Hallo Tag,

mein einziger Neujahrsvorsatz besteht darin, in diesem Jahr möglichst viel zu schreiben und deswegen werden ich versuchen, einige jener Gedanken, die mich durch meine Lebenstage begleiten, öfter mal nieder zu schreiben. Damit fange ich gleich jetzt an:

Heute ist der 2. Januar 2019, das Jahr ist neu, die Gebrauchsspuren, Macken und Besonderheiten fehlen noch. Dieser erste Monat im Jahr ist immer ein schüchterner, etwas fader Monat, finde ich. Einer, der aus der Deckung der letzten üppigen Feierlichkeiten geschlichen kommt und von dem man noch nicht weiß, wie er sich entwickeln  wird. Schön? Lustig? Unterhaltsam? Liebevoll oder eher mit Lebensaufgaben im Gepäck, die man eigentlich nicht wollte? Gefährlich? Gemein? Herausfordernd? Kränkend? Verletzend?

Wer weiß …

Januar, das sind vier Wochen, die sich anfühlen wie Nebel, diffus, ohne Konturen, dafür aber viel zu oft überladen mit ziemlich unsinnigen Vorsätzen, Wünschen und Zielen, die sich meist mit dem Nebel auflösen, noch bevor der Februar ins Land gezogen ist.

Wir sind zurückgekehrt vom Meer, mein Mann, die beiden Hunde und ich, an diesem nasskalten und ungemütlichen Tag. Es war wieder einmal wunderschön dort, alle Feste sind gefeiert, die Freunde umarmt und die Abende beim Kerzenschein genossen. Ein Fest für die Sinne war dieser Urlaub, wunderschön. Trotzdem bin ich traurig. In der Post waren Dankesschreiben der Tierschutzorganisationen, die ich unterstütze, einigen von ihnen lagen Bilder bei.

Tierschutz heißt leider nichts anderes, als Tiere vor den Menschen schützen zu müssen.

Nichts macht mich fassungsloser als das, was manche Menschen Tieren antun, ich kann kaum die Fotos dieses unsäglichen Leides ertragen. Wenn ich meine schlafenden Hunde so betrachte, wird mir warm ums Herz. Wie kann man eigentlich reinen Gewissens leben, wenn man Tiere nicht liebevoll behandelt, nicht ehrt oder wertschätzt sondern missachtet oder sogar quält, wie nur?

Wie kann ein Wissenschaftler ruhig schlafen, während in seinem Labor oft völlig ohne Sinn und Zweck Tiere leiden, gequält werden, panische Angst und höllische Schmerzen ertragen müssen? Oder der Bauer in der Massentierhaltung, in der Tiere nicht leben sondern vegetieren, damit die „Fleischindustrie“ auch genug Nachschub bekommt? Die Familie, die ihr Tier nach einem Fest oder vor den Ferien einfach aussetzt, es verzweifelt, verwirrt und panisch zurücklässt, weil es nicht mehr erwünscht ist?

Ich verstehe das alles nicht, aber es macht mich unfassbar traurig, oft auch ratlos oder wütend. Hoffentlich gibt es so etwas wie Karma wirklich, was bedeutet, dass diejenigen, die Menschen und Tiere quälen durch diese Handlungen selber Leiden ansammeln, das sie trifft und das sie irgendwann einmal mühevoll und schmerzlich abarbeiten müssen. Hoffentlich!

Im Alltag kann nur jede und jeder von uns dafür sorgen, dass es den Tierwesen um uns herum gut geht, bewusst leben, wahrnehmen und fragen, wie sie gehalten werden, was mit den Tieren geschieht, Quälereien sofort anzeigen, wenig und wenn artgerechtes Fleisch essen und auf diese Weise gutes Karma anhäufen – das wäre doch mal ein guter Vorsatz für das neue Jahr, oder?

Also wenn ich einen Wunsch an dieses Jahr hätte, dann wäre es der, dass 2019 ein Jahr wird, in dem weniger Tiere leiden müssen. Geht das nicht, lieber Januar, was meinst du? Wenn alle ein bisschen mitmachen würden, alle ein bisschen liebevoller und achtsamer wären und die Wesen auf dieser Welt als das betrachten was sie sind – als fühlende Lebe-Wesen voller Emotionen wie wir sie haben – dann wäre viel möglich, oder?

Für uns alle. Frohes neues Jahr