Kathrin Reitz schreibt

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Autor: Kathrin Reitz Seite 1 von 4

Chantal Bausch

Ich habe selten eine derart bewundernswerte junge Frau kennen gelernt wie Chantal Bausch. Sie ist 25 Jahre alt, erhielt im Alter von 12 Jahren ein Spenderherz, ist heute aktive Leistungssportlerin, Botschafterin in besonderer Mission, im wahrsten Sinne des Wortes ein Engel „mit Herz“. Weil sie mich so tief beeindruckt hat, habe ich sie gefragt, ob ich sie vorstellen darf, in meinem Blog zu dem Thema Organtransplantation. Ich darf – und das freut mich einfach sehr. 

 

Chantal Bausch im Film erleben

Gedanken zum Thema Organtransplantation

Ein besonderes und besonders emotionales Thema.

Auch wenn ich in den Medien und in meiner Arbeit immer mal wieder mit diesem Thema in Berührung gekommen bin, so habe ich doch erst vor einigen Jahren so richtig begonnen, mich mit der Organtransplantation zu beschäftigen – als ich im Sommer 2016 zusammen mit Herrn S. das Buch „Eine im Anderen oder das Geschenk des Musikers“ geschrieben habe.

Eine im Anderen oder „Das Geschenk des Musikers“

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Dr.med.Axel Rahmel, Interview aus dem Ärzteblatt 5/2015

Aus: Deutsches Ärzteblatt 5/2015, Interview mit Dr.med.Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation, „Den Wunsch des Verstorbenen umsetzen“

POLITIK: Das Interview

Interview mit Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation: „Den Wunsch des Verstorbenen umsetzen“

Dtsch Arztebl 2015; 112(15): A-666 / B-572 / C-556
Flintrop, Jens; Klinkhammer, Gisela; Siegmund-Schultze, Nicola

Im ersten Interview nach seinem Amtsantritt bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation zieht Axel Rahmel ein erstes Resümee seiner Tätigkeit

Angehörigengespräche, die Feststellung des Hirntodes, die Aufgaben der DSO und Organhandel – Axel Rahmel nimmt Stellung zu zahlreichen Themen.

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DSO Thomas Biet, Kaufmännischer Vorstand

Thomas Biet, Kaufmännischer Vorstand DSO

14.12.2012 | FRANKFURT AM MAIN
Neuer Kaufmännischer Vorstand bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation
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Zum 1. Februar 2013 ist Thomas Biet vom Stiftungsrat der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zum Kaufmännischen Vorstand bestellt worden. Der 47-jährige studierte Diplom-Medizinökonom ist bei der DSO in dieser Position insbesondere für die Bereiche Personal, Finanzen, Vertragswesen und Einkauf sowie Controlling und EDV verantwortlich. 
Seine neue Aufgabe übernimmt Biet mit dem Ziel, die Weichen für die Organspende in Deutschland gemeinsam mit allen beteiligten Partnern neu auszurichten. „Ich freue mich“, erklärt Biet „im Rahmen meiner neuen beruflichen Tätigkeit an einer Verbesserung der Organspendesituation mitzuwirken. Das geänderte Transplantationsgesetz bietet uns echte Chancen, die wir gemeinsam ergreifen sollten, aber auch neue Herausforderungen, die ebenfalls gemeinsam bewältigt werden müssen. Das sind wir den Patienten auf der Warteliste schuldig.“ 

Biet, der in Köln Medizinökonomie studiert und zusätzlich ein Studium „International Management“ in London absolviert hat, ist bereits seit vielen Jahren in leitenden Positionen der Gesundheits- und Finanzbranche tätig. Unter anderem war er erfolgreich bei der Cherubine-Willimann-Stiftung als Verwaltungsdirektor und Kaufmännischer Direktor für die Entwicklung mehrerer Akuthäuser an verschiedenen Standorten verantwortlich. Zuletzt war Biet Kaufmännischer Direktor der Reintgen und Schäfer Invest GmbH und zuvor Geschäftsführer der Frankenwaldklinik bei der Rhön-Klinikum AG.


 

 

 

DSO – Deutsche Stiftung Organtransplantation

Aufgaben und Ziele

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie ist die nach dem Transplantationsgesetz beauftragte Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende in Deutschland.

Unsere Ziele

Gemeinsam mit den Entnahmekrankenhäusern und den Transplantationszentren setzen wir uns dafür ein, möglichst vielen Menschen auf der Warteliste durch eine Transplantation mit einem geeigneten Spenderorgan zu helfen.
Bei unserer Aufgabe sehen wir uns dem Willen des Verstorbenen und seiner Familie verpflichtet. Haben diese den Wunsch formuliert, Organe nach dem Tod zu spenden, um anderen Menschen zu helfen, so ist es unser Anliegen, diesen Willen verantwortungsvoll und mit größter Sorgfalt umzusetzen. Der würdevolle Umgang mit dem Verstorbenen ist unser oberstes Gebot.
Um einen optimalen Einsatz der gespendeten Organe sicher zu stellen, setzen wir uns mit unserer Arbeit dafür ein, jedes gespendete Organ mit hoher Qualität für eine Transplantation zur Verfügung zu stellen. Damit gewährleisten wir eine hohe Erfolgsaussicht und Sicherheit für die Transplantation, die für den Empfänger die Chance auf ein neues Leben bedeutet.
Durch eine gute, transparente, klar strukturierte Arbeit leisten wir unseren Beitrag dazu, das Vertrauen in das System der Organspende und Transplantation wieder zu stärken.

Unsere Aufgaben

  • Intensivierung der engen Zusammenarbeit mit den Entnahmekrankenhäusern, insbesondere mit den Transplantationsbeauftragten
  • Unterstützung bei der Spendererkennung Entlastung und Unterstützung des Krankenhauspersonals im gesamten Organspendeprozess
  • Optimale Spendercharakterisierung als Voraussetzung für die Organvermittlung und Sicherheit der Transplantation
  • Gewährleistung einer hohen Qualität der Spenderbetreuung, der Organentnahme und Konservierung sowie des Transports
  • Unterstützung und Begleitung der Angehörigen von Organspendern
  • Dialog mit der Öffentlichkeit für mehr Information und Transparenz
  • Förderung des Wissenstransfers und der Weiterentwicklung der Transplantationsmedizin

https://www.dso.de/

Pilates ü50 – oder: Fit für die kommenden Lebenskapitel


Pilates ist für mich eine wirkliche Lebensleidenschaft geworden, auch wenn ich es nicht „dogmatisch“ sehen und betreiben möchte. Die Ideen von Joseph Pilates, dem Begründers dieser ganzheitlichen Gymnastikmethode, sind auch heute noch „in“ und irgendwie nie aus der Mode gekommen. Er hielt körperliche Bewegung, frische Luft, gute Ernährung und Körperhygiene für wichtig, daran hat sich auch Jahrzehnte später nichts geändert.

Seit ich ernsthaft und regelmäßig Pilates mache – also erst seit 2016-, habe ICH mich allerdings verändert. Ich bin eindeutig fitter geworden, beweglicher und habe ein viel besseres Muskelgleichgewicht aufbauen können – was ich in dieser Form nicht erwartet hätte.

Ich war zwar mit „ü-50“ die älteste Teilnehmerin in der Ausbildung zum Pilates-Trainer für die Matte, aber ich glaube, dass ich mich gerade deswegen ganz still so sehr darüber freuen konnte, dass mein Körper noch immer trainierbar ist, Fortschritte zeigt und mir bei konsequentem Turnen Übungen ermöglicht, zu denen ich früher schlicht nicht in der Lage gewesen bin. Ein herrliches Gefühl!

Manchmal berührt es mich unendlich, wenn ich in den Kursen sehen, dass auch die Teilnehmer auf einmal Übungen können, die lange nicht möglich waren – und das geht wirklich in jedem Alter bei regelmäßigem Training. Und es macht auch noch Spaß!

Aus meiner Sicht macht Pilates „ganzheitlich“ fit, fit für das Heute und fit für das Morgen, für unsere kommenden Lebenskapitel, die wir auf dem Lebensweg noch schreiben wollen.

Pilates ermöglicht uns dabei auch, zur inneren Ruhe zu finden, führt Geist und Körper in eine Balance und gibt der Seele die Möglichkeit, in Harmonie zu kommen. Diese Art der Bewegung berührt und „bewegt“ – und das nicht nur in körperlicher Hinsicht.

The rhythm of the body,

the melody of the mind

and the harmony of the soul

create the symphony of life.

(B.K.S. Iyengar)

 

Wie man eine gute Löffel-Liste anlegt

 

Eine Löffel-Liste listet die Dinge auf, die man – nun ja-, die man noch tun möchte, bevor man den Löffel abgibt.

Sie sollte nicht zu lang und nicht zu unrealistisch sein und sich an den derzeitigen Gegebenheiten orientieren, immer aber die eigenen Sehnsüchte im Blick haben. Gibt es etwas, das ich als jüngerer Mensch immer schon tun wollte und das aus den unterschiedlichsten Gründen bisher nicht geklappt hat?

1.Schritt: Schreiben Sie es auf!

Eine Weltreise machen?

Klavier spielen lernen?

Ein Café eröffnen?

Etwas bestimmtes lernen, Malen, Klavier oder Saxophon spielen, Tango oder Ballett tanzen?

Mit Tieren zusammen sein, vielleicht sogar eigene um sich haben?

Etwas ganz außergewöhnliches erleben, etwa ein spirituelles Seminar zur Reise in frühere Leben buchen?

Längere Zeit in einer anderen Stadt, alleine oder auf einem Bauernhof leben?

…. diese Liste sollte Ihre Liste sein und sie sollte daher auch die ganz persönlichen Wünsche aufzeigen

2.Schritt: Ordnung rein bringen! 

Ordnen Sie die Punkte den folgenden Möglichkeiten nach; entweder unter dem Aspekt „Was lässt sich am einfachsten umsetzen“ oder unter dem Aspekt „Wofür schlägt mein Herz am meisten?“

3.Schritt: Umsetzen! 

Jetzt brauchen Sie nur noch einen Plan, der realistisch aufzeigt, was man braucht, um zum ersten Ziel zu kommen. Brechen Sie dazu das große Ziel in kleine Unterzielstücke und gehen Sie es an. Gerne auch mit „Schwestern und Brüdern im Geiste“, holen Sie sich also Hilfe. Aber bitte fragen Sie an dieser Stelle weder Zauderer noch Pessimisten. Gefragt sind Realisten und Träumer.

Und dann kann es losgehen, hin zu den noch ausstehenden Zielen Ihrer Lebensreise.

Denn man bereut am Ende wohl nichts, was man versucht hat – selbst wenn man unterwegs gescheitert ist. Man bereut nur, was man gar nicht erst versucht hat.

Wär doch schade!

 

Na du hast gut reden!

Dieser Satz ist eine Worthülse mit einer Botschaft, die nach simplem Glück-Haben riecht, manchmal auch ein bisschen böse auf Faulheit anspielen könnte oder auf ein gnädiges Schicksal hindeutet, auf jeden Fall aber den Schluss zulässt, der Angesprochene sei ein beneidenswerter Zeitgenosse, der zu seinem guten Zustand einfach nix-dazu-getan-haben kann.

Solche Sätze klingen dann in etwa so:

Du hast gut reden, du bist ja schlank!

Du hast gut reden, du bist ja auch sportlich!

Du hast gut reden, du bist ja glücklich verliebt/verlobt/verheiratet! Wahlweise: Du hasst gut reden, du lebst ja auch alleine!

Du hast gut reden, du hast ja keine Kinder – oder: Du hast gut reden, deine Kinder sind ja überhaupt nicht schwierig!

Du hast gut reden, dein Hund ist ja von sich aus lieb und zerbeißt nichts!

Du hast gut reden, du hast ja auch studiert! Wahlweise: Du hast gut reden, du hast ja gleich eine Ausbildung gemacht und Geld verdient!

Du hast gut reden, du hast ja auch ein Haus! Oder: Du hast gut reden, du hast ja auch kein Haus!

Ich könnte diese Sätze ewig so fortführen, wir alle könnten das in unterschiedlichster Art und Weise, es gibt wohl niemanden, der nicht schon einmal so etwas gehört hat – oder auch gesagt hat!

Warum sagen wir denn eigentlich solche Sätze?

Ist das nur der müde Versuch, Schuld abzugeben und sich vorzumachen, dass man einfach benachteiligt ist und gar nichts dafür kann, dass man dies oder jenes nicht kann oder hat? Möchte man einfach nicht zugeben, dass man eben nicht die Disziplin eines Topmodels hat, wenn es ums eigene Essverhalten und das konsequente körperliche Training geht? Das man vielleicht was falsch gemacht hat in der Lebensführung, der Hunde- oder Kindererziehung, in der Beziehung, dem Beruf oder dem Wie und Wo man lebt?

Ich finde, wir alle sollten zu unseren Vorzügen, Talenten, Fähigkeiten – aber besonders auch zu unseren Fehlern stehen, denn erst die machen uns doch einzigartig und liebenswert.

Authentisch sein zu dürfen statt perfekt sein zu müssen, das wäre doch ein toller Ansatz.

Erst wenn ich mich wirklich annehmen kann wie ich bin, wird der Blick klar für die Dinge, die ich noch tun möchte. Und nicht tun soll – so, wie es uns unsere eigenen, oft unsinnigen inneren Überzeugungen weiß machen wollen.

Sei wie du bist, du bist gut so.

Und ich darf anders sein, was genauso gut ist.

Dann muss ich dich auch nicht „gut reden“. Aber ich darf anfangen, mich gut zu finden, so wie ich bin. Genauso, wie ich bin!

Na rede dich doch gut!

Es ist schließlich ist es dein Leben. Mach was draus.

Was Gutes!

 

 

Geburtstag mit ungeladenen Virengästen

Ich habe festgestellt, dass man älter werden kann, ohne es zu bemerken. Nun werden Sie fragen „Wie soll das denn gehen?“

Antwort: Ganz einfach, man braucht es nur so zu machen, wie es mir in diesem Jahr an meinem Geburtstag gelungen ist. Einen Tag vorher bin in einen unsichtbaren, gemeinen und hinterhältig lauernden Virenschwarm gelaufen und zack, da lag ich.

Grippe.

Geburtstag mit Viren. Nicht eingeladen, aber alle sind gekommen.

Also, nicht, dass wir uns missverstehen. Das war kein jämmerlicher kleiner grippaler Infekt, nein, das war eine richtig ausgewachsene, gemeine Grippe der Sorte mutierter Virus der neuen Saison ohne Schnupfen und Husten. Sicher eine entfernte Verwandte der Stämme der Schweine- und Vogelgrippe.

Das Gute an so einer echten Grippe ist übrigens, dass man derart platt ist, dass einem zum Lamentieren, Jammern, sich selber Bedauern und Verzagen die Energie fehlt. Alles was geht ist Liegen. Tagelang.

In der Hoffnung neue und schnell wirkende Linderungstipps zu erhalten, habe ich -als ich wieder ein bisschen aus meinen Augen schauen konnte- das Internet durchforstet. Es gab leider bei Dr. Google und Co. nichts, was ich nicht schon gekannt hätte, aber anlässlich meines Geburtstages bin ich auf eine unglaubliche dänische Übersetzung für die Bezeichnung gestoßen, die man wohl, nun ja – ich sage es ungerne –  für eine weibliche Person mit 56 Jahren zutreffenderweise wählen könnte: Ältere Dame.

„Ältere Dame“, auf dänisch:  Gammel Dame.

Ist eben doch nicht alles nur Hygge, was von unseren Freunden aus dem hohen Norden kommt, aber genauso habe ich mich gefühlt, in meiner Grippephase mit all den ungebetenen Virengästen. Gammel Dame.

Der Körper gammelt vor sich hin, die Muskeln werden schlapp, alles tut einfach nur weh, das Gehirn schaltet auf Watte-Wahrnehmungs-Modus und hinter diesen nebulösen Wolken verschwinden die üblichen, für gewöhnlich so unglaublich wichtigen Dinge wie To-Do-Listen, Emails und sonstige Nachrichten, Termine, Wochentage, ja und eben auch Geburtstage.

Ich habe quasi nicht einmal bemerkt, dass ich überhaupt älter geworden bin, auch wenn mein liebevoller Ehemann mit Blumen und Geschenken tapfer versucht hat, dagegen zu halten.

Und irgendwie finde ich sowieso, dass Geburtstage überschätzt werden.

Viel wichtiger ist es doch eigentlich, darüber nach zu denken,  wie man sich allgemein in der aktuellen Phase seines Lebens fühlt. Bin ich zufrieden? Oder möchte ich etwas ändern? Nachdem ich die körperlichen Einschränkungen einigermaßen überwunden hatte, die Mehrzahl jener ungebetenen Virengäste also wieder abgereist war, gab es ja nun Zeit zum Denken in Hülle und Fülle.

Also habe ich rumgelegen und nachgedacht.

Über das zurück liegende Jahr, über wunderbare Freunde, die ich tragischerweise verloren habe, über bestehende und über neue, zart wachsende Freundschaften und schließlich auch über mein Alter. Das passiert ja ganz automatisch, wenn man nach Tagen der Abwesenheit sein Handy wieder einschaltet. Die ganzen Glückwünsche erinnern beinahe zwangsläufig an den -in meinem Fall verpassten-  „Ehrentag“. Eigentlich ist das auch richtig schön. Ich freue mich an den Menschen und Tieren in meiner Umgebung und ich mag es, im Augenblick zu leben. Und manchmal mag ich es auch, älter zu werden, zurück schauen zu können auf das gelebte Leben und sich zu fragen, was wohl noch kommen mag.

Generell ist das Thema Älterwerden aber eine zwiespältige Angelegenheit, nicht gerade einfach, manchmal berührend, manchmal komisch und oft eine echte Tortur.  Es ist ein bisschen wie eine Abenteuerreise mit sehr, sehr unterschiedlichen Etappen. Mal geht es super, alles läuft wie am Schnürchen, die Etappe führt über seichte Hügelchen in idyllischer Wiesenlandschaft oder am Strand entlang, man genießt, alles ist wunderbar. Ohne Anstrengung. Dann plötzlich ändert sich etwas, ein wenig nur, vielleicht der Luftdruck, eine Steigung, nicht viel. Dennoch bricht eine neue Etappe an, ungeahnte Herausforderungen ziehen auf, der eigene Körper braucht mehr Aufmerksamkeit, fordert Behandlung, Pausen, oder will nur ganz bestimmte Bewegung. Kaum ist das erledigt, zieht wie aus dem Nichts Sturm auf. Wetterumschwung, schon wieder. Und schon benimmt sich das Gehirn wie eine verwöhnte Prinzessin, vergisst das ein oder andere oder verdreht ein wenig die erlebten Inhalte, damit alles in die eigene Wahrnehmung passt … und weiter geht die Reise. Vielleicht kommt nun eine sonnige Etappe durch liebliche Landschaft, vielleicht steht auch eine Exkursion in die Antarktis auf dem unsichtbaren Reiseplan des Schicksals. Wer weiß.

Da bleibt uns nur, anzunehmen was ist. Im Hier und Jetzt.

Das aller-aller-aller wichtigste ist Akzeptanz und Zufriedenheit, finde ich. Und das gilt für jedes Alter und auch für jeden körperlichen oder seelischen Zustand.

Beeindruckenderweise habe ich ausgerechnet von schwer kranken Menschen, die ich im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit begleiten durfte, gelernt, dass weder Jugend, Gesundheit, Erfolg oder Reichtum automatisch dazu führen, dass Menschen voll und ganz zufrieden sind.

Es ist wohl eher der dankbare und auch achtsame Blick auf das, was jetzt gerade ist, was wir erleben und genießen können, was uns zufrieden sein lässt; die kleinen Dinge des Alltags, Ein Lächeln etwa, eine liebevolle Berührung, ein nettes Wort mit besonderer Bedeutung, schöne Begegnungen oder auch sinnliche Momente, ein atemberaubender Blick in die Natur, Meeresrauschen mit dem Gesang der Möwen, ein Regenbogen, leise tröpfelnder Regen im Sommerwald oder der Duft von frisch gebackenem Brot und süßem Kuchen.

Was zählt, ist das Er-leben eben jener kleinen Schönheiten im Alltag. Jeden Tag. Das ist die Feier des Lebens, um die es geht, weniger dabei wohl um die Zahl der Jahre, die wir schon hier sind auf der Erde.

Es gibt diesen wunderbaren Spruch : „Man sollte versuchen, den Jahren mehr Leben zu geben, nicht dem Leben mehr Jahre.“

Passt doch geradezu perfekt, oder?

Also dann: Feiern wir doch das Leben jeden Tag, dann haben wir auch jeden Tag einen Grund, um uns zu gratulieren – nicht nur an Geburtstagen.

Herzlichen Glückwunsch – für das Erleben jeden Tages, für die kleinen wertvollen Momente und die Partys … auch wenn man sich die Gäste nicht immer aussuchen kann.

 

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