Hallo Tag,

heute habe ich die Sonne wirklich vermisst! Obwohl ich eigentlich kein Mensch bin, der extrem wetterabhängig ist, war das tagesbestimmende grau in grau doch ein bisschen viel. Also habe ich mir Sommer in Tüten bestellt – Samentüten für meine Hochbeete. Ich habe mittlerweile zwei kleinere und ein etwas größeres und die sollen im Sommer und Herbst üppige Ernten bringen – das will vorbereitet sein, was nicht ganz so einfach ist, wie ich mir gedacht habe. Oh nein!

Ich habe angenommen, ich säe mal eben Salate, Bohnen, Erbsen, Kürbis, Kohl und Kapuzinerkresse, Tomaten, Spinat und feine Gürkchen.

Tja, nach dem Studium der einschlägigen Gärtnerhefte habe ich dann aber noch rechtzeitig gelernt, dass man längst nicht jede Pflanze neben irgendeine andere setzen kann, o nein! Und wer nach wem im Beet kommt, wenn die erste Ernte durch ist, muss auch fein durchdacht sein. Dieses Gemüse verträgt sich nicht mit jenem und ein anderes will sowieso kaum Gesellschaft, wieder andere wollen genau das und ganze Grünzeug-Familien sind regelrecht verfeindet mit anderen Sippen … zum guten Ende ist Petersilie ein echter Sonderling, mit sich selbst unverträglich, die darf man nicht an den Standort setzen, wo sie im letzten Jahr schon Wurzeln geschlagen hat.

Aha?

Ich habe nicht gewusst, dass es in der Grünzeugabteilung auf den Beeten genauso zugeht wie bei uns Menschen. Ganz lange hat doch dieses wirklich tolle Buch „Das geheime Leben der Bäume“ von Förster Peter Wohlleben die Bestseller Listen angeführt. Vielleicht sollte Schrebergärtnerin Kathrin Reitz in diesem Jahr mal nachlegen und „Die gemeinen Gefühle im Gemüsebeet“ verfassen, Untertitel „Niedertracht in Grün“, eine Art Psychothriller aus dem Beet. Mordende Nacktschnecken, alles umschlingende schnellwüchsige Ranken und boshafte Blütenbestäuber, Hass unter Pflanzenfamilien, gezielt veranlasste Käferinvasionen … ich glaube, mir würde was einfallen!

Fazit: So ein grauer Tag kann ganz schön die Fantasie anregen!

Aber bei aller Fantasie wäre es doch schön, wenn die Sonne wenigstens ab und zu mal durch die Wolken lächeln könnte. Vielleicht haben wir morgen Glück …