Kathrin Reitz schreibt

Offizielle Webseite & Blog von Schriftstellerin Kathrin Reitz

Monat: August 2017

Tier-Augen-Blicke

Manchmal fügt das Leben wirklich zusammen, was zusammen gehört.

Eines schönen Tages war ich wie so oft in De Haan mit meinem kleinen Cairnterrier in den hübschen Straßen unterwegs, als eine sehr nett wirkende Dame gerade dabei war etwas in ihren Wagen zu laden. Sie hielt inne und sah uns nach. Sichtlich verzückt von meinem Hund.

Und der reagiert auf so etwas sofort, lief also schwanzwedelnd zu ihr.

Ob das ein Cairnterrier sei, sie überlege, einen dazu zu nehmen für ihre ältere Airedaleterrierdame. Tja, und keine fünf Minuten später fand ich mich in der entzückenden Villa wieder, in der mich unzählige Tieraugen betrachteten und tief berührten. Jedes einzelne Tier gezeichnet und in seiner Persönlichkeit in einem besonderen Augenblick eingefangen von eben jener wundervollen Person, Sophie Regout, Malerin.

Tier-Augen-Bicke voller Emotionen.

Jedes Bild, jedes Tier erzählt eine eigene Geschichte durch den Pinsel der Malerin … unfassbar schön.

Sie und ihr Mann sind Tierfreunde wie wir und gegenseitige Besuche in De Haan gehören nun immer dazu, wenn wir alle am Meer sind.

Zusammengeführt durch meinen klugen Hund,

verbunden im Herzen durch die Tiere.

Ein paar Beispiele:

Für mehr dieser wunderschönen Arbeiten einfach auf den Link klicken …

http://www.sophieregout.be

Wie aus Enttäuschungen Träume entstehen können

 

 

Kathrin Reitz für Greta Schindler, Juli 2017

EinzigArtig
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Alle Jahre steht er im Kalender, der Geburtstag unserer Liebsten. Was eigentlich als jährliche Freuden-Feier des Lebens gedacht ist, als schöner Tag, den man ein bisschen anders gestalten möchte als den Rest der übrigen Tage im Jahr, artet gerne mal in Stress aus. Was soll man denn nur schenken, zumal zum 60igsten Geburtstag, einem runden Fest?
Wenn ich ehrlich bin, brauchen wir nix. Und leider sind wir auch schon in jenem Lebensalter angelangt, wo es allmählich normal wird, sich gegenseitig beste Gesundheit für die kommenden Jahre zu wünschen. Tja, da ist guter Rat teuer, beste Gesundheit lässt sich nicht mal eben so hübsch verpackt und mit Schleifchen dekoriert auf einem Geburtstagstisch präsentieren.
Obwohl wir nun also eigentlich nichts „unbedingt nötig haben“, möchte ich meinem Liebsten uneigentlich doch etwas Schönes schenken, etwas Persönliches ohne Kitsch, etwas, das das Leben feiert.
Da mein Mann seit längerem den Kunstmarkt ins Auge gefasst hat, wäre ein Bild doch schön. Also nicht, dass die Wände leer wären, aber es wäre vielleicht nett, etwas Neues aufhängen zu können, das an den Ehrentag erinnert. Aber bitte etwas Einzigartiges, etwas wirklich besonders Besonderes.

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Gleich, Tessi, gleich sind wir da

Für Diva, verstorben 9. Juli 2017

Die leise grummelnde Aufregung in ihren Därmen nahm allmählich zu. Martha strich sich zum wiederholten Male den Rock glatt, der ohnehin schon wie frisch gestärkt saß. Wenn man genau hinsah, konnte man an den Stellen, die sie so oft glatt strich, bereits leichte Abnutzungserscheinungen erkennen. Sie hatte das selber schon registriert, es aber kichernd damit abgetan, dass die Jugendlichen ihre funkelnagelneuen Jeans derzeit im topmodischen, sogenannten „used-look“ trugen, was übersetzt so viel wie „gebraucht“ bedeutete. Wer wirklich modisch sein wollte, kaufte stylische Hosen mit Löchern und Flecken, die eigens mit einem Haufen Chemie oder sogar Steinen zusammen verwaschen wurden, damit sie nur ja nicht neu aussahen. Warum sollte also ein wenig Abnutzung nicht auch ein akzeptabler Trend für Lieblingsröcke älterer Damen sein? Und außerdem liebte Martha dieses Kleidungsstück, egal wie es aussah. Dieser Rock hatte in ihrem langen Leben schon so einiges mitgemacht und war ihr alleine deswegen ans Herz gewachsen.
Wieder strich sie ihn glatt, eine Bewegung, die jedes Mal von einem zart knisternden Geräusch begleitet wurde, das ihre Hände auf dem rauen Stoff verursachten, der gegen den feinen Unterrockstoff rieb. Martha lächelte. Das Geräusch beruhigte sie. Dabei gab es noch nicht einmal etwas, was wirklich beunruhigend gewesen wäre. Sie wartete lediglich auf den Boten der Konditorei, der die Törtchen für den Kaffeeklatsch mit den Freundinnen am Nachmittag bringen sollte. Aber es war dreizehn Uhr durch und Martha war müde.
Wenn sie müde war, wurde sie schnell nervös. Immer.
Sie pflegte nach dem Essen gerne etwas zu ruhen und eigentlich war es soweit.
Richtigerweise musste sie zugeben, es war genau jetzt Zeit für den Mittagsschlaf.
Jetzt.
Und keine Spur vom Konditoreiboten. Glattstreichen. Knistern. Beruhigender tiefer Atemzug.

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