Als bekennende Tierliebhaberin lese ich Artikel über alles was Pfoten, Hufe, Flügel oder Flossen hat besonders gerne und noch viel lieber, wenn es nett ist. So etwas habe ich in dieser Woche bei „msn lifestyle von Mikorsoft news“ im Netz entdeckt. „Lustige Fakten, die Sie schmunzeln lassen“. Hier ein paar Auszüge:

Händchen halten:
Wussten Sie, dass Seeotter beim Schlafen Händchen halten? Das hört sich zwar liebenswürdig an, aber da diese Meeressäuger manchmal auf dem Wasser schwimmen, halten sie sich an den Händen, um sicher zu gehen, dass sie nicht aus dem Rudel wegdriften.

Tierische Freunde:
Laut Wissenschaftlern der Northampton University in
Großbritannien haben Kühe „beste Freunde“ und zeigen Zeichen von Stress, wenn sie von ihren Freunden getrennt werden.

Tierischer Gruß:
Delphine haben „Namen“ füreinander. Wissenschaftler der schottischen Universität St. Andrews sagen, dass Delfine sich mit Hilfe einzigartiger Unterwasser-Pfiffe identifizieren.

Spielgefährten:
Trotz des körperlichen Vorteils lassen männliche Welpen oft weibliche Welpen gewinnen, um sie zu ermutigen, weiter zu spielen.

Hunde-Musik:
Der Beatles-Song „A Day in the Life“ hat am Ende einen extra hohen Pfeifton. Die Pfeife wurde speziell für Paul McCartneys Shetland Schäferhund eingearbeitet.

Blitzgescheit:
Obwohl sich Katzen nur an Ereignisse erinnern, die bis zu 16 Stunden früher passierten, sagt eine Studie in Scientific American, dass ein Katzengehirn 1.000 Mal mehr Daten speichert als ein iPad und es eine Million Mal schneller auf diese Informationen reagieren kann.

Unverkennbar:
Wuff! Wuff! Der Nasenabdruck eines Hundes ist wie ein menschlicher Fingerabdruck – einzigartig.

Mich haben diese Informationen zwar zum Schmunzeln gebracht, aber ich finde sie auch sehr beeindruckend. Tiere sind unglaubliche Wesen, können so viel mehr als wir denken und – sie sind Individuen wie wir Menschen. Das wissen wir Tiermenschen natürlich schon seit Langem. Jeder Mensch, der im Rudel mit zwei oder mehr Hunden lebt, sieht diese Unterschiede und jeder Dosenöffner, der zwei oder mehr Katzen zu bedienen hat, ebenso. Pferdemenschen wissen es und liebevolle Bauern, die ihre Nutztier-Herden gut halten, kenne das Thema auch. Jedes Tier ist einzigartig.
Vor diesem Hintergrund habe ich mich immer wieder gefragt, wie eigentlich ein Tierarzt überhaupt Tierarzt sein kann. Es ist ja sicher schon schwer genug, den höchst unterschiedlichen kleinen Persönlichkeiten innerhalb einer Gattung gerecht zu werden, geschweige denn, gleich mehrere Gattungen „Tier“ bedienen zu müssen.
Ein Tierarzt für Kleintiere muss Arzt für Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen, Ratten, Frettchen, Vögel und vielleicht auch noch für Reptilien sein. Sicher habe ich sogar noch ein paar Wesen vergessen. Und als wäre das nicht schon genug, muss er innerhalb einer Gattung Hausarzt, Internist, Chirurg, Urologe, Orthopäde, Gynäkologe, Kinder- bzw. Welpen- Arzt, Kardiologe, Radiologe, Anästhesist, HNO, Neurologe, Psychiater, Zahnarzt, Hautarzt, Augenarzt und bitte auch noch klassischer Homöopath und Ernährungsberater sein. ….

WIE das geht? Keine Ahnung.

Mein eigener Werdegang hat mich nach dem Psychologiestudium in Hamburg in eine ärztlich-psychologische Praxis geführt, in der wir ausschließlich chronische Schmerzpatienten behandelt haben. Da dieses leidvolle Beschwerdebild komplex ist, haben wir das im Team getan und uns mit allen möglichen Spezialisten zusammengesetzt. Mit im Boot waren neben Ärzten aller möglichen Spezial- und Fachrichtungen und Psychologen immer auch Physiotherapeuten, Logopäden, Ernährungsberater, Bewegungs- und Sporttherapeuten und und und. Jeder hat seinen Beitrag geleistet und es war eine tolle Arbeit mit guten Erfolgen, selbst wenn dabei am Ende der Behandlungen leider nicht immer eine komplette Schmerzfreiheit heraus kam. Es ging nicht um das Ego einzelner Behandler sondern um den Gewinn für den Patienten, das hat super funktioniert.
Irgendwie habe ich immer gedacht, dass es so etwas, also ein Spezialistenteam, doch auch für kranke Tiere geben muss, denn was passiert z.B., wenn – sagen wir zum Beispiel mal ein großer Hund- zum Tierarzt gebracht wird, weil er auf einmal nicht mehr die Treppen laufen möchte.
Rücken? Pfoten? Innere Probleme? Gelenkprobleme? Nerven? Zähne? Wirbel blockiert? Psychische Probleme wir etwa Ängste, weil etwas passiert ist???
Als Tierarzt muss man ja ALLES bedenken und das kann gar nicht perfekt funktionieren, da braucht man einfach mehr geballte Wissenskraft. Am besten ein ganzes Team, was als Idee ja schön ist, in der Realität allerdings schwer umsetzbar sein dürfte.
Warum?
Teamgeist, naja, das ist wie beim Menschen. Team muss man können, das muss zur Persönlichkeit passen, sonst hat es sich ganz schnell wieder „aus-gerudelt“.

Seit ein paar Jahren habe ich das große Glück, einen entsprechenden Tierarzt gefunden zu haben, der mir von einer Freundin empfohlen wurde, die als Tier-Physiotherapeutin bei ihm mitgearbeitet hat und es noch immer tut. Damals war alleine diese Tatsache, dass sie dort in der Praxis tätig war, eine absolut rühmliche Ausnahme, schlicht außergewöhnlich! Sie meinte ganz cool: „der Tom, das ist ein Mensch, der weiß was er kann und der gleichzeitig seine fachlichen Grenzen kennt und Kollegen fragt, wenn etwas nicht in sein Fachgebiet gehört oder sich Zweifel auftun“.
Echt jetzt, das gibt es?
JA!!! Meine beiden Jack-Russelchen hatten andere Probleme als Schwiegermutters altes Dackelchen, dessen inneren Organe gründlichst ge-ultraschallt werden mussten, der Cairn-Terrier, der später zu uns gekommen ist und der mit nur zwei Jahren einen Hauttumor entwickelt hatte, der operiert werden musste, war zusätzlich super ängstlich und ein bisschen hypochondrisch veranlagt (O-Ton des Tierarztes: „Etwas Mitleid bitte, das ist ein männlicher Hund …!“).

Alles bestens hinbekommen, Hund gut behandelt, Halter glücklich.

Als ich wegen meines männlichen Hunde-Sensibelchens um zusätzliche Ernährungsberatung bat, empfahl man mich liebevoll an eine Kollegin, die sich auf Homöopathie und Ernährungsberatung spezialisiert hat.
Klasse Teamarbeit, ich fühle mich bestens aufgehoben und außerdem sucht man ja stets nach Menschen, die so ticken wie man das selber tut.

Irgendwie war es die logische Konsequenz, dass dieser besondere Tierarzt die Vision hatte, mit seinen Kollegen gemeinsam in eine schöne große Praxis zu ziehen und den bestmöglichen Service für die Tiere unter einem Dach anzubieten. Im Team. Und diese Vision hat er seit Mai 2019 umgesetzt. Vor wenigen Wochen war offizielle Eröffnung – und ich bin schwer beeindruckt. Neben Katzen- und Hundewartezimmern, speziellen Behandlungsräumen, OP und Aufwachraum, Physiotherapieraum (mit Unterwasser-Laufband!!!) und einem Behandlungsspektrum, das von der normalen Tiermedizin mit klassischen und auch speziellen Diagnostik- und Behandlungsmethoden bis hin zur Tierpsychologie mit Verhaltenstraining reicht (und von vielen lieben, ausgesprochen kompetenten Menschen abgedeckt wird), gibt es einen Abschiedsraum …. Unfassbar würdevoll gestaltet. Ich hatte natürlich sofort die Tränen in den Augen, als er mir den gezeigt hat, denn es ist immer der schlimmste Moment, ein geliebtes Haustier gehen lassen zu müssen. Dort aber kann man das tun, in Ruhe, in der Zeit, die man braucht, um das Unfassbare wenigstens ansatzweisebegreifen zu können.
Fast zu schön um wahr zu sein … aber Realität.

Über wen reden wir hier eigentlich?
Über Tierarzt Thomas Koch, nun in den neu erbauten Räumen in Aachen im Gewerbepark Brand zu finden.

Koch und Kollegen.
Tierärztliche Praxis für Kleintiere
Inhaber Thomas Koch

Da ist in unfassbar viel Eigenarbeit mit Hilfe der tatkräftigen Ehefrau (und top organisierten Zweifach-Jungs-Mama, Zweifachhundemama und Praxismanagerin – Hut ab!!), dem Team und vielen Freunden eine Vision Wahrheit geworden.
Alle vor Ort leisten genau das, was sie können.
Und das ist eine Menge; jede und jeder genau das Beste. Auch wenn ich weiß, dass es immer wieder Menschen geben wird, die vielleicht nicht meiner Meinung sind, für mich war schon die alte Praxis in Kornelimünster meine einzige Anlaufstelle, wenn es um die Tiere ging – und nun wird das die tolle große Praxis in Brand sein.

Eines möchte ich noch hinzufügen, denn das liegt mir am Herzen. Tiermedizin ist das Eine – das andere ist es, das Herz für die Tiere an der richtigen Stelle zu haben. Und dafür möchte ich an dieser Stelle Danke sagen.

Danke Tom, dass du da warst, als Willi gehen musste.

Danke, dass du immer für uns parat stehst, wenn wir dich brauchen. Du tust uns allen gut.

Danke für die Hilfe in den schwierigen letzten Lebensjahren vom kleinen Herrn Knebel, Schwiegermamas giftigem Minidackel, den wir ohne Maulkorb nicht behandeln konnten.

Danke für deine Geduld unserem männlichen Sensibelchen gegenüber.

Danke für jeden Rat, jede Tat und jede Hilfe.

Besonders aber – und da heule ich sofort wieder- Danke, dass Du selbst an einem Sonntag zu uns gekommen bist, als Diva über die Regenbogenbrücke gehen musste. Ein entsetzlicher Tag in meinem Leben, einer der schlimmsten bisher, der ein bisschen leichter wurde, weil du da warst und mitgefühlt hast.

Es ist schön, dass es dich gibt. Als Mensch UND als Tierarzt.
Danke, auch im Namen der Wesen mit den Pfoten, Hufe, Flügel oder Flossen.

Eine tierisch-kuschelige Woche noch!