Hallo Tag,

es ist Zeit, dass ich mir mal wieder ein paar Gedanken mache. Ich habe viele deiner Tages-Kollegen ziehen lassen, weil ich an anderen Sachen geschrieben habe, unterwegs war oder weil ich etwas anderes zu tun hatte.

Heute ist Rosenmontag im Westen des Landes, also ein hoch heiliger Feiertag hier bei uns. Da ich nicht gebürtig aus dieser „jecken“ Gegend stamme, stehe ich dem Karneval gegenüber wie, na sagen wir es einfach ehrlich – wie ein Nordlicht ohne den dazu notwendigen kulturellen Hintergrund.

Freundliches Unverständnis.

Trotzdem hatte ich heute – und besonders gestern, als der traditionelle Kinderzug unterwegs war -, Mitleid mit all den verkleideten Menschen, die trotz Regen und Sturmböen zu den Zügen unterwegs gewesen sind. Eine beachtliche Leistung, denn das Wetter war wirklich unhöflich zu den Feiernden.

Einem Artikel im Focus habe ich mal entnommen, was Karneval eigentlich so bedeutet:

Den Karneval feiert man traditionell jedes Jahr vor der Fastenzeit, also vor Ostern. Seit dem 19. Jahrhundert beginnt er am „Elften Elften“ (dem 11. November) um 11:11 Uhr.  Der Hintergrund war ursprünglich alle Lebensmittel zu verzehren, auf die man in der Fastenzeit verzichten musste. Darauf verweist auch das Wort Fastnacht: Am Abend vor Beginn des Fastens wollte man noch einmal die Sau rauslassen.

Damit ist Karneval dann also quasi eine lange Periode des prä-Fasten-Feiern mit dem ökologischen Aspekt der Resteverwertung aller ungesunden, aber leckeren Lebensmittel auf Rheinländisch, oder?

Muss man als ehemaliges Nordlicht / Fischkopf / Muschelschupser ja wissen.