von diesem „Nix“ derart aufpeitschen, dass es zu völlig irrationalen Handlungen kommt (Z.B. Hamsterkäufe oder das völlig nutzulose Tragen von „Atemschutzmasken“ aller Art in der Öffentlichkeit).

Diese Liste könnte ich noch lange fort führen. Da mir das alles ein bisschen zu anstrengend geworden ist, habe ich mich mal wieder gründlich in meiner kleinen realen Welt umgeschaut und festgestellt, dass es eine Menge zu tun gibt. Der Garten sieht aus als wären wir kurz vor der Verwahrlosung, denn der letzte Sturm hat ein paar Zaunelemente umgelegt. Der einst darüber hängende Efeu liegt nun davor und wartet auf Abtransport. Vom Pavillon, der daneben steht, hängt die vergilbte Zelttuchbedeckung derart asozial einseitig fest, dass es wirkt als wolle ich demnächst ein Lumpenfestival veranstalten.
Naja. Ist halt Handlungsbedarf da.
Wäre ich Politiker, würde ich nun drei Berater bitten, die Situation zu beurteilen, so muss ich wohl bald man anpacken und einen Gärtner bestellen.
Drinnen in der Wohnung hatten wird dummerweise auch noch einen Wasserschaden, da hat sich im Wohnzimmer das Parkett gehoben, das lässt sich nicht kaschieren.
Familie Flodder lässt grüßen!!!
Als genüge das nicht schon, sieht auch mein kleiner Küchengarten nicht sehr erfreulich aus – und das trifft ins Gärtnerherz. Mitten rein. Da Frau halt Prioritäten hat, habe ich dann auch beim aller-aller-wichtigsten angefangen und das war natürlich der Garten.
Erste Tat:
Hochbeet mit Saatgut bestücken. Da es sich mit dem Gemüse so verhält wie mit dem Rest der Welt und längst nicht jeder Grünschopf alle Nachbarn toleriert, habe ich mich vor dem Säen belesen und hatte vor, am dem länglichen Hochbeet Möhren, Zwiebeln und Radieschen zu säen, das seit gut, denn die Möhren brauchen länger als z.B. die Radieschen und kommen sich wurzeltechnisch nicht ins Gehege und die Zwiebeln vertragen sich angeblich super mit den Möhren, schützen die auch noch vor irgendwelchen Fliegen.
Das nenn ich Teamarbeit. Klasse.
Da ich als Gemüseliebhaberin dazu neige, gierig zu eng zu pflanzen, habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal Saatbänder verarbeitet. Das hat den Vorteil, dass das junge Gemüse schon mal den richtigen Abstand einhält und – als Frau reiferen Alters auch nicht unwesentlich – man kann die Bänder locker in die Erde bringen, ohne mit der Brille auf der Nase eng über der Erde zu schubben um zu kontrollieren, wohin man die kleinen Samen denn nun gerade geschüttet hat. Gemeinerweise sind die nicht nur winzig, was ja in der Natur der Sache liegt, sondern meistens auch noch Erdbraun. Machen die extra, um reifere Gärtnerinnen zur völligen Verzweiflung zu treiben, da bin ich sicher!
Meine beiden kleineren Beete haben Spinat und Salat-Saat bekommen.
Als ich dann später mit den leeren Saattütchen wieder am Tisch saß, um akkurat in meinem kleinen grünen Gartenbuch zu notieren, was ich wohin gesäet habe (ich vergesse schon mal, was wo ist und diese kleinen Schilder verschwinden in den Beeten immer irgendwie), war ich dann ein bisschen erstaunt … ich hatte doch im langen Beet Radieschen säen wollen … aber es gab nur eine leere Tüte, deren Abbildung OHNE Brille ganz klar Radieschen zeigte.
Mit Brille stand da: Mairübchen … ?!? Wieso Mairübchen? Neben den Möhren? Das gibt Gezanke, das sehe ich jetzt schon kommen. Was die Zwiebeln dazu sagen, will ich gar nicht erst wissen. Tja, nun muss ich der Natur ihren Lauf lassen, denn raus kriege ich diese Saatbänder nicht mehr, die mussten ja auch noch gut angegossen werden, die sind jetzt drin in der Erde. Mal sehen, was das wird.

In den Worten einer großen Boulevardzeitung würde das dann in etwa so klingen:

DRAMA IM GEMÜSEBEET! Ausgehend vom Ungeschick einer einzelnen Gärtnerin muss in diesem Jahr mit einem Massaker zwischen Möhren und Mairübchen gerechnet werden. Es ist damit zu rechnen, dass es zu Mutationen kommt, in deren Folge das junge Gemüse wurzelähnliche Beinchen entwickelt und die Beete verlässt, um eigenständig neue Siedlungen zu erobern! Die Gärtnerin konnte isoliert werden, aber der Samen der zu befürchteten Mutation von „Mö-Maichen“ droht von NRW in die ganze Welt zu fliegen. Es wird dringend geraten, im Mai und Juni das Haus nicht zu verlassen und sich in Quarantäne zu begeben.

Die WHO (wirre-Hausfrau-ohneBrille) meldet allerdings, dass es eine Therapiemöglichkeit zu geben scheint:
Bei täglicher Beschallung mit Musik vom Wendler konnte bisher das Keimen des Saatgut verhindert werden. Bei dieser Behandlung sollte unbedingt auf das Tragen von Kopfhörern geachtet werden, die jegliche Akustik ausfiltern, da sonst mit überschießenden und hoch ansteckenden Wutanfällen gerechnet werden muss. Sollten diese auftreten – immer in die Armebeuge wüten, da eine Übertragung durch Tröpfcheninfektion zu vermuten ist! Schützen Sie sich und andere, halten Sie sicherheitshalber einen Abstand von einem Meter zum Gemüsebeet, kaufen Sie am besten noch heute Möhren in Dosen oder Gläsern, möglichst mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum – die sind sicher mutationsfrei. Schimmel? Unbedenklich. Einfach mit handelsüblichem Desinfektionsmittel besprühen und mit Klopapier trockentupfen, diese Gegenstände finden sich in beinahe allen deutschen Haushalten im ganz normalen Vorrat.

Schöne Woche – mit dem richtigen Lesefutter, Humor und Gesundheit für Euch!